Mittwoch, 4. Dezember 2024

Steak!


Das Leben nimmt uns mal mal wieder so richtig Volley. Ich berichtete ja, dass im Frühjahr sowohl meine Mutter als auch meine Schwiegermutter verstorben sind und wir uns jetzt um zwei ältere Witwer und deren Malaisen kümmern müssen. Zum Glück sind die Gattin, die Sous-Chefin meine Schwester und ich ein gutes Team, aber trotzdem kann einen das schon, besonders parallel zu einem fordernden Beruf, ordentlich aufreiben. Da hilft dann manchmal nur eins: man muss sich hin und wieder mal selbst belohnen. Dies geschah heute mit fantastischen Steaks, so gut,wie ich es lange nicht mehr hatte.     
 

Steaks vom Grill sind toll, ich bevorzuge allerdings die Pfanne, weil ich da besser mit Aromen beim scharfen Anbraten spielen kann und die Temperatur konstanter ist. Normalerweise komme ich mit Pfanne und Ofen zu perfekten Ergebnissen, heute habe ich aber mal für das sous vide-Verfahren entschieden. Die Steaks - ich hatte Roastbeef von heimischen Tieren mit Freilauf bekommen - wogen die 330 Gramm und waren dreieinhalb Zentimeter dick. Sie wurden ordentlich gesalzen und gepfeffert, danach sofort in Beuteln (ja, Plastik, ich weiß) eingeschweißt und Baden geschickt. 


Dies geschah bei 53 °C für zwei Stunden.


Danach sieht das eher grau aus, da braucht es also ein wenig Feuer. Dazu lassen wir eine Pfanne (am besten aus Guss-.oder Schmiedeeisen) so heiß wie möglich werden und geben etwas Öl hinein. Nicht zu viel, ein dünner Film am Pfannenboden reicht. Die Steaks trockentupfen und einlegen. Ein Flocke Butter dazu geben und eine bis eineinhalb Minuten braten. 


Wenden und weitere sechzig bis neunzig Sekunden braten. Die Ränder kurz mitbraten und fertig. Vom Feuer nehmen und kurz ruhen lassen. Das auf das Innere keine Mördertemperaturen eingewirkt haben, ist das Fleisch jetzt schon völlig entspannt und wird beim Anschnitt so gut wie nicht saften. Ein, zwei Minuten Ruhezeit schadet hier aber auch nie.  


Nach Steakhausart mit Kräuterbutter, Knoblauchbutterbaguette und Fritten servieren.


Perfekt gegart und für Roastbeef, dass ja eigentlich etwas mehr Biss als Filet hat, erstaunlich butterzart. Das macht die Welt zwar auch nicht besser, aber spendet zumindest kurzfristig Glücksmomente. Und ganz ehrlich - davon können wir momentan einige gebrauchen.
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Flashback:



Heute vor drei Jahren: Tiroler Kaspressknödel

4 Kommentare:

  1. Hübsches Quantum Trost. Sowas muss halt einfach mal sein.
    Ist schon irgendwie irre, wie saulecker die Steaks am schluss aussehen, obwohl sie echt wie Graupappe
    aus dem Beutel kommen. seems like magic.

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    1. Die Magie heißt "Maillard-Reaktion" und ist pure Chemie.

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    2. Ganz schön profane Weltsicht so kurz vor Weihnachten.....
      Oder sehen wir das Brimborium ähnlich? Mich kann man jedenfalls damit jagen bis in den
      allerobersten Rentierstall und wieder zurück.

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    3. Das Brimborium wird immer unwichtiger, umso älter man wird.

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