Ich meine es schon einmal erwähnt zu haben - als Kind war ich, was Gemüse betraf, ein sehr mäkliger Esser. Das Meiste mochte ich nicht, aber grüne Bohnen waren da die Ausnahme. Zu Hause gab es sie meist aus der Dose, es sei denn in Omas Garten wuchsen frische. Oma, übervorsichtig wie sie immer war, lebte in ständiger Angst, wir Kinder könnten Bohnen mit frischen Erbsenschoten verwechseln und daran jämmerlich zu Grunde gehen.
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Sonntag, 12. Oktober 2014
Dienstag, 26. Juli 2016
Wikinger zu Besuch
Nein, der alte Mann spricht nicht im Fieberwahn, er hat nur Besuch von einem guten Freund aus Købnhavn, der für eine Woche im westerhäusischen Jagdschloss logiert. Gestern haben wir gegrillt und auch heute bestand der Wunsch nach etwas typisch Deutschen. Also habe ich aus den übrigen Grillkartoffeln vom Vortag einen Salat zubereitet und diesen mit grünen Butterbohnen zu Frikadellen serviert.
Freitag, 11. August 2017
Herzhafter Pfifferling-Hackfleischkuchen
Es geht mit großen Schritten auf den Herbst zu, so scheint es. Die Pilze sprießen schon im Wald und bald schon schon werden sich auch die ersten Flaschen Federweißer finden. natürlich nicht im Wald, sondern beim sympathischen Getränkeverkäufers des Vertrauens. Gut, Federweißen mag ich gar nicht, aber das oft dazu gereichte Mahl, nämlich Zwiebelkuchen, mag ich sehr. Ähnlichkeiten zu Flammkuchen und Quiche Lorraine sind gegeben,m allerdings ist der Boden hier eher ein der Pizza nicht unähnlicher Hefeteig. Genauere Angaben zu "meinem" klassischen Rezept finden sich hier. Da immer das Gleiche schnell langweilig wird, variiere ich auch hier und habe diesmal, der Jahreszeit geschuldet, Pfifferlinge hinzugefügt - und Rinderhackfleisch. Das hatte ich und es musste verbraucht werden.
Sonntag, 21. August 2016
Schweinebraten provenzalischer Art aus dem Römertopf
Normalerweise kaufe ich Braten immer am Knochen und / oder mit Kruste. Auch mag ich eigentlich durchwachsene Stücke lieber. Hier hatte ich nun aber angebotsbedingt einen Braten aus dem Schinken, der verarbeitet werden wollte. Damit mir das Ding nicht zu trocken wird, habe ich eines meiner Lieblingskochgeräte eingesetzt, den guten alten Römertopf. Da gart das Fleisch schonend und durch die Feuchtigkeit, die das Tongefäß abgibt, kann nichts trocken werden.
Montag, 18. Februar 2019
Salisbury Steak
Medienschelte mag zwar en vogue sein, ist aber mit Sicherheit kein neues Phänomen. Ob Buchdruck, Radio, Fernsehen, Internet, Smartphone - jede neue Form der Informationspräsentation wurde zunächst von vielen, die sie nicht auf Anhieb verstanden, argwöhnisch betrachtet. Aber die Menschheit ist durch keine dieser Medien untergegangen und auch der überall befürchtete Verfall von Kultur und Sitten, beziehungsweise die Faulheit der Jugend war schon seit Menschengedenken ein Thema. Trotzdem ist es unumstritten, dass neue Entwicklungen auch immer Veränderungen im sozialen Miteinander nach sich ziehen. Nehmen wir den Fernsehapparat. Zunächst in speziellen Schränken hinter Türen fast schamhaft versteckt, avancierte er bald zum Vorzeigeobjekt und Mittelpunkt des Wohnzimmers. Aß man früher gemeinsam am Küchentisch oder im Esszimmer, versammelte man sich jetzt vor dem TV-Gerät und aß auf der Couch. Gerade in anglo-amerikanischen Ländern, in denen man traditionell die Hauptmahlzeit abends einnimmt, führte dies zu veränderten Essgewohnheiten. Hinzu kam, das zu dieser Zeit Kochen fast ausschließlich "Frauensache" war, viele Frauen aber auch berufstätig waren und die Zeit, aufwendig zu kochen fehlte. Dies erkannte die Industrie in den 50er Jahren und entwickelte Fertigmenüs, die nur noch erwärmt werden mussten. Der Name dieser Produkte passte zum Anlass: TV Dinners.
Montag, 1. August 2016
En dreng
Keine falsche Freude, ich lebe noch. Ich hatte nur, wie erwähnt, die Woche einen lieben alten Freund aus Dänemark zu Besuch, den ich zehn Jahre nicht gesehen habe. Es gab viel zu besprechen, zum Beispiel das Thema "Larsenschwäche", die wichtige Aufforderung "Achtung! Bockwurstwerfer, volle Deckung!", die ordentliche Reihenfolge im deutschen Haushalt ("smutzikmachen - zaubermachen) und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass in Schweden Parkautomaten trasig sein können. Natürlich wurde auch gekocht und gegessen, aber meine - in diesem Fall äußerst erfreulichen - Pflichten als Gastgeber haben mich vom Schreiben abgehalten. Trotzdem habe ich viel über dänische Kultur gelernt und werde mich demnächst ausführlich mit dem "Kultfilm" Firmaskovturen (1978) beschäftigen (Skål, bror lort). Unser Gast hat dafür sein Deutsch verbessern können, da ihm die Gattin und besonders die Sous-Chefin auf charmante Art und Weise Unterricht gegeben haben.
Montag, 6. Februar 2017
Das Leben nach der Roulade
Die Roulade hat bei mir immer zwei Leben. Am ersten Tag klassisch mit Rotkohl und Kartoffeln, Reste dann am nächsten mit Pasta. Dazu erhitze ich übrige Rouladen einfach in Sauce und zerpflücke sie mit einer Gabel. Das könnte man pulled beef nennen oder vornehmer dekonstruierte Rouladen vom Rind. Das Ergebnis ist auf jeden Fall etwas sehr leckeres, das durch die Cornichons in der Füllung einen leichten Anflug von Stroganoff hat.
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Sauce Hollandaise: Risiko Edition
Es gibt Tage, da bleibt man lieber im Bett. Ich bin ja ein großer Freund davon, Dinge auf das Autodach zu legen und dann loszufahren. Bisher ist das auch immer gut gegangen, heute habe ich es aber geschafft, mein Smartphone auf diesem Wege in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Ich konnte die Einzelteile zwar auf der B1 einsammeln, so dass ich zumindest SIM- und SD-Karte wieder habe. Das Gerät hingegen hat es hinter sich. Aber ärgern hilft auch nicht, denn dann bekomme ich schlechte Laune und das Handy ist immer noch kaputt. Irgendwo liegt hier noch ein S5 Mini und/oder ein S4 rum, die tun es erstmal auch.
Dienstag, 27. Oktober 2015
Still Got the Blues-Steak
Ich weiß nicht, was das ist. Vielleicht doch Teil des ewigen Kreislaufs: vom Winterschlaf in die Frühlingsmüdigkeit, dann rein in das Sommerloch und nun kommt die Herbstschwere. Nun, ganz so schlimm ist mein Jahr dann doch nicht, aber irgendwie habe ich momentan den Blues. Es sei dem Wetter geschuldet - bei Nebel morgens aus dem Haus, zurück in der Dämmerung und dazwischen alles feucht und kalt - oder der noch nicht ganz überwundenen Zeitumstellung - im fortgeschrittenen Alter dauert so ein Gewöhnungsprozess nun mal - oder was auch immer, Herr Westerhausen braucht ein Seelenpflaster. Andere greifen da zur Schokolade. Oder zum Rum. Oder zu beidem. Herr Westerhausen greift zum Steak. Da kam es gerade richtig, dass die Sous Chefin just dieses zu essen wünschte und wer bin ich, dass ich der Frucht meiner Lenden widerspreche? Die Gattin isst auch Steak, solange es einen Caesar Salad gibt, ist ihr alles andere aber prinzipiell egal.
Sonntag, 5. Februar 2017
Rinderroulade mit Mettfüllung
Mit Rinderrouladen kann ich besonders bei der Sous-Chefin immer punkten. Normalerweise fülle ich die ganz klassisch mit Gurke und Zwiebeln, diesmal habe ich eine probeweise mit Schweinemett gefüllt. Einfach so. Nicht, dass man dafür ein Rezept bräuchte, aber ich brauche ja was zum Schreiben. Nur übers Wetter reden ist ja auch doof und wird auf die Dauer langweilig. Ist es ja auch wieder wärmer geworden, aber die Kälte soll definitiv zurückkommen. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Ich sage nur Trump. Warum? Was weiß ich denn.
Sonntag, 30. August 2020
Hacke-PeTA
Hin und wieder mag ich ein gutes Mettbrötchen - Brötchen, wohlgemerkt, kein Schwarzbrot). Außerhalb Deutschlands jagt der bloße Gedanke, rohes Schweinefleisch essen zu müssen, den Menschen Schauer den Rücken hinunter. Besonders in den USA stößt man mit dieser Delikatesse auf Unverständnis. Aber scheinbar ist die Trichinenbeschau hierzulande sehr effektiv, denn ich persönlich habe noch nie von Problemen nach dem Verzehr von Thüringer Mett gehört, wenn es ordnungsgemäß gehandhabt wurde. Wer nun trotzdem kein Mett isst - aus welchen Gründen auch immer - steht zum Beispiel dieses Rezept zur Verfügung. Gepostet hat es just Freund Jörg Heilemann, auch bekannt als Glatzkoch. Auf seinem wunderbaren Blog behauptet er, sein veganes Substitut sei dem Original sowohl in Geschmack, Konsistenz und auch Aussehen dermaßen ähnlich, dass man Schwierigkeiten haben könnte, es von echtem Hackepeter zu unterscheiden. Das muss natürlich getestet werden, denn man kann an der Diskussion nicht teilnehmen, wenn man nicht weiß, wovon man spricht.
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