Wir hatten die chinesisch Kochtechnik des "Rot-Schmorens" ja schon neulich thematisiert. Heute kommt noch mal ein anderes, sehr populäres Gericht aus dieser Richtung: Máo shì hóng shāo ròu (毛氏红烧肉 ) oder rot geschmorter Schweinebauch, so wie ihn der "große Steuermann" Máo Zédōng (毛泽东) liebend gerne gegessen hat. Aus westlicher Perspektive kritisch betrachtet war Mao kein guter Mensch, aber Geschmack was Essen anging, hatte er wohl. Das Gericht stammt aus seiner Heimatprovinz Hunan, deshalb sind auch Chili mit im Spiel. Interessanterweise kombiniert diese Gericht Schärfe mit Süße, was man in Hunan eigentlich gar nicht mag, aber jede Regel hat ihre Ausnahmen. Ich habe das Gericht ganz zu Anfang dieses Blogs im Februar 2014, also fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren, schon mal veröffentlicht, da aber noch ohne Schritt-für-Schritt-Bilder und in der Ausführung auch nicht so gut wie heute. Man lernt halt über die Jahre dazu und ich hätte mir damals nicht erträumt, dass ich heute immer noch hier sitze und schreibe.
Sonntag, 15. Februar 2026
Samstag, 14. Februar 2026
Kartoffel-Lachs-Spinatauflauf
Hier habe ich mal etwas Alltagstaugliches für einen faulen Samstag. Die Familie wünschte sich einen Auflauf mit Lachs, Spinat und Kartoffeln und obwohl ich der Kombination von Fisch und Käse eher ablehnend gegenüber stehe, bin ich dem Wunsch natürlich nachgekommen und mich ans Werk gemacht. Allerdings fehlen hier ein paar Bilder, von denen ich der festen Überzeugung war, sie geschossen zu haben. Was da jetzt nun wieder los war, weiß ich auch nicht.
Donnerstag, 12. Februar 2026
Draculas Blutsauce - Sos de Visine
Nachdem ich Ende letzten Jahres eine Weltkarte meiner bisherigen internationalen Kochversuche gepostet hab, wies mich einer meiner eifrigsten Leser und Kommentierer darauf hin, dass ich noch nichts aus seinem Geburtsland Rumänien aufzuweisen hätte. Das wird jetzt nachgeholt. Aber da ich hier kein 0815-Programm bieten will und auch immer für gute Geschichten mit einem Twist zu haben bin, wird das hier jetzt vermutlich etwas anders, als es sich der gute Peter vielleicht gedacht hat. Es wird heute schaurig blutig.
Mittwoch, 11. Februar 2026
Chengdu Chao Fan - Bratreis aus Chengdu
Es ist kein Geheimnis, was das Essen angeht, ist Sìchūan (四川) meine große Leidenschaft. Kulinarisch zieht es mich immer wieder dorthin und wenn ich mal ein paar Tage nichts aus dieser Ecke gegessen habe, zeigen sich tatsächlich Anflüge von Entzugserscheinungen. Damit diese gelindert werden, begebe ich mich heute nach Chéngdū (成都), der Hauptstadt der Provinz und koche einen klassischen Bratreis, so wie man ihn dort finden würde. Das Gericht heißt Chéngdū jiàng yóu chǎo fàn (成都炒饭), was ganz einfach mit "Chengdu Bratreis: übersetzt werden kann. Manchmal wird es aber auch als Lǎo chéngdū jiàng yóu chǎo fàn (老成都酱油炒饭), also "gebratener Sojasaucen-Reis nach alter Chengdu-Art" bezeichnet. Es mag überraschend sein, aber trotz seiner Herkunft kommt das Rezept komplett ohne Schärfe aus. Sehen wir es uns also einmal an.
Dienstag, 10. Februar 2026
Hong Shao Ji Chi - rotgeschmorte Hähnchenflügel
Hóng shāo (红烧) oder "Rot-Schmoren" gehört zu den fundamentalen Kochtechniken der chinesischen Küche(n). Dabei wird zumeist Fleisch in einer Sauce aus dunkler Sojasauce und/oder Zuckerkaramell mit allerlei Aromaten gegart, bis es zart ist und eine appetitliche tief rot-braune Farbe hat. Oft nimmt man Schweinebauch, in größere Würfel geschnitten oder Rippchen in mundgroße Stücke gehackt. Hähnchenteile, wie zum Beispiel unsere Flügel hier sind aber auch gängig. Das Gericht heißt dann Hóng shāo jī chì (红烧鸡翅) oder eben "rot-geschmorte Hähnchenflügel und stammt von irgendwo von der Ostküste Chinas, grob gesagt aus derGegend um Shànghǎi (上海), Jiāngsū (江苏) und Zhèjiāng (浙江). Wie das Gericht zubereitet wird, zeige ich euch jetzt.
Montag, 9. Februar 2026
Brochettes - Fleischspieße aus Burundi
Zu meiner Schulzeit war es noch verpönt, die Abkürzung "BRD" zu verwenden. Es hieß, dieses Kürzel wäre von der DDR erdacht worden, um den Namen "Deutschland" aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu verbannen. Einer meiner Oberstufenlehrer - ein sehr belesener Mensch mit einem unglaublichen Allgemeinwissen - behauptete einmal, BRD wäre auch deshalb zu vermeiden, weil es da international zu Verwechslungen mit dem ostafrikanischen Kleinstaat Burundi kommen könne. Irgendwie musste ich jedenfalls neulich an diese Geschichte denken u d wie das so bei mir ist, stellte ich mir sofort die Frage: "Was isst man eigentlich in Burundi?" Eins ist klar, das Land gilt als eins der ärmsten der Welt und leidet unter enormer Umwelt- und Luftverschmutzung. Gegessen wird natürlich trotzdem. Sehr beliebt, besonders als Streetfood, sind Brochettes. Das ist das französische Wort für "Spieße" und das beschreibt die Sache eigentlich schon umfänglich.
Sonntag, 8. Februar 2026
Qurutob - Brotsalat aus Tadschikistan
In meinem Bestreben, mich einmal um die ganze Welt zu kochen, bin ich diesmal im zentralasiatischen Tadschikistan gelandet und habe Qurutob (Қурутоб), eine Art Brotsalat, der dort als Nationalgericht gilt, ausprobiert. Wie der Name schon andeutet, brauche ich dafür die Qurut ((Қурут), die ich gestern angefertigt habe. Sie sind die Grundlage des Dressings. Qurutob ist ein schönes Gemeinschaftsessen, das besonders gerne an warmen Sommertagen mit der Hand genossen wird.
Freitag, 6. Februar 2026
Qurut - gepresster Joghurt
Wenn ich sage, heute essen wir asiatisch, denken viel bestimmt: "Ach nö, nicht schon wieder was Chinesisches!" Keine Angst, wir begeben uns heute nach Zentralasien, genauer gesagt nach Tadschikstan und machen Qurut. Das sind kleine Bällchen aus gepresstem Joghurt und die sind in der ganzen Region sehr beliebt. Ich habe das heute im Turboverfahren gemacht, deshalb sind sie jetzt natürlich noch nicht ganz trocken, aber wenn man weiß wie es geht und Zeit hat, sollte das kein Problem sein.
Mittwoch, 4. Februar 2026
Pastinaken-Cremesuppe
"Ich hätte gerne mal wieder eine schöne Suppe", so die Holde gestern Abend mit honigsüßer Stimme zu mir, als wir am Esstisch das Mahl von heute besprachen. "Dein Wunsch sei mir ein Befehl, oh du Königin meines Herzens", erwiderte ich flugs und fügte fragend hinzu: "Dürfte ich gnädigst erfahren, an was für ein Süppchen du gedacht hast, mein Augenstern?" "Pastinakensuppe", kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. "Ich hätte gern eine cremige Pastinakensuppe, die hatten wir nämlich noch nicht." "Mach besser erst mal nur ein bisschen und vielleicht ein zweites Gericht, damit wir etwas zu essen haben, falls die Suppe uns nicht schmecken sollte", fügte die Sous-Chefin weise hinzu. "Naturellement! Ich werde morgen auf dem Nachhauseweg von der Zuchtanstalt den Kutscher anweisen, bei einem Spezereiwarenhändler anzuhalten, damit das Nötigste für die Suppe besorgt werden kann. Johann, Sie dürfen jetzt abräumen und dann die Kandelaber im Kaminzimmer im Westflügel entzünden."
Dienstag, 3. Februar 2026
Patates Lemonates - griechische Zitronenkartoffeln
Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber bei uns stellt sich, wenn ein Essenswunsch geäußert wird oder irgendein Lebensmittel verbraucht werden will, die Frage "Was essen wir dazu?" Ich hatte noch etwas Rinderhack und Feta im Kühlschrank und da war zumindest eins Fall klar: das läuft auf Bifteki hinaus. Dazu passen natürlich Pommes und die essen wir alle gerne (wer nicht?), aber ich wollte diesmal etwas Abwechselung. Also entschied ich mich für griechische Patátes lemonátes (Πατάτες λεμονάτες). Die haben manchmal noch ellinikósi (eελληνικός) für "griechisch" vorne weg und weil sie im Backofen zubereitet werden, noch den sto foúrno (στο φούρνο) , also "im Ofen", hintendran. Aber genug Sprachen für heute, legen wir los.
Montag, 2. Februar 2026
Mini-Quiches mit Spinat und Feta
Wenn ich küchentechnisch mal wieder mal eine längere fernöstliche Phase habe, meutert die Gattin irgendwann und verlangt nach etwas mehr Bodenständigem. Dann gibt es entweder ein "normales" Abendbrot mit Käse, Aufschnitt, eingelegtem Fisch, hartgekochten Eiern, Krabbensalat und so weiter oder auch mal einen Tapas-Abend. Auch italienische Pasta oder Risotto stehen bei ihr hoch im Kurs. Besonders mag sie auch Quiche, die ich dann entweder in einer größeren Springform oder, wie hier als kleine Miniküchlein im Muffin-Tray backe. Das finde ich besonders praktisch, weil man da auch mal verschiedene Füllungen einsetzen kann. Mal ist es Rosenkohl, dann Kürbis, heute dann eben mit Spinat und Feta.
Sonntag, 1. Februar 2026
Mei Cai Kou Rou -Geschmorter Schweinebauch mit fermentiertem Senfgrün
Sonntag ist Zeit, mal wieder größere Projekte anzugehen. Ich habe mich heute an einem Rezept für Schweinebauch entschieden, das über eine Reihe verschiedener Schritte verfügt und bei dem auch diverse Kochtechniken zum Einsatz kommen. Wer mir hier folgen möchte, sollte also früh genug beginnen, damit einem abends die Leute am Tisch nicht verhungern oder aber am Tag zuvor schon Vorarbeit leisten. Das Gericht heißt Méi cài kòu ròu (梅菜扣肉) und stammt von den Hakka, einer Volksgruppe die zu den in China vorherrschenden Han-Chinesen gehört und hauptsächlich in der Provinz Guangdong (Kanton) beheimatet sind. Das Gericht war ursprünglich Hausmannskost, wurde aber im Laufe der Zeit zu einem echten Bankettessen. Es ist mittlerweile in ganz China beliebt. Die auch in Sichuan lebenden Hakka haben es dort besonders populär gemacht, aber mit deren Version beschäftige ich mich ein anderes Mal.
Douban Jiang (Toban Djan) - Chili-Bohnenpaste aus Sichuan: ein Produktvergleich
Wer sich mit der Küche Sichuans beschäftigt, wird eher früher als später über Dòubàn jiàng - manchmal auch Toban Djan geschrieben - (豆瓣酱) stolpern. Man nennt diese Chili-Bohnenpaste auch gerne "die Seele der Küche Sichuans". Sie verleiht Gerichten eine dezente Schärfe und liefert, wie fast alle fermentierten Lebensmittel, viel Umami. Traditionell besteht die Sauce nur aus Chilischoten (Èr jīng tiáo) und Favabohnen (Acker- oder Saubohnen), die zerstampft, gesalzen und mit etwas Mehl (Weizen oder Reis) in Tonkrügen an der frischen Luft von drei Monaten bis zu fünf Jahren fermentieren. Die beste Chili-Bohnenpaste kommt aus der Chengdu, genauer gesagt dem Bezirk Pidu (Pixian). Aber es gibt auch in anderen Teilen Chinas Produzenten, die ihre Version auf den Markt bringen. Heute will ich mich mal mit zwei Produkten beschäftigen.
The Best of January 2026
Weder Schneechaos noch Eis und Kälte konnten es verhindern: wir haben den Januar 2026 hinter uns gebracht und das sogar recht produktiv. Das diesmalige Gewinnerrezept hat einen italienischen Einschlag, der Fokus des Blogs liegt aber weiterhin auf fernöstlicher Küche und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Grund genug also auf den Monat zurückblicken und, wie gewohnt, die Top 5 der meist angeklickten neuen Rezepte dieses Zeitraums in Form eines Countdowns zu präsentieren.Platz 4 wird übrigens diesmal wegen Punktgleichheit doppelt vergeben, eine fünften Rang gibt es deshalb nicht.
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