G'day mates! Australien war bisher noch ein weißer Fleck auf meiner kulinarischen Weltkarte. Das konnte ja auf die Dauer kein Zustand sein, deshalb ändert sich das jetzt sofort. Wir machen nämlich Meat Pies und die sind im Land der Kängurus und Wombats dermaßen beliebt, dass man sie mit Recht als das Nationalgericht des Landes bezeichnen kann. Das Gute hierbei ist, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, wo man jetzt Emu- oder Salzwasserkrokodilfleisch herbekommt, denn die Pie wird mit Rindfleisch gemacht. Das können entweder Stücke sein oder Gehacktes, da gibt es keine festen Regeln. Wichtig ist nur, dass die Füllung ordentlich Power hat und das hat sie, das kann ich euch jetzt schon versprechen.

Unter anderem für den typischen Geschmack verantwortlich: Vegemite. Das ist eine typisch australische salzige Paste aus Hefeextrakt. Marmite aus Großbritannien ist ist ähnlich, wenn auch im Empfinden der meisten Esser im Vergleich weniger kräftig. Vegemite wird oft als Brotaufstrich gegessen, dient aber auch beim Kochen als Würze. Hefeextrakt ist praktisch natürliches Glutamat, somit ist es kein Wunder, dass diese Paste für viel Umami sorgt. Der Nachteil: man wird Vegemite wohl nur online bekommen.
Auch wichtig: kleine Portions-Pieformen. Diese hier haben elf Zentimeter Durchmesser und sind antihaftbeschichtet. Wenn ihr die nicht habt, müsst ihr euch irgendwie anderes behelfen. Andererseits habe ich für die fünf Formen für 10,99 Euro bezahlt und werde sie sicher noch öfter gebrauchen. Ein Kauf lohnt sich also für mich.

Wie gesagt, man kann Fleischstücke nehmen, ich habe mich aber für Gehacktes entschieden. Für fünf Pasteten brauchen wir:
Zwiebeln abziehen und klein würfeln, Knoblauch pellen und fein hacken. Das Ei trennen, Eigelb mit etwas Milch verrühren.
- 500 Gramm Rinderhackfleisch
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Tomatenmark
- 1 EL Vegemite
- 1 EL Worcestershiresauce
- Senf
- 60 ml Rotwein
- 400 ml Rinderbrühe
- Prise Zucker
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- Öl
- Teig
- 1 Ei
- 1 Schuss Milch
Beim Teig für die Pasteten gibt es prinzipiell zwei Wege. Oft wird der Boden aus Mürbeteig (shortcrustI) und er Deckel aus Blätterteig (puff pastry) gemacht. Mein Teig ist irgendwie eine Mischung aus beiden, also nehme ich den ist. Das Rezept, nach dem ich seit Ewigkeiten mit Erfolg verfahre, kann man in meinem Beitrag zu Quiche Lorraine nachlesen. Ihr könnt aber natürlich auch fertigen Teig nehmen.
Hackfleisch hinzufügen und krümelig braten. Dann den Knoblauch hinzufügen.
Nun mit dem Rotwein ablöschen, etwas reduzieren lassen und die Brühe hinzufügen.

Nun muss das Ganze köcheln, bis die Flüssigkeit fast verkocht ist. Hier kommt mein antiker Spritzschutz zum Einsatz.
So wollen wir das.
Die Formen werden mit Teig ausgekleidet.
Der nächste Schritt ist optional, wird aber empfohlen: das sogenannte Blindbacken. Dafür kleiden wir den Teig mit Backpapier aus und geben Trockenbohnen oder ähnliches hinein. Dann geht es für zehn Minuten bei 200 °C in den Backofen. Der Grund ist, das so der Boden knusprig wird. Ober- und Unterhitze
Nach dem Blindbacken Backpapier und Bohnen entfernen. Man kann die jetzt fürs nächste Mal zur Seite stellen oder eben entsorgen. Teigkörbchen nun mit dem Hackfleisch füllen.
Aus dem Restteig Deckel ausstechen, die die Formen damit bedecken. Vorher die Kontaktstellen mit Eiweiß bestreichen, damit es gut zusammenklebt. Den Rand mit der Gabel andrücken. Nun die Oberseite mit der Eigelb-Milchmischung bepinseln und ein Loch in Mitte stechen, damit Dampf entweichen kann.
Nun gehen die kleinen Fleischküchlein für weitere fünfzehn Minuten bei 200 °C Ober-und Unterhitze in den Ofen oder solange, bis sie goldbraun sind.
Goldbraune knusprige Kruste, saftig Füllung, Geschmack von hier bis Canberra und wieder zurück - das ist eine Pastete, die aus einer Beutelmaus eine tasmanischen Tiger macht. Davon werde ich noch mal ein paar auf Vorrat machen und einfrieren, denn ich bin mir sicher, dass man die für eine schnelle Hungerstillung super in der Heißluftfritteuse aufbacken kann. That's a ripper!
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Flashback:Heute vor zwei Jahren: Spaghetti mit Gorgonzola, Pancetta und Pinienkernen













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