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Mittwoch, 13. Oktober 2021

Sopa Tarasca


Neulich noch ein gefüllter Taco nach TexMex-Art, heute dann echte Kost aus dem Land von Sombrero, Siesta und Tequila. Obwohl man da wieder vorsichtig sein muss, denn DIE mexikanische Küche gibt es genauso wenig wie DIE chinesische oder DIE italienische Küche und auch hierzulande besteht ja ein gewaltiger Unterschied zwischen Leberkas und Labskaus. Wir müssen also genauer sein und bei der lokalen Bestimmung unserer heuteigen Suppe hilft dem ethnologisch Kundigen schon der Name. Tarasca bezieht sich auf das mesoamerikanische Volk der Tarasken oder auch Purépecha (P’urhépecha). Mit gut 200,000 Zugehörigen ist es eine der größten indigenen Gruppen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Und sie können Suppe kochen und das machen wir ihnen jetzt nach.

Freitag, 16. Oktober 2020

Enchiladas Suizas


Ich finde es immer spannend, wenn ich um sechs Uhr noch nicht weiß, was ich um sieben essen werde. So auch heute. Die Durchsicht der Bestände förderte jedoch zwei Avocados zu Tage, die sich, wie es der Zufall so wollte, gerade auf ihrem rasanten Weg von unreif zu matschig, in diesem nur wimpernschlaglangen Fenster der perfekten Reife befanden. Etwas Huhn, Gewürze, Kräuter und Teigfladen waren auch da, also enzschied ich mich für etwas in Richtung mexikanisch-Tex-Mex-Küche. Sehr zur Freude der Gattin, die meine Guacamole liebt.

Freitag, 12. Juni 2020

Mole poblano


In diesem Blog ist ja schon öfter der Satz gefallen: "Weniger ist manchmal mehr". Das hat sich aber scheinbar nicht in allen Teilen der Welt herumgesprochen und besonders in Mexiko, genauer gesagt dem Bundesstaat Oaxaca hat man da ganz andere Vorstellungen. Die Zutatenliste der berühmten mole poblano - einer Sauce, die einem mexikanischen Nationalheiligtum gleichkommt und hauptsächlich mit gekochtem Hühnerfleisch serviert wird - liest sich dann auch so abenteuerlich, dass es einem schwindelig werden könnte. Die einzig logische Erklärung ihrer Entstehung ist, das irgendwann einmal in einer mexikanischen Küche ein morscher Vorratsschrank zusammenbrach und dessen Inhalt genau in einen Topf auf dem Herd fiel, in dem gerade zufällig etwas Wasser kochte. Wie das nun so ist, die Hausfrau hatte sich wohl gerade am Gartenzaun mit den Nachbarn festgequatscht und als sie die Küche wieder betrat, hatte die wilde Mischung schon eine Stunde vor sich hingeköchelt. Wegschütten wollte die Frau das nicht, also dachte sie sich: "Wenn ich das nun gründlich püriere und Schokolade dazu gebe, mag es wohl schmecken". Alternativ könnte auch ein Zapotekenschamane an den falschen Pilzen geleckt haben und dann einfach alles, was nicht bei drei auf der Yuccapalme war, in einen Kessel gebröselt haben. Eine Legende besagt übrigens, dass arme Nonnen in einem mexikanischen Kloster in ihrer Not tatsächlich alle Küchenreste zusammenkippten, als der Bischof unangemeldet zu Besuch kam und verlangte, verköstigt zu werden. Könnte auch stimmen, man weiß es aber nicht.

Samstag, 10. August 2019

Quesadillas


Was macht man, wenn man man noch selbstgemachte Maistortillas und Fleisch von gestern übrig hat? Man packt alles zusammen, fügt Käse hinzu und grillt, beziehungsweise brät das Ganze dann. Darauf bin ich natürlich nicht als erster Mensch gekommen. In Mexiko und den USA nennt man so etwas quesadilla. Das sind ursprünglich zusammengeklappte Mais-Fladen mit einer Käsefüllung, die in der traditionellen Eisenpfanne, der comal von beiden Seiten schön knusprig gebraten werden. Als Füllung dient Oaxaca-Käse, der entfernt an Mozarella erinnert. In der Tex-Mex-Küche findet man anstatt der "geklappten" Form oft die sogenannte full quesadilla, die aus zwei Weizen-Fladen, quasi wie ein Sandwich gemacht wird. Der Käse ist hier meist eine Mischung aus Monterrey Jack und würzigem Cheddar. Sowohl in den USA als auch in Mexiko gibt die leckeren Happen natürlich auch mit anderen Füllungen und Fleisch ist da keine Seltenheit. Der Vollständigkeit halber soll nicht unerwähnt bleiben, dass es in der Tex-Mex-Küche noch die quesadilla-artigen Burritas gibt, die aber wiederum nicht mit den ähnlich klingenden Burritos verwechselt werden sollten ...

Freitag, 9. August 2019

Cochinita pibil Yucateca - pullen wie die Mayas


Ich weiß nicht, wann es bei hier begann, aber irgendwann vor gut zehn Jahren schwappte dieser Trend aus den USA zu uns hinüber und quasi über Nacht wurden, wie bei einer Zombie-Apokalypse, ehrliche "Holzkohle-Griller" zu BBQlern. Grills verwandelten sich in "Sportgeräte" im Wert eines mittleren Kleinwagens, Temperaturen im, am und um das Gargut wurden genauer erfasst, als die ISS die Erdumlaufbahn je messen könnte und der Zubereitung eines simplen Steaks kam vielerorts mehr wissenschaftliche Bedeutung zu, als Durchbrüchen in der Quantenmechanik. Natürlich führte das auch zu Auswüchsen und absurd wurde es spätestens, als das Braten einer spiralförmig geschnittenen Knoblauchwurst für vermutlich 99 Cent auf einem dieser sündhaft teuren BBQ-Monster quasi zum viralen Hit wurde. Pulled Pork ist auch so ein Ding. Vor Jahren mal "der heiße Scheiß", heute eher ein Zeichen für "inspirationslos und gefangen in der Zeitschleife" - in Punkto Altbackenheit sozusagen die "Spargel-Schinkenrolle" für den Grill. 

Samstag, 12. November 2016

Käse Dip für Nachos


Noch ein schneller Dip für eine leckere Knabberei gefällig? Ihr habt Reibekäse, Mehl, Butter und Milch im Haus? Und vielleicht auch noch eine Tüte Tortilla Chips? Na, dann mal ran an den Topf.