Ich könnte jetzt die Gelegenheit nutzen, um einleitend über China, Wuhan, Pandemien und wasweißichnoch schwadronieren. Mache ich aber nicht. Nicht, weil es mich das nicht interessiert oder weil ich mich für immun halte, sondern einfach, weil ich finde, dass das nicht in einen Kochblog gehört. Hier reden wir über die schmackhaften Seiten ferner Länder und da hat das Reich der Mitte viel mehr zu bieten, als man in einem Menschenleben erfahren könnte. Heute begeben wir uns in die Provinz Hunan und bereiten ein einfaches Mahl zu, das sozusagen zur Alltagsküche der Region gehört. Dementsprechend ist das Rezept recht simpel und viele Zutaten brauchen wir auch nicht.
Freitag, 13. März 2020
Freitag, 6. März 2020
Kotópoulo lemónato kai vasilikó - Zitronen-Basilikum-Huhn
Ich bin ja bekennender Freund von Hähnchengerichten und immer auf der Suche nach für mich neuen Möglichkeiten, das Federvieh von roh nach lecker zu verwandeln. Heute hat es mich deshalb nach Griechenland verschlagen. Da kann man ja bekanntlich mehr, als nur Gyrosberge auf Tellern anzuhäufen. Zum Beispiel Hühner schmoren. In diesem Fall in einer zitronigen Sauce. Dass das eine gute Kombination ist, sollte ja kein Geheimnis sein, das nur den Griechen bekannt ist, aber im Land der Helenen ist diese Verbindung häufig anzutreffen. Man denke nur an Avgolémono, die berühmte Hühner-Zitronensuppe. Hier haben wir das Ganze nun als Schmorgericht. Das nennt sich dann Kotópoulo lemónato und jeder Haushalt hat da wohl ein eigenes Rezept. Oft werden Kartoffeln mitgeschmort, mir reicht aber ein wenig Brot zum Dippen der genialen Sauce. Da ich hier auch noch griechisches Basilikum verwendet habe, trägt meine Version hier noch den Zusatz kai vasilikó. Kleine persönliche Anmerkung: wir schreiben das Jahr 2020 und das ist der 2020te Eintrag auf diesem Blog.
Sonntag, 1. März 2020
The Best of February 2020
Der Februar ist vorüber und wir ziehen, wie immer, Bilanz. Der Monat stand einmal mehr im Zeichen der exotischen Küche, ja, es wurde diesmal sogar galaktisch und Star Trek-Freunde kamen mit der vulkanischen Kultsuppe "Plomeek" auf ihre Kosten. Das Jahr darf so weitergehen, aber jetzt erst einmal die Top 5 der meist angeklickten Rezepte des Februars, wie gewohnt in umgekehrter Reihenfolge.
Montag, 24. Februar 2020
Char Siu Baguette - Banh Mi Style
Ich kann mir keine Kultur vorstellen, in der Brot beliebt ist, dessen Befüllen mit anderen Lebensmitteln aber als "nicht empfehlenswert" eingestuft wird. Sei es chinesisches Rou Jia Mo, ein türkischer Döner, Schawarma aus dem Nahen Osten, ein englisches Gurkensandwich, ein Burger oder ein stinknormales Käsebrot - das Prinzip ähnelt sich. In einigen Ländern wurden belegte Sandwiches aber auch durch den Einfluss anderer Kulturen beliebt. Vietnam ist da so ein Beispiel. Hier sorgte die französische Kolonialmacht dafür, dass Baguettes extrem beliebt und üppig belegt als Bánh Mì allerorts angeboten werden.
Samstag, 22. Februar 2020
Gai Pad Med Mamuang - Cashew-Hühnchen
Neulich bin ich über ein nettes Rezept für ein thailändisches Cashew-Hühnchen gestolpert. Dabei waren mir zwei Dinge sofort klar. Zum einen, dass es weder im Himmel, noch auf Erden oder dazwischen einen Grund geben kann, dass mir das nicht schmeckt. Zum anderen, dass es sich vermutlich um eine thaliändische Adaption des berühmten Sichuan-Klassikers Gong Bao Ji Ding (Kung Pao) handelt. Recherchen gaben mir recht, Gai Pad Med Mamuang ist tatsächlich chinesischen Ursprungs und ein weiteres gutes Beispiel für funktionierende Fusionküche auch innerhalb Fernosts. Die Kompatibilität der Küchen ist in diesem Fall auch kein Zufall, denn genau wie in Thailand mag man in Sichuan eben auch eine Kombination von süß, sauer, salzig, pikant und vor allem scharf in einem Gericht.
Mittwoch, 19. Februar 2020
Plomeek
Was bleibt, wenn man sich in 30 Jahren als Hobbykoch und nun sechsjähriger Bloggerei einmal um die ganze Welt gekocht hat und die weißen Flecken auf der kulinarischen Landkarte immer kleiner werden? Eigentlich ja nur der Weltraum. Also schauen wir heute mal Bewohnern benachbarter Planeten in die Töpfe. Und es wird allerhöchste Eisenbahn, denn schon 2063, in 43 Jahren also, wird Zefram Cochrane den Warpantrieb erfinden und dadurch die Vulkanier dazu bringen, den Erstkontakt mit uns Menschen zu suchen. Vulkanier? Genau, da denkt man natürlich an das alte Spitzohr Mr. Spock, dessen Mutter allerdings ein Mensch ist. Nichtsdestotrotz ist er ein Paradebeispiel seiner Art: logisch bis in die getrimmten Haarspitzen und alle Emotionen fest im Griff. Was viele jedoch nicht wissen, Vulkanier ernähren sich vegetarisch. Ein sehr beliebtes Mahl aus ihrer Küche ist eine rote Suppe mit dem Namen Plomeek (sprich "PLOH-miek") und die gibt es heute. Herd auf Warp 9, Phaser auf Überbacken und volle Kraft auf die vorderen Deflektorschirme. Energie!
Montag, 17. Februar 2020
Egg & Cress Chicken Clubsandwich
John Montagu (1718 - 1792) war nicht nur der 4. Earl of Sandwich sondern auch maßgeblich an der Benennung des brotigen Mahls gleichen Namens beteiligt. Als passionierter Kartenspieler hasste er es nämlich, eine Partie verlassen zu müssen, weil das Essen auf dem Tisch stand. Er lies sich also kleine Happen anfertigen, die er während des Spielens verzehren konnte. Das Sandwich (mundartlich sarnie) war geboren und trat so von Britannien aus seinen Siegeszug durch die Küchen der westlichen Welt an. Selbst im fernen Osten, wo ähnliche Konzepte natürlich schon lange davor existierten, kam dieser europäische Snack gut an. In Vietnam gibt es zum Beispiel Báhn mì, ein deftig belegtes Baguette, dessen Brotwahl eindeutig dem französischen Einfluss geschuldet ist. Der Earl hat mit Sicherheit Toastbrot genommen. Wie sein Original-Sandwich belegt war, weiß ich nicht aber gegen ein gutes egg & cress sarnie hätte Hochwohlgeboren sicherlich nichts auszusetzen gehabt.
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