Eigentlich wollte ich ja nicht mehr täglich posten, ohne wirklich etwas Erzählbares zu haben. Und tatsächlich gibt es auch nichts wirklich Spannendes zu berichten. Aber ich wollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, dieses coole Flambierbild mit der wartenden Weltbevölkerung zu teilen. Das ist der Moment, an dem ich froh bin, weder einen John Travolta-Gedächtnisanzug aus Polyester, noch synthetische Wimpern zu tragen. Der Fettfilter der Abzugshaube hat es auch überlebt, was will man mehr? Kochen ist eben nicht nur einfach brutzeln und abschmecken. Gut gemacht, ist es ein Fest aller Sinne. Zu hören, wie es zischt, wenn ein schönes Steak in die heiße Pfanne gelegt wird oder eben die Flammen emporschießen zu sehen, wenn man einen Schuss Cognac in die Pfanne gibt, diese leicht schräg hält, um den Alkohol profi-like am Feuer des Gasherds zu entzünden - das ist es, was einen Mehrwert an Freude bringt. Dazu die erschrockenen Schreie der Mitbewohner - einfach herrlich.
Donnerstag, 7. Februar 2019
Mittwoch, 6. Februar 2019
Caesar Salad 2.0
Die Gattin liebt ja bekannterweise diesen großartigen Salat, den der Italo-Amerikaner Cesare Cardini der Legende nach am 4. Juli 1924 aus der Not heraus in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana erfand. Dort betrieb er ein Restaurant namens Caesar's Place. Im Gegensatz zu den USA, wo zu dieser Zeit noch die Prohibition herrschte, war der Alkoholauschank in Mexiko legal. Zum Nationalfeiertag herrschte in Tijjuana ein dermaßen großen Andrang an "durstigen" und auch hungrigen Amerikanern, das Cardinis Vorräte bald erschöpft waren und er aus den Resten diesen Salat kreierte, der seitdem kaum noch von den Speisekarten diese Welt wegzudenken ist. Bei uns wird er besonders gern zu Steak gegessen und ich muss diesen Salatklassiker mindestens einmal die Woche zubereiten. Natürlich habe ich das Rezept schon mal hier im Blog vorgestellt, aber dies hier ist eine überarbeitete Version. Sie ist zwar nur geringfügig anders, aber mir war gerade etwas langweilig und ich habe Lust zu schreiben.
Dienstag, 5. Februar 2019
Pasta alla norcina
Umbrien (Umbria) ist die italienische Region östlich der Toskana und nördlich von Lazio. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht auch hier reichhaltig und lecker gekocht würde. Und das wird es. Die Gegend gilt als das grüne Herz Italiens und besonders die Stadt Norcia ist für zwei Dinge berühmt: schwarze Trüffel und Würste aus Schweinefleisch. In der Tat genießt das Fleisch von hier einen derart guten Ruf, dass norcino ein Name für "Schweineschlachter" geworden ist und die Läden, in der seine Spezialitäten und Würste verkauft wurden, norcineria genannt wird. Und die Schweine, die noch nicht in der Wurst gelandet sind, finden dann die begehrten Trüffel. Vielleicht nicht so hochpreisig, wie der weiße Alba-Trüffel aus dem nördlicheren Piemont, aber trotzdem ein Genuss. Wurst und Trüffel - nahe liegend also, dass das zusammen kombiniert wird und dann auch noch alla norciana heißt.
Sonntag, 3. Februar 2019
'O rraù - Ragù napoletana
Ich bin heute noch mal nach Neapel zurückgekehrt, zumindest in meiner Küche. Dort habe ich mich an einem weiteren Klassiker versucht, dem Ragù napoletana oder, wie es im dortigen Dialekt heißt: 'O rraù. Dieses deftige Schmorgericht ist den Bewohnern der Stadt am Vesuv mindestens genauso wichtig, wie das Ragù alla bolognese den Menschen aus Bologna. Es ist jedoch viel reichhaltiger, kräftiger und vor allem tomatiger, als sein norditalienischer Bruder. Beiden gemeinsam ist aber, dass es sich definitiv nicht um Fastfood handelt. Wer nur eine Stunde Zeit hat, bis die Gäste hungrig am Tisch sitzen, sollte lieber Plan B bereit haben. Drei Stunden Schmorzeit sind hier Minimum, mehr schadet auch nicht. Apropos "mehr": auch hier empfiehlt es sich, größere Mengen zu kochen und Reste einzufrieren (das wäre dann ein "Plan B" für die Zukunft). Nur eine Portion zu kochen lohnt sich eigentlich nicht, zumal ich mir einbilde, dass mehr Topfinhalt auch immer mehr Geschmack bedeutet.
Samstag, 2. Februar 2019
Skrei High - krass kross
Endlich wieder Skrei - wie habe ich mich darauf gefreut. Der auch als "Winterkabeljau" bekannte Fisch aus norwegischen Gewässern hat nämlich jetzt Hochsaison. Das sollte man ausnutzen und ihm die kulinarische Aufmerksamkeit zukommen lassen, die er verdient. Der Fisch bietet nämlich viele Vorteile. Sein Fleisch ist zart, aber trotzdem fest. Er schmeckt aromatischer, als normaler Kabeljau. Die Stücke sind auch meist dicker und was für mich das Wichtigste ist: er wird mit Haut verkauft. Die schützt den Fisch beim Braten vor dem Austrocknen und wird knusprig gebraten zur Delikatesse. Wie man das hinbekommt, sehen wir später.
Freitag, 1. Februar 2019
Ragù alla genovese
Es ist schon seltsam. Da kann man noch so viele Kochbücher wie "die echte italienische Küche" kaufen und was steht drin? Minestrone, das x-te Rezept für Carbonara, ein Bolognese-Rezept, das den Namen nicht verdient, irgendein Salat mit Rucola oder "Saltimbocca mal anders". Laaaaangweilig. So etwas, wie das Ragù alla genovese aus einer Menge an geschmorten Zwiebeln und Fleisch, findet man gewöhnlich nicht. Dabei ist dieser Klassiker unglaublich lecker und bringt obendrein auch noch etwas Erzählstoff mit sich - Stichwort: Gerichte mit Geschichte.
The Best of January 2019
Dann ist also der Januar 2019 auch schon wieder Geschichte. Verhungern musste bei mir wieder mal keiner und ich denke, es ist wieder sehens- und lesenswertes Material zusammengekommen. Da mein Lieblingsessen immer gerade dass ist, was ich gerade zubereite oder auf dem Teller vor mir habe, bin ich dankbar, dass ihr mir die Auswahl für diese Top Five durch Klicken und Lesen abnehmt. Ich könnte mich sonst nicht entscheiden. Sagte ich gerade Top Five? Da der fünfte Platzdoppelt belegt ist, haben wir heute sogar eine Top Six, wie immer in umgekehrter Reihenfolge.
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