Nachdem das chinesische Wokhühnchen gestern zumindest bei der Familie sehr gut ankam, entschloss ich mich heute, auf dieser Welle weiterzureiten und wieder ein chinesisch inspiriertes Rezept umzusetzen. Zur Abwechslung sollte es mal etwas mit Rindfleisch sein. Ich erinnerte mich dann an "Mongolian Beef". Das habe ich in verschiedenen Versionen, besonders auf amerikanischen Kochseiten gefunden. Nun muss man wissen, dass dieses Rindfleisch Gericht genauso wenig mongolisch ist, wie Ivan Rebroff Russe oder Freddy Quinn Seemann. Es ist, ähnlich dem Chop Suey, zwar von Chinesen erfunden worden, wohl aber erst im amerikanischen Exil. Das Gericht wurde schnell in ganz Nordamerika beliebt und die Benennung als "mongolisch" sollte wohl vor allem die exotische Note unterstreichen.
Diesen Mechanismus kennen wir in Deutschland - zumindest die älteren Semester unter uns - vom ersten deutschen Fernsehkoch Clemens Wilmenrod. Der gab seinen Phantasieprodukten so klingende Namen wie Toast Hawaii, arabisches Reiterfleisch oder venizianischer Weihnachtsschmaus, um so dem Ganzen einen Hauch von Authentizität zu verleihen. Sehenswert in diesem Zusammenhang auch die Herstellung des unsäglichen "bretonischen Heringssalats".