"Ich hätte gerne mal wieder eine schöne Suppe", so die Holde gestern Abend mit honigsüßer Stimme zu mir, als wir am Esstisch das Mahl von heute besprachen. "Dein Wunsch sei mir ein Befehl, oh du Königin meines Herzens", erwiderte ich flugs und fügte fragend hinzu: "Dürfte ich gnädigst erfahren, an was für ein Süppchen du gedacht hast, mein Augenstern?" "Pastinakensuppe", kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. "Ich hätte gern eine cremige Pastinakensuppe, die hatten wir nämlich noch nicht." "Mach besser erst mal nur ein bisschen und vielleicht ein zweites Gericht, damit wir etwas essen zu haben, falls die Suppe uns nicht schmecken sollte", fügte die Sous-Chefin weise hinzu. "Naturellement! Ich werde morgen auf dem Nachhauseweg von der Zuchtanstalt den Kutscher anweisen, bei einem Spezereiwarenhändler anzuhalten, damit das Nötigste für die Suppe besorgt werden kann. Johann, Sie dürfen jetzt abräumen und dann die Kandelaber im Kaminzimmer im Westflügel entzünden.
- Wir brauchen:
- 350 g Pastinaken
- 1 Zwiebel
- 1 Stück Lauch
- 2 Möhren
- 2 Stängel Sellerie
- 1 Zwiebel
- 1/2 TL Pimentkörner
- 1/2 TL schwarze Pfefferkörner
- 2 Lorbeerblätter
- 1 EL frischer Oreganoblättchen
- Salz
- 200 ml Sahne
- Olivenöl
Optional
- 1 Schuss Weißwein
Man kann natürlich auch die entsprechende Menge an (geschältem) Knollensellerie nehmen.
Oregano ist nicht zwingend erforderlich, aber der war noch von den griechischen Kartoffeln über, also dachte ich mir: "Rein damit!". Ich hätte sonst stattdessen ein paar Zweige frischen Thymian dazugegeben.
Für eine vegane Version nimmt man ein Sahneersatzprodukt. Ich hab da mit Sojaprodukten sehr gute Erfahrungen gemacht.
Piment, Pfeffer und Lorbeer gebe ich in einen Teefilter. Die Fachkraft nennt das sachet. Ein Teeei oder ähnliches geht natürlich auch..
Nun stellen wir uns ein Mire Poix her. Dazu schälen wir Pastinaken, Karotten und Zwiebeln und schneiden sie zusammen mit dem Lauch und Sellerie in fingernagelgroße Würfel.
Gemüse in Olivenöl kurz anbraten. Man sollte hier auch schon mal etwas salzen. Die Würfel müssen hier nicht wie beim Saucenansatz kräftig braun werden, es reicht, wenn die zarten Lauchstücke - wie hier zu sehen - etwas Frabe haben und das Gemüse weich wird. Dann ist nämlich die natürliche Stärke darin in Zucker umgewandelt worden und das ist unser Ziel. Verwenden wir Wein, wäre nun die Zeit, das Gemüse damit abzulöschen und die Flüssigkeit dann etwas reduzieren zu lassen.
Das Kräutersäckchen entfernen, Oregano und Sahne hinzufügen, dann alles fein pürieren.
Zurück in den Topf geben und schmecken, ob noch Salz hinzugefügt werden muss.
Nach Wunsch mit etwas gehackter Petersilie oder Schnittlauch für die Optik servieren. Was soll ich sagen? Die Suppe war ein voller Erfolg und ich muss heute Nacht nicht im Kerker des Westerhausenschens Schloss auf einer Steinpritsche schlafen. Croutons wären noch gut, aber da es im zweiten Gang Pasta gab, habe ich darauf verzichtet.
Eins meiner Lieblingsnudelgerichte wenn es um Italien geht: Pasta alla puttanesca. Traditionell mit Spaghetti, hier mit Ziti. Ich weiß, das ist nicht die ideale Sorte für dieses Gericht, aber die Packung stand mir jetzt schon seit einiger Zeit im Weg und musste endlich weg.
____Flashback:
Heute vor drei Jahren: Mercimek Çorbası - türkische Linsensuppe










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