Ich sehe das tägliche Kochen für die Familie nie als lästige Pflicht, sondern es macht mir Spaß. Auch wenn ich aufgrund verschiedener Geschmäcker oder Wünsche drei verschiedene Sachen zubereiten muss, ist das eher eine freudige Herausforderung als nervig. Es ist mein Hobby und ich gehe darin auf, so wie in der Musik. Und letztlich geht es ja bei beiden Betätigungen darum zu komponieren, harmonische Verbindungen zu finden oder eben bewusst Gegensätze zu schaffen. Und ebenso wie in der Musik, wo es ja neben großen Symphonien auch minimale Konzepte gibt, komme ich in der Küche immer wieder auf einfache Dinge zurück. Die sind dann meist lecker, aber nichts, worüber man einen Blogeintrag verfassen muss. Mache ich heute aber trotzdem, um euch zu zeigen - obwohl ihr das ja sicher alle wisst - das weniger am Ende oft mehr ist. Hier ist eine meiner liebsten schnellen Pastagerichte - das gute Fastfood, sozusagen.
Zwei Portionen:
- 4 Sardellen
- 2 Knoblauchzehen
- 1 getrocknete rote Chilischote
- Salz
- Olivenöl
- Pasta nach Wahl
Ich richte ohne Käse an, wer will macht welchen drauf. Denkbar wären auch knusprig in Olivenöl goldbraun gebratene Semmelbrösel. Das ist natürlich nichts weiter als eine Variante des Klassikers Aglio, olio (e peproncini), aber durch die Sardellen bekommt das noch mal so richtig Umph.
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Flashback:Heute vor fünf Jahren: Pasta mit Salsicce, weißen Bohnen und getrockneten Tomaten
Wo sind die Zeiten des "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!" geblieben? Ich hoffe mal, dass ihr mehr als 3 Leute zu Hause seid, dass wenigstens ein oder zwei der zu kochenden Gerichte nicht nur von einer Person gegessen werden. ;-) Bei uns zu Hause (jetzt mal ich als Kind/Heranwachsener) gabs das nicht, aber wir hatten ja auch nichts (DDR). ;-) Blödsinn. Zugegeben, die Auswahl war nicht so groß wie heutzutage, aber Muttern hat eigentlich immer was leckeres daraus gemacht. Mir wäre es nie eingefallen zu nörgeln und Sonderwünsche zu äußern. Und es gab auch Gerichte, die ich nicht so gern mochte, aber gegessen habe ich auch ohne mich zu beschweren. So bekam ich wenigstens Vielfalt in mich hinein.
AntwortenLöschenDas Rezept wäre auch was für unsere kleine Teeküche auf Arbeit, da machen wir auch manchmal schon die tollsten Sachen. Wenngleich Sardellen? Da muss ich mal die Kolleg/inn/en befragen. Bei der Chili weiß ich schon, dass die dann wegfällt. ;-)
Ja, die Entwicklung ist ein Wahnsinn! Und dann wird auch noch gejammert, wie schlecht die Zeiten sind etc.
AntwortenLöschenIch erinnerte mich neulich daran, dass ich als Kind ein Plumpsclo im Hof unserer Wohnung benützen mußte (wir waren "Flüchtlinge" aus den deutschen Ostgebieten - die Alternative war ein Eimer im Flur der 2-Zimmer-Wohnung im 2. Stock eines Bauernhauses. Und heute: gibt es Wassertoiletten zur Benutzung.
Schön, dass meinen leichte Ironie doch durchgedrungen ist.
LöschenDie Schuld liegt eindeutig bei mir. Ich ermuntere die Bande ja geradezu Extrawünsche zu stellen, weil ich die Herausforderung liebe,
LöschenNa dann ...
LöschenWenn Gäste kommen, von denen ich weiß, dass sie dies oder jenes nicht möchten oder dürfen, stelle ich mich ja auch darauf ein und biete Alternativen. Und warum sollte ich meine Familie dann schlechter behandeln?
LöschenAlles Zeichen einer Fragmentierung oder Individualisierung der Gesellschaft. Und überall wird nur dran rumgenörgelt. Zu meiner Zeit gabs in der Schul-Aula Mittags 1 Gericht für alle. Das schuf Gemeinschaft, gelegentlich auch in Ablehnung der Grützwurst. ;-) Heute gibt's Auswahl aus 5 Essen und die Hälfte der Kinder hat was von zu Hause mitbekommen. Wo sollen da Gemeinsinn und Solidarität herkommen?! (großes Fass wieder zumach)
LöschenBei uns in der Mensa bekommen die Kinder die "Hauptkomponente" am Tresen. Reichliche Beilagen und Salate gibt es dann am Buffet. Trotzdem essen alle zusammen. Das schafft auch Verbindung. Und es führt zu weniger Verschwendung, weil jeder nur das und auch nur so viel nimmt, wie gegessen wird. Die Eltern zahlen ja auch dafür. Das ist dann sozusagen wie im Restaurant. Da kann man dann schlecht mit "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt" argumentieren.
LöschenJetzt wirds ein wenig spekulativ, aber nach dem, was ich so über Bekannte/Verwandte mit schulpflichtigen Kindern höre, ist das von Dir beschriebene Szenario echter Luxus. Hierorts scheint es nur einen Essensanbieter für Schule und Beruf zu geben, wobei sich offenbar weder der mit den bestem Angebot noch der mit den besten Preisen durchgesetzt hat. Der packt das Essen in seiner Küche schön in Alu-Assietten packt und dann wärmeisoliert ausliefert. Dazu gibts dann manchmal noch ein Obst oder einen "Joghurt mit Fruchtgeschmack" (also Bindemittel statt Obst). Da sie auch Firmenessen anbieten, kam ich auch mal in den "Genuss" des Essens. Mein Eindruck des konfektionierten Industrieessens war überdeutlich.
LöschenEin paar Kindereinrichtungen nutzen auch die Mensa der hiesigen Hochschule, das mag den Qualitäts-Durchschnitt etwas nach oben treiben. Ein wenig Hoffnung darf man in die privaten Schulen im Ort setzen, aber nur wenig, von einer weiß ich, dass sie auch das Essen des o.g. Anbieters vertreibt.
Das ist bei uns tatsächlich anders. Auch wenn es natürlich keine Haute Cuisine ist, sondern Systemgastronomie mit vielen Convienceprodukten. Dafür ist die Küche der Mensa aber so groß und gut ausgestattet, dass die Speisen dort zubereitet werden und nicht fertig angelieferet werden müssen. Außerdem ist es ein inklusiver Betrieb, in dem hauptsächlich Leute mit Beeinträchtigungen arbeiten.
LöschenSach ich ja: Luxus. ;-)
LöschenWir hatten aber auch schon andere Betreiber die ... nun ja, sagen wir mal vorsichtig, andere Vorstellungen von Geschmack und Hygiene hatten.
LöschenOh, da will ich nix gegen unseren hiesigen Hauptversorger sagen! Was bei der Industrieware nicht schwer ist, die ist ja von "Natur aus" haltbarer und schlechter verderblich.
AntwortenLöschenDas macht ein Pizzastück mit einem alten Pflaster drauf nicht wirklich besser.
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