Montag, 9. Februar 2026

Brochettes - Fleischspieße aus Burundi


Zu meiner Schulzeit war es noch verpönt, die Abkürzung "BRD" zu verwenden. Es hieß, dieses Kürzel wäre von der DDR erdacht worden, um den Namen "Deutschland" aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu verbannen. Einer meiner Oberstufenlehrer - ein sehr belesener Mensch mit einem unglaublichen Allgemeinwissen - behauptete einmal, BRD wäre auch deshalb zu vermeiden, weil es da international zu Verwechslungen mit dem ostafrikanischen Kleinstaat Burundi kommen könne. Irgendwie musste ich jedenfalls neulich an diese Geschichte denken u d wie das so bei mir ist, stellte ich mir sofort die Frage: "Was isst man eigentlich in Burundi?" Eins ist klar, das Land gilt als eins der ärmsten der Welt und leidet unter enormer Umwelt- und Luftverschmutzung. Gegessen wird natürlich trotzdem. Sehr beliebt, besonders als Streetfood, sind Brochettes. Das ist das französische Wort für "Spieße" und das beschreibt die Sache eigentlich schon umfänglich.


Wir brauchen Fleisch. Was für welches? Was immer ihr wollt. Ich habe hier für sechs Spieße:
  • 250 g Roastbeef vom Rind
  • 250 g Schweinebauch
  • 250 g entbeinte Hähnchenoberkeulen ohne Haut (pollo fino)
Traditionell werden auch Hammel oder Ziege genommen, aber nehmt, was ihr habt oder mögt.

Für die Marinade brauchen wir:
  • 1 EL Paprikapulver (Schärfegrad nach Wunsch)
  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 2 El Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Schuss Öl
Dann brauchen wir noch etwas Gemüse für Optik und Gewissen.  Ich habe hier:
  • Zucchini
  • rote Paprika
  • rote Zwiebel

Der nächste Schritt dürfte klar sein. Fleisch würfeln und mit den Zutaten für die Marinade vermengen. Mindestens eine Stunde ziehen lassen, hier gilt: je länger, desto besser.


Zwiebeln abziehen, Paprika entkernen. Mit dem Zucchino in Würfel schneiden und abwechselnd mit dem Fleisch auf Spieße stecken. Am besten über Holzkohle grillen. Pfanne oder Backofen sind auch okay, ich habe diesmal sogar die Heißluftfritteuse benutzt.


Die Garzeit beträgt, je nach Hitzequelle, in etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Die Spieße sind fertig, wenn sie schön angeröstet und goldbraun, innen aber noch saftig sind. Freunde von medium rare kommen hier allerdings nicht auf ihre Kosten. Dazu passen Rohkostsalate, Reis oder Fladenbrot.
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Flashback:



Heute vor einem Jahr:: Risi e Bisi vegetarisch

2 Kommentare:

  1. Jetzt geht's hier aber ganz schön ruckizucki ab, mein Lieber... Ist etwa der Geist von Jules Verne in dich gefahren?
    Bei dem Affenzahn wie du hier voranpeest wäre das ja zumindest denkbar, oder. Mach ruhig weiter so.

    Ich habe deine kulinarische Imperiumskarte neulich genau studiert und mir ist aufgefallen, dass sowohl Südamerika
    als auch Afrika generell noch eher unerforscht sind, ebenso wie Australien und zu meinem allergrößten Entsetzen
    ist mein Heimatland Rumänien blitzeblanke Terra Incognita... schäm dich was. Pfui!
    Das wird noch ein Nachspiel haben, so wahr mir Vlad Dracul beistehe.

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    1. Ich bin dabei, mich an möglichst vielen Nationalgerichten zu versuchen, Stichwort: "Projektglobales Einreiseverbot 2026". Asien muss ich auf jeden Fall voll bekommen, ich beiße mir allerdings gerade die Zähne an mongolosicher Küche aus. Es ist schwer, da etwas zu finden, was auf Bildern einigermaßen gut aussieht un natürlich auch meine Bande zufriedenstellt. Rumänien kommt aber auch noch - save the best for last.

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