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Samstag, 4. Oktober 2025

Vichy-Karotten


Als Kind habe ich Möhrengemüse immer gehasst. Es waren die Siebziger des letzten Jahrtausends und irgendwie wohl auch das Jahrzehnt der Konserve. In diesen Behältern oder auch im Glas kam das orange Gewächs auch zu uns in die Küche, meist schon vermischt mit Erbsen. Letztere waren erträglich, aber die Karotten - da schaudert es mich noch heute. Was muss man eigentlich machen, dass die Dinger solch eine seltsame Konsistenz haben und sich geschmacklich zwischen Pappkarton und Hustensaft bewegen? Und dann haben alle auch noch exakt dieselbe Form und Größe, so als wären sie direkt aus dem 3D-Drucker? Egal, irgendwann schwenkte meine Mutter dann auf frische Ware um, ich blieb aber weitergin (hier sollte: "weiterhin" stehen, aber als Gin-Fan lasse ich das mal so stehen) skeptisch. Ich habe Möhren als Beilage erst schätzen gelernt, als ich anfing, selbst zu kochen. Hier ist eine meiner liebsten Zubereitungsmethoden.

Dienstag, 30. September 2025

Poulet à la creme et chanterelles - Huhn in cremiger Pfifferling-Rahmsauce


Ja, ich hätte das hier auch "Frikasee" nennen können (oder doch eher Blanquette? Die Sache ist kompliziert), aber seien wir doch mal ehrlich, poulet à la creme klingt irgendwie interessanter. Aber egal, wie man das hier nun bezeichnet, es war absolut lecker und darüber hinaus genau, auf das ich gestern schon den ganzen Tag einen wahnsinnigen Jieper gehabt habe. Ichcesse zwar momentan eher kaloriensparend, aber hin und wieder muss es mal so etwas sein. Französische Küche light geht halt nicht wirklich.

Dienstag, 26. August 2025

Huhn auf fruchtigem Zucchinigemüse


Kochen für die Familie gestaltet sich momentan nicht einfach, da wir einen Fall von Sorbitunverträglichkeit haben und deshalb erst einmal vier Wochen auf Lebensmittel, die diesen Stoff beinhalten, verzichtet werden muss. Sorbit gehört zu den Zuckeralkoholen und findet sich zum Beispiel in Zuckeraustauschstoffen, also allem, was irgendwie als "light" deklariert wird. Das allein wäre ja noch okay, da ich nicht mit Süßstoffen koche, aber diese Poliyole kommen auch in natürlichen Lebensmitteln vor, zum Beispiel in Weintrauben und daraus resultierenden Produkten. Das   verbietet den Einsatz von Wein, Essig, Senf oder ähnlichen Produkten. Da muss ich dann improvisieren, gerade bei Schmorgerichten wie diesem Huhn hier, das ich normalerweise mit einem kräftigem Schuss Weißwein versehen würde. Aber es geht auch so.

Mittwoch, 7. Mai 2025

Flammkuchen mit Birne, Feigen und Blauschimmelkäse


Wenn mir mal nicht recht etwas einfallen will, ich keine Lust zum Einkaufen habe oder es aus sonstigen Gründen mal wieder schnell gehen muss, fällt die Wahl oft auf Flammkuchen. Mehl, Salz und Öl hat man meist im Haus und Wasser kommt aus dem Hahn - zack, der Teig ist fertig. Crème Fraîche (ersatzweise Saure Sahne oder Schmand) lässt sich auch irgendwie auftreiben und für den Belag eignen sich Kühlschrankreste bestens. Der Vorteil zur Pizza man hat keine langen Gehzeiten und hat im Handumdrehen etwas Leckeres auf dem Teller. Ich habe hier diesmal eine Version mit Feigen, Birne und Blauschimmelkäse, sowie andere Varianten - allesamt lecker.   

Freitag, 30. August 2024

Olivenpaste à la Tapenade


Bei Temperaturen deutlich jenseits der 34 °C und einer Luftfeuchtigkeit, die man in Körben davon tragen könnte, ist das einzige, was kocht, der Kühler meines Autos beim obligatorischen Wochenendstau auf der A2 oder das Wasser des heimischen Pools, wenn ich meinen gestählten Körper tauchsiederartig in die Fluten gleiten lassen. Die Flamme des Gasherds bleibt weitgehend aus und auch der Grill ist mir zu heiß. Da ich momentan ohnehin keinen großen Fleischappetit habe - hat mich etwa die ominöse Lone-Star-Zecke gebissen? - kommt ein bisschen leichtes Fingerfood wie gerufen. Geröstetes Brot, ein paar Tomaten und etwas Olivencreme, mehr brauche ich nicht. Heute habe ich eine Tapenade-Variante im Angebot, die bei diesem Wetter wie gerufen kommt.

Sonntag, 30. Juni 2024

Huhn mit Oreganobutter


Das Schuljahr in NRW geht dem Ende entgegen und könnte meinen,. es wäre nun alles ein wenig entspannter. Das mag auf die lieben Kinder zutreffen, die im Kopf meist schon im Ferienmodus sind, für das Kollegium aber weniger, weil nun noch mehr Verwaltungskram anfällt, als sonst schon. Noteneintragungen, Fehlzeitenlisten, Zeugniskonferenzen und und und. Da bleibt dann zum Bloggen nicht mehr viel Zeit. Gekocht und gegessen wird aber trotzdem und ich möchte euch dieses Huhn hier nicht vorenthalten, auch wenn sein Verzehr schon ein  paar Tage zurückliegt. Ich blogge sonst ja  meist "live", aber manchmal geht es nicht anders. Hier also mein Huhn auf mediterranem Schmorgemüse. Hatten wir auch schon mal, aber der Clou hier ist die Verwendung von Oreganobutter.

Dienstag, 20. Februar 2024

Canard à l'Orange - Ente mit Orangensauce


Es ist schon etwas her, dass ich hier gepostet habe, aber ich habe den Blog natürlich nicht aufgegeben. Es hat bloß aus mehreren Gründen die letzte Zeit nicht gepasst, aber jetzt bin ich zurück. Und das mit einem wirklich leckeren Klassiker, den ich schon lange einmal zubereiten wollte: Ente à l'orange. Mit Brust habe ich das schön öfter gemacht, aber eben noch nie mit einem ganzen Vogel und da mir Wochen-, Feiertage und saisonale Rituale in der Regel schnurzpiepegal sind, gibt es eben ein wahres Sonntagsessen am Dienstag - in der Fastenzeit. Wenn das nicht Rock 'n' Roll ist, weiß ich es auch nicht mehr.

Montag, 7. August 2023

Huitres chaudes - gratinierte Austern


In der Normandie habe ich fast auf jeder Speisekarte Austern als entrée gefunden. Meist ganz klassisch roh mit Zitrone und/oder einer Essig-Zwiebeldip. Einde andere Variante sing huitres chaues, alos warme Austern. Die habe ich Urlaub nicht probiert, da ch mir dachte, wenn ioch schon fangfrische Ware bekomme, esse ich die auch ohne Schnickschnack. Zuhause ist das anders. Hier habe ich neulich ein paar schöne Austern ergattern können, zwar nicht aus Frankreich, aber immerhin aus den Niederlanden, wo man ja auch etwas von Bivalven versteht. Die habe ich dann als Vorspeise chaudes, also warm - in anderen Worten gartiniert - zubereitet.

Sonntag, 6. August 2023

Confit Byaldi - Ratatouille Pixar Style


Ratten in der Küche möchte ja eigentlich niemand haben, aber wenn Disney einen Film daraus macht, ist alles anders. Dann ist das süß und selbst ein amerikanischer Spitzenkoch mit drei Michelin-Sternen, wie der legendäre Thomas Keller, lässt es sich nicht nehmen, den Leuten des Mickey Mouse-Konzerns oder besser gesagt dessen Ableger Pixar in kulinarischer Hinsicht zu Diensten zu sein. So geschehen beim beliebten Zeichentrickfilm "Ratatouille". Keller hat hier das Rezept seines Kollegen Michel Guérard aufgeriffen, der den aus dem Türkischen abgeleiteten Begriff "Confit Byaldi" geprägt hat. Normalerweise ist das ja eine Art Schmorgemüse, bei dem die Zutaten zuvor gewürfelt und dann angebraten werden. Das ist hier etwas anders, wie man unschwer erkennen kann, dafür nicht weniger lecker aber optisch um Lichtjahre besser, als der Klassiker.

Montag, 31. Juli 2023

Teurgoule - gebackener Milchreis aus der Normandie


Ich bin ja nicht so als Freund von Süßspeisen bekannt, aber heute habe ich mal ein Rezept am Start, das ich aus dem Urlaub mitgebracht, nämlich gebackenen Milchreis aus der Normandie oder Teurgoule, wie das Gericht in Frankreich heißt. Übersetzt heißt das soviel wie „Mundverdreher“ und spielt auf das überraschte Gesicht all jener beim ersten Probieren an, die einen faden Reispudding erwartet haben. Teurgoule ist in der Regel typische Hausmannskost und jede Familie hat da wohl ihren eigenen Twist, die Eckdaten sind aber immer dieselben: Reis, Milch, Zucker, Zimt und viel Zeit.

Donnerstag, 27. Juli 2023

Wesfood chez les Ch'tis


Es ist immer schön, wenn man sich für das Ende des Urlaubs noch mal so ein Highlight aufspart. Die Region Nord-Pas-De-Calais liegt, je nach Route, auf direktem Weg von der Normandie ins beheimatete Weserbergeland. Da wäre es als Filmliebhaber Sünde, nicht mal in Bergues vorbeizuschauen, dem Ort des wohl größten französischen Films der letzen Jahre: Bienvenue chez les Ch'tis (Willkommen be den Sch'tis) aus dem Jahre 2008. 

Lama-Käse - Frankreich 2023: eine Auslese


Es mag vielleicht bereits aufgefallen sein: wir haben unseren diesjährigen Sommerurlaub in Frankreich verbracht und zwar in der Normandie. Genauer gesagt auf der Halbinsel Cotentin. Über einige Restaurantbesuche habe ich ja schon ein wenig berichtet, aber es gibt noch viel mehr zu erzählen. Über die Landschaft zum Beispiel oder die Menschen hier.  Natürlich lege ich hier im Blog mein Hauptaugenmerk aufs Essen und Trinken. Ich meine, hey, Normandie! Wie könnte es auch anders sein, bei Butter, Cidre, Calvados, Fleisch, Meeresfrüchten und Käse. Apropos Käse, da denkt man ja zuerst an lokale Klassiker wie Camembert oder Livarot, aber kennt ihr Lama-Käse? Nein? Dann lest oder scrollt durch, es wird heute etwas länger.

Mittwoch, 26. Juli 2023

Le Débarcadère in Saint-Vaast-La-Hougue, Normandie, Frankreich


Es treibt den Täter immer wieder an den Ort der Tat zurück und so haben wir ein weiteres Mal den Weg nach Saint-Vaast-La-Hougue (La-Hougue und La Hague darf man nicht verwechelsen)  auf uns genommen, um dort den letzten Abend in der Normandie gebührend zu begehen. Diesmal fiel die Wahl auf das Le Débecardère ("Die Anlegestelle") am Hafen, direkt neben dem La Chasse Marée.

Crêperie La Gravelette in La Hague, Normandie, Frankreich


Es gibt doch nichts besseres, als durch eine wunderschöne Landscahft zu fahren und dann auf ein klienes Café mit enladener Terrasse und vielleicht sogar Hofladen zu stoßen. La Gravelette ist so ein Fund. Klar, wenn man sich in dem gebiet der La Hague im Nordwesten der Halbinsel Cotentin aufhält und die Küstenstraßen abfährt, stößt man zwangsläufig auf dieses nette Lokal. Es wäre aber schade, daran vorbeizufahren. 

Brasserie le Commerce - Cherbourg, Normandie, Frankreich


Es muss nicht immer ein Fischrestaurant am Hafen sein, in Frankreich muss man auch mal in einem typischen Bistro oder einer Brasserie in den Straßen einer Stadt gegessen und dabei das bunte Leben um einen herum betrachtet haben. Nun ist man als Tourist ja nicht unbedingt persönlich mit der gastronomischen lage vertraut, aber die Brasserie le Commerce in Cherbourg-en-Cotentin wurde in einigen Reiseführern erwähnt, also warum nicht einfach mal ausprobieren?

Auberge des Grottes - La Hague, Normandie, Frankreich

Es gibt mit Sicherheit viele gute Gründe, in die Normandie zurückzukehren, dieses Restaurant am "Ende der Welt" ist sicher eins davon: die Auberge des Grottes am nordwestlichlichten Zipfel des Cotentin, nämlich La Hague. Leider waren die abends schon im Voraus total ausgebucht. Das nächste Mal reserviere ich da sicher einen Monat, bevor ich dort ankomme. Aber immerhin konnten wir an einem schönen Nachmittag dort auf der Terrasse sitzen und den Ausblick bei einem café allongé genießen.

La Chasse Marée - Saint-Vaast-la-Hougue, Normandie, Frankreich


Mittlerweile bin ich wieder zu Hause, die Bilderflut ist gesichert und gesichtet und ich kann mich daran machen, die aus meiner Sicht teilenswerten Dinge zu nach und nach zu verbloggen - was natürlich hier am heimischen PC deutlich einfacher ist, als unterwegs mit Handy und Ipad. Was Restaurants angeht, hat der Hafen von Saint-Vaast-la-Hougue Menge zu bieten und wir sind immer wieder gerne hier her zurückgekehrt, haben auf einer der vielzähligen Terrassen etwas zu uns genommen und den Blick auf die Segelschiffe und Miniyachten genossen. Eins davon ist das La Chasse Marée. Wörtlich heißt das „Gezeitenjagd“ und ist die Bezeichnung einer alten bretonischen Segelbootart, die für den kommerziellen Fischfang benutzt wurde.

Dienstag, 18. Juli 2023

Poulet aux sauce pommes aux échalotes - Huhn mit Apfel-Schalottensauce

 

Im Urlaub gehen wir natürlich nicht nur Essen. Wir sehen auch immer zu, eine Unterkunft mit Küche zu haben, so dass ich nicht allzu faul werde und aus der Übung komme. Was Lebensmittel angeht, ist man in Frankreich natürlich absolut verwöhnt. Alleine das Angebot an Fleisch, frischem Fisch und lebenden Meeresgetier in jedem popeligen Supermarkt kann Neulinge schnell überfordern - von Wurstwaren und natürlich Käse ganz zu schweigen. Ich habe für mich ein schönes Huhn gefunden und mit Aromen und Zutaten der Umgebung - der Normandie - gespielt: Apfel, Cidre, Butter und Sahne. Das ist ab da praktisch ein Selbstläufer, aber immer schön der Reihe nach.

Sonntag, 16. Juli 2023

La Criée du Tomahawk - Restaurant in Saint-Vaast-la-Hougue, Normandie, Frankreich


So langsam - peu à peu - kommen sie wieder, die französischen Sprachkenntnisse. Und die Erinnerung aus dem eigenen Schulunterricht, dass wir es hier mit einer Sprache zu tun haben, die nie wirklich eine Rechtschreibreform erleben durfte und man deshalb oft vom geschriebenen Wort nicht mehr auf die Aussprache schließen kann. Dazu kommen noch örtliche Dialekte und zack, bumm, bonjour hat man einen Ort, der auf dem Papier wie Saint-Vaast-la-Hougue aussieht, im Ohr aber mehr als „Se-va-loh“ ankommt. Das sollten sich mal all jene vor Augen halten, die bei Anpassungen der Schriftsprache immer gleich den Untergang des Abendlandes prophezeien oder gar dem „Lügen-Duden“ als „staatlich gesteuertem Instrument zur Unterdrückung“ komplett abschwören. Wie bekomme ich jetzt den Bogen zum Criée du Tomahawk hin?

Samstag, 15. Juli 2023

O P’tit Crabe in Goury, Normandie, Frankreich


Dann wollen wir uns nun endlich mal von der kulinarischen Front melden. Meine Vorstellung war es ja, in entfernte Küstendörfer zu fahren, mich in ein Restaurants zu setzen, aufs Meer zu schauen und Schalentiere zu futtern, bis mir die Gicht die Schuhe platzen lässt, denn why not? Genau so ein Restaurant haben wir in Goury, einem kleinem Ort an der äußersten Nord-Westspitze der Halbinsel Cotentin gefunden: Ô P‘tit Crabe. Ungezwungene Atmosphäre, ehrliche Küche, nette Leute, was will man mehr. Apropos nett, ich weiß nicht, ob die Menschen hier im Norden generell anders gestrickt sind, aber ich habe bisher nur äußerst sympathische Menschen getroffen, die absolut hilfreich und zuvorkommend sind und auch kein Problem damit haben, sich in einer Mischung aus schlechtem Schulfranzösisch, brockenhaften Deutsch, gebrochenem English, Hand, Fuß und gegenseitigem Zeigen von Übersetzungsprogrammen zu verständigen.