Mittwoch, 29. April 2026

Rigatoni con Asparagi bianchi arrostiti, Pomodorini e Aglio selvatico - Rigatoni mit gebratenem weißen Spargel, Kirschtomaten und Bärlauch


Wie oft habe das jetzt schon hier erwähnt? Ich würde im Leben nicht der Hybris verfallen und ein Restaurant aufmachen, es sei denn ich wäre Multi-Milliardär und es käme mir auf den Euro nicht an. Oft sitze ich aber da, besonders wenn ich irgendwo durch schlechtes Essen in einem Lokal enttäuscht wurde, und überlege, was ich anböte, wenn ich zum Beispiel jetzt zufällig eine italienische Trattoria erben würde und, um Kündigungen zu vermeiden, den Laden kurzzeitig weiterführen müsste, bis eine bessere Lösung gefunden wäre (Ende des Schachtelsatzes). Da stünde bei mir vermutlich so was wie dies hier, ganz oben auf der Liste: eine leckere Pasta mit lokalen und saisonalen Zutaten nämlich. Weißer Spargel hat ja gerade Saison und der bei uns "um die Ecke" (Nienburg) ist hervorragend. Bärlauch wächst bei uns zuhauf im Garten. Das mit ein paar "italienischen" Verdächtigen kombiniert, gibt ein wunderbares Terrassen-Essen, das wieder einmal unterstreicht: weniger ist oftmals mehr.

Montag, 27. April 2026

Besser als Bratkartoffeln oder Pommes Frites


Ich habe gerade "Rücken" und muss längeres Stehen vermeiden. Also müssen, schneller, alltagstaugliche Gerichte her.,Wenn man damit auch noch die Haushaltskasse entlasten kann, um so besser. Heute habe ich mal ganz einfache Ofenkartoffeln am Start. die mir persönlich besser als Pommes Frites oder Bratkartoffeln schmecken. Man muss auch nicht daneben stehen und Wenden, das gart von selbst und das Ergebnis ist immer perfekt. Meine Familie und mein Rücken danken es mir.

Dienstag, 21. April 2026

Devilled Bones - scharfe Hähnchenflügel von 1854

Nach ein paar aufwendigeren Kochprojekten in letzter Zeit, versuche ich momentan schnelle und kostengünstige auf den Tisch zu bekommen. Wenn ich damit auch den Bestand meiner Kühlkammern mindern kann, ist das ein positiver Nebeneffekt. So fand ich jüngst ein paar Hähnchenflügel, die ich ohne Plan einfach schon mal profilaktisch auftaute. Wie es der Zufall so will sehe ich dann ein Video des brillanten YT-Kanals Tasting History, in dem Max Miller ein Rezept für devilled (in den USA meist deviled) bones. Normalerweise denkt man "Foodie" bei scharfen Hähnchenflügeln zuerst an die beühmten Buffalo Wings aus der Anchor Bar in der Stadt Buffalo im Bundestaat New York, von aus sie ab 1964 bekannt wurden. Die haben, so könnten man meinen ihren Ursprung irgendwo in den Südstaaten. Unsere heutigen teufelischen Knochen stammen jedoch aus dem 1854 erschienenen Kochbuch A Shilling Cookery for The People des Briten Alexis Soyer. Zu seiner Zeit waren sogenannte devilled Gerichte (also teuflische) gerade groß in Mode. Damit bezeichnet man stark gewürzte - oft mit Cayennepfefffer - Dinge, wie zum Beispiel die auch bei uns bekannten devilled eggs. Das sind hartgekochte, halbierte Eier, bei denen das Eigelb zu einer scharfen Paste verarbeitet und wieder in die wieder in die Mulde im Eiweiß gegeben wird. Ebenso beliebt war es, Reste vom Sonntagshuhn oder andere Fleischstücke auf dies Weise zu verwerten. Das Rezept weist uns auch einfach nur ganz allgemein an, Braten- oder Geflügelreste zu nehmen, bei denen noch Fleisch am Knochen ist. Die Versionn mit Hähnchenflügeln scheint zu der beliebtesten geworden zu sein.

Montag, 20. April 2026

Gambas con Mojo Verde - Riesengarnelen in grüner kanarischer Sauce


Ich habe mich bereits das ganze Wochenende über nicht ganz auf dem Damm befunden  und hatte  dementsprechend heute auch keine Lust auf große Kochaktionen. Da außerdem Platz in den Gefrierschränken gemacht werden musste, habe ich einfach ein paar Riesengarnelen aufgetaut und sie ganz fix auf kanarische Art zubereitet.Ich will heute auch gar nicht lange schwadronieren, also ran ans minimalistische Rezept. 

Donnerstag, 16. April 2026

Di Ji Jing - "getropfte Hühneressenz" oder "wasserlose Hühnersuppe"

Das wäre doch mal eine Frage für Günther Jauch: Ist diese Hühnersuppe...

a) ... super lecker
b) ... einfach gemacht
c) ... auf ein Jahrhunderte altes Verfahren zurückzuführen
d) ... ganz ohne Wasser gekocht

Das Gute daran, egal was geantwortet wird, es stimmt alles. Aber schauen wir uns mal Antwort d) an. Klingt erst einmal nach einem verspäteten Aprilscherz, aber Rezepte für ohne (zusätzliches) Wasser gekochte Hühnerbrühen gingen vor einiger Zeit viral. Normalerweise interessiert mich so etwas nicht, aber ich hegte sofort den Verdacht, dass dieses Rezept seine Ursprung in China hat. Und tatsächlich scheint es in den 1990er in Taiwan aus einer Nische herausgetreten zu sein und zur beliebten Suppe für jedermann zu jeder Zeit zu werden. Die Rede ist von 滴雞精 (dī jīj īng), was so viel wie "getropfte Hühneressenz" bedeutet. Früher - und wir reden hier wie gesagt von einer Jahrhunderte alten Tradition -  diente sie hauptsächlich dazu, Kranke und besonders Frauen im Wochenbett zu stärken., sie hatte also vornehmlich medizinische Zwecke. Der Gedanke hierbei ist, dass hier beim Kochprozess nichts durch Wasser verdünnt wird, sondern im eigenen Saft gegart wird und glaubt mir, da entsteht so einiges an Flüssigkeit. Und die ist schön konzentriert, deshalb auch "Essenz". Fangen wir also an.

Mittwoch, 15. April 2026

Murgh Malai Tikka - mildes Hähnchencurry aus Indien


Bei indischen Curry denkt man ja zunächst an kräftig gelbe oder tiefrote feurige Currys. Und meist ist das ja auch so. Unser heutiges aus Nordindien stammendes Malai Tikka  (auch Mali Murgh Kabab oder Muirgh Malai Boti genannt) ist da aber anders. Mild, aber dennoch aromatisch, wunderbar cremig und und von heller Farbe.  Daher auch der Name,  den in den Spürachwen Hindi, Urdu und Punjab ist malai ein Wort für Sahne. Es ist ideal für alle mit wenig Schärfetoleranz oder Menschen, die sich erst vorsichtig an die indische Küche herantasten wollen, sowohl was das Essen, als auch das Kochen angeht. Man braucht hierfür nämlich keine tausend exotischen Gewürze die man vielleicht nie wieder im Leben verwendet. Noch ein Vorteil: das Rezept ist gelingsicher ... fast, aber dazu später mehr. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist dass das Huhn durch das Marinieren extrem zart wird nd quasi im Mund zerschmilzt. Also legen wir los.

Montag, 13. April 2026

Yu Xiang Dou Fu - Fischduft-Tofu


鱼像 (yú xiàng) bedeutet "Fischduft" und ist eine der um die 24 Geschmacksprofile der Küche Sichuans. Ich habe da schon mal erzählt (vermutlich mehrfach), aber die chinesische Küche kennt streckenweise sehr poetische, metaphorische oder von Assoziationen geprägte Begriffe. In diesem Fall riecht hier nichts nach Fisch und es auch nichts dergleichen im Essen, dafür aber eine Kombination aus Ingwer, Knoblauch, Essig, Zucker und Chilibohnenpaste und das ist ein typisches Saucenmerkmal für manche Gerichte mit Fisch, daher kommt der Name. Die bekanntesten Gerichte dieser Kategorie sind 鱼香肉丝 (yú xiāng ròu sī) - "geschnetzeltes (Schweine-)Fleisch mit Fischduft  - und 鱼香茄子 (yú xiāng qié zǐ) Auberginen mit Fischduft. Ich habe das auch schon mal mit Huhn gemacht: 鱼香鸡丝 (yú xiāng jī sī), was auch gängig ist. Heute mach ich mal eine Version mit Tofu, die dann folgerichtig 鱼像豆腐 (yú xiàng dòu fu) heißt. Das ist dann auch komplett vegan, man wird aber trotzdem kein Fleisch vermissen. Ich würde mal sagen, dass man mit Gerichten wie die jeden Tofu-Skeptiker eines besseren belehren kann.

Sonntag, 12. April 2026

Shudu - originale Sichuan Küche in Hamburg


Es gibt im Universum physikalische Gesetze, die immer und überall gleich wirken. Da hätten wir die Gravitiationskonstante, die Lichtgeschwindigkeit, das Plancksche Wirkungsquantum, die Boltzmann-Konstante und manches mehr, aber auch die Tatsache, dass, wenn ich Hamburg bin, ein Besuch im Shudu Pflicht ist. Hier bekommt man authentische Sichuanküche, ich würde mal sagen die beste in ganz Norddeutschland (außer bei mir zu Hause, natürlich). Wir hatten gestern eine Familienzusammenkunft in der Hansestadt an Elbe und Alster, dabei eine Tante in Glinde (Schleswig Holstein) abgeholt,  dann die andere Tante mit Onkel in Rahlstedt besucht, die Glinder Tante später zurück gebracht und die Sous-Chefin bei einer Freundin verabschiedet, die in einem Studentenwohnheim wohnt. Danach sind wir wieder Richtung Hauptbahnhof gefahren, um im Shudu zu essen, bevor es wieder nach Hause ging. Warum erzähle ich das so langatmig? Nun, die Regeln für zwei Michelin-Sterne sagen, dass das Restaurant einen Umweg wert sein muss. Ich bin kein Michelin-Gutachter, aber hier ist mir kein Weg zu weit. Ich liebe dieses Restaurant. Das Essen und die Leute sind dort großartig. 谢谢你们太棒了!

Freitag, 10. April 2026

Yan Xun Ban Ya - Geräucherte Ente


Ich habe ja mehrere Kochkanäle auf YT, die ich immer wieder gerne sehe. Ich habe ja schon öfter Chinese Cooking Demystified (Steph und Chris) und Wang Gang als unverzichtbare Inspirationsquellen angegeben.. Ich mag auch Best Ever Food Review Show (Sonny ist der obercoolste Oberhammer), aber eben auch den Food Ranger (Trevor James). Letzterer ist auch oft in Sichuan unterwegs (er spricht auch gutes Mandarin) und hat natürlich viele Restaurants in der Region besucht und auch bewertet. Ein Gericht aus der Hauptstadt der Provinz, Chengdu, fiel mir besonders auf und das hat er vor rund zehn Jahren in zwei verschiedenen Lokalen gegessen. Seitdem schleiche ich darum herum, schaue mir die Videos immer wieder an, um Details zu entdecken, bin aber nie dazu gekommen, es zu selber nachzukochen. Bis heute. In dem einen der Berichte ist zumindest der Name des Restaurants erkennbar: 雷氏板鴨 (Léi shì bǎn yā) - "Leis flache Ente" (dazu später mehr) - und das ließ sich auf einer einschlägigen Reiseplattform mit Rating System leicht finden, zumindest, wenn man etwas Chinesisch versteht. Der Food Ranger nannte das Gericht salted duck, also "gesalzene Ente", aber das ist ein anderes Gericht, nämlich 盐水鸭 (Yán shuǐ yā) aus Nánjīng, Hauptstadt der Provinz Jiāngsū. Eine weitere Recherche ergab, das besagter Lei das Gericht eben, wie der Name seines Restaurants suggeriert, "Flache Ente" nennt. Da sie auch geräuchert wird, ist die Sache eindach. Es handelt sich hier um eine Variante von 煙燻板鴨(Yān xūn bǎn yā), der geräucherten flachen Ente. Case closed.

Lu Shui - chinesische "Meistersauce"


Im Westen eher vornehm "Meistersauce" oder master stock genannt, bedeutet 鹵水 (lǔ shuǐ) übersetzt eigentlich nur ganz profan "Salzwasser". Mit leichten lokalen Abweichungen wird diese Flüssigkeit fast in ganz China gerne genommen, wenn Lebensmittel, insbesondere Fleisch geschmort werden sollen. Wenn man die Sauce richtig behandelt, dass heißt nach Gebrauch filtert, sie im Kühlschrank lagert und einmal pro Woche aufkocht, kann man sie sogar seinen Enkeln vererben. Der Geschmack wird nach jeder Anwendung intensiver und wenn man irgendwann Wasser auffüllen muss, kan  man dann gleich wieder noch ein paar Gewürze mitkochen. Es gibt Restaurants in China, die den Originalansatz seit Jahrzehenten immer wieder verwenden  und so nach einiger Zeit eine Umami-Bombe haben, für die man eigentlich eine Waffenschein braucht. Ich weiß zwar nicht, wie mein lǔ shuǐ 2036 schmecken wird ("Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?"), aber alles hat irgendwann einen Anfang und das ist in diesem Fall jetzt (beziehungsweise gestern).

Dienstag, 7. April 2026

Surströmming - von einem, der auszog, olfaktorisch Harakiri zu begehen


Ich mag meine Schwester, wirklich, aber sie hat das große Talent, mich immer wieder ungefragt in irgendwelche Aktionen hineinzuziehen. Das beginnt dann meist mit den Worten: "Es könnte sein, dass...". Wir sind ja alle große Schwedenfans und haben da die letzten Urlaube auch gemeinsam verbracht. 2024 hat sie  dort - meine Schwester spricht Schwedisch - ein nettes Ehepaar kennengelernt, die mittlerweile gute Freunde sind. Es begann aber damit, dass sie zu mir sagte: "Es könnte sein, dass ich den Schweden aus einem Affekt heraus versprochen habe, dass du ihnen in unserem Ferienhaus Schnitzel zubereitest. Die kommen dann heute Abend um 18:00 Uhr. Das kriegst du hin, oder?" Oder Weihnachten 2025, als wir ein Haus auf einem großen Hof gemietet hatten und sie mit den Besitzern, die im Haupthaus gegenüber wohnten, redete, zurückkam und zu mir sprach: "Es könnte sein, dass ich versprochen habe, dass du heute Abend bei denen den Weihnachtsmann (Jultomte) spielst". Ebenso kam es ihr April letzten Jahres in den Sinn, dass es auch zur wahren Schwedenerfahrung gehört, Surströmming zu essen. Der Haken an der Sache: sie ist Vegetarierin, also war das wieder einer dieser "Es könnte sein...."-Momente.

Montag, 6. April 2026

Laphet Thoke - burmesischer Teeblattsalat aus Myanmar


Myanmar, ehemals Burma (oder Birma) ist eins dieser asiatischen Länder, die deutlich im der öffentlichen Wahrnehmung deutlich von seine Nachbarn - in diesem Fall China, Indien und Thailand - überschattet werden. Lange Zeit abgeschottet, gab es vor einiger Zeit eine Phase, in der Hoffnung auf Demokratie aufkam, bis dann im Jahre 2021 das Militär putschte und das Land in seinen erzwungenen Dornröschenschlaf zurückfiel. Angeblich findet man in Bangkok abseits der üblichen Touristenpfade Gassen, in denen Burmesische Exilanten in kleinen Straßenlokalen Essen für die eigenen Leute anbieten, sonst ist man größtenteils auf Hörensagen oder  Internetquellen angewiesen, wenn man sich mit der Küche dess Landes beschäftigen will. Auf Kochbücher würde ich mich da nicht verlassen. Hand aufs Herz, wer von euch hat schon mal was von Laphet Thoke (လက်ဖက်သုပ်), also "Teeblattsalat" gehört, geschweige denn, so etwas schon mal gegessen? Vermutlich nicht viele und ich musste auch erst 55 Jahre alt werden, bevor Mynanmar in meiner Küche stattfand. Vorweg möchte ich schon mal sagen, das hier gehört zu den obskursten Dingen, die ich im Leben probiert habe. Ob das gut oder schlecht ist, werden wir im Laufe des Artikels erfahren. 

Laphet - burmesisches Teepesto aus Myanmar


Es klingt, wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber keiner. Heute essen wir Tee, ja richtig gelesen. Warum? Auf meiner Mission die weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte verschwinden zu lassen und dabei zunächst Asien komplett abzudecken, habe ich mich mit der Küche Myanmars, ehemals Burma, beschäftigt. Das Nationalgericht dort ist Laphet Thoke, ein Salat mit knusprig frittierten Hülsenfrüchten und ein Teepesto, genannt Laphet (လက်ဖက်) . Um das herzustellen braucht man idealerweise frische Teeblätter. Die sind hier aber nicht so ohne weiteres zu bekommen. Nun gibt es einen Anbieter in Deutschland - der auch schon mal bei dieser Fernsehsendung war, in der Startup-Unternehmer mit ihren Ideen Investoren überzeugen müssen - bei dem man Laphet bestellen kann. Theoretisch zumindest, denn auf Grund der politischen Lage im Land, dass sich ja bekannterweise ziemlich abgeschottet hat, gibt es da Lieferengpässe. Eine Internetrecherche ergab, dass getrocknete Teeblätter nicht geeignet seien, das sie nicht mehr richtig fermentieren.  Aber wie heißt es doch so schön? "Alle haben immer gesagt, das geht nicht. Dann kam einer, der hat das nicht gewusst und hat es einfach gemacht." Auf dem YT-Kanal Burmawala Kitchen (klingt in diesem Kontext ja schon mal nach kompetent) wird das Pesto tatsächlich mit stinknormalem Tee aus der Packung gemacht. Auf meine Nachfrage wurde mir versichert, das ginge wunderbar. Also habe ich mir gedacht, dann probiere ich es halt auch mal.

Mittwoch, 1. April 2026

The Best of March 2026


Momentan habe ich einen recht guten Lauf, quantitativ zumindest, denn über Qualität müssen andere urteilen. Aber ich scheine immerhin Interesse zu wecken, denn wenn der Februar von den Besucherzahlen her bereits alles andere zuvor deutlich übertroffen hat, haben wir im März noch einmal massiv zugelegt. Nicht, dass mir das irgendeinen Vorteil bringt, aber es streichelt mein Ego. Blicken wir also zurück und lassen die, gemessen an Klickzahlen, erfolgreichsten neuen Rezepte des vergangenen Monats noch einmal Revue passieren. Hier, wie gewohnt, also die März-Top 5 als Countdown. 

Dienstag, 31. März 2026

Ein kleiner Tipp für Aglio e Olio & Co


Spaghetti aglio e olio ist bestimmt eins der simpelsten, aber auch leckersten Pastagerichte, die ich kenne. Dafür braucht man eigentlich kein Rezept. Ordentlich Knoblauch mit etwas frischem Peperoncini in viel Olivenöl anbraten, Petersilie dazu, al dente gegarte Nudeln mit etwas Kochwasser unterrühren, salzen und fertig. Da gibt es kaum Spielraum weder für grobe Fehler, noch für großartige Verbesserungen. Natürlich muss die Qualität des Öls stimmen. Auch die Wahl der Nudeln ist ausschlaggebend. Ich nehme zum Beispiel nie gelb glänzende Pasta, sondern immer die mehlig-rauen, die mit Bronzeformen hergestellt wurden. Was man auch beachten muss, ist, dass der Knoblauch das Öl kräftig aromatisiert, ohne zu verbrennen und bitter zu werden. An diesem Punkt möchte ich heute ansetzen.

Montag, 30. März 2026

Babi Kecap - Schweinebauch in süßer Sojasauce aus Java


Gestern habe ich ein schön scharfes Curry aus Sulawesi namens Babi Rica Rica Kemangi vorgestellt. Da war noch ein wenig Schweinebauch über und da dachte ich mir, belib doch einfach in Indonesien und wechsle bloß die Insel. Also habe ich mein fliegendes Küchenzimmer nach Java umgeparkt. Dort leben einige chinesische Immigranten und die haben, wie überall in der Welt, ihre Rezepte mitgenommen, dann aber den örtlichen Begebenheiten angepasst. Babi Kecap ist zum Beispiel eine Abwandlung der Familie chinesischer "Rotschmorgerichte", hóng shāo (红烧) von denen wir hier auch schon so einige hatten. Hier hat man eben auf Reiswein verzichtet und indonesische, statt chinesischer Sojasauce verwendet. Die ist generell oft süßer und man konnte deshalb auch auf Karamell verwendet. Alles in allem sind die Rezepte "verschlankt" worden, aber dennoch nicht weniger lecker. Babi Kecap ist in Indonesien überall dort, wo Schweinefleisch (babi) gegessen wird sehr beliebt, besonders auf Bali. Kecap ist übrigens der Name für Sojasauce, darüber aber später mehr. Wir hatten das Gericht übringens auch schon mit Huhn. Dan heißtbdas Ayam Kecap. Fangen wir nun aber an zu kochen.

Sonntag, 29. März 2026

Babi Rica Rica Kemangi - indonesisches Curry mit Schweinebauch mit Basilikum aus Sulawesi


Ich hatte die Tage mal wieder Lust auf etwas schön Scharfes aus Fernost. Da es diesmal aber nicht schon wieder China oder Thailand sein sollten, habe ich mich in Richtung Indonesien gewandt, genauer gesagt zur Insel Sulawesi (ehemals Celebes). Die gehört neben Bali und Teilen Sumatras zu den wenigen Gegenden des vornehmlich muslimischen Inselstaats, in denen Schweinefleisch gegessen wird. Eine beliebte Zutat dort ist eine scharfe Würzpaste (bumbu) , mit dem Namen rica rica. Das bedeutet übersetzt so viel wie "Chili" oder "scharf"  und stammt aus dem sogenannten Manado Malay, einer Sprache die von den Minahasa gesprochen wird, die auch für dieses Gericht verantwortlich sind. Und bevor jetzt schnulzige Betroffenheitsschwurbler aus Mannheim vor meiner Tür Mahnwachen abhalten und Krokodilstränen heulend Chipstüten verbrennen, babi ist das indonesische Wort für Schwein, beziehungsweise Schweinefleisch. Man kann das aber auch bedenkenlos mit Huhn machen, dafür wird man nicht von reptoiden Eliten verhaftet ... noch nicht.

Montag, 23. März 2026

Huhn mit weißen Bohnen


Manchmal kaufe ich einfach so ein Hühnchen, ohne einen genauen Plan, was damit geschehen soll. So auch diesmal. Ich überlegte zunächst, ob ich irgendwas chinesisches oder indisches damit  zubereiten könnte, aber dann fiel mein Blick auf ein Glas mit weißen Bohnen und ich dachte mir: "Why not?" Also schnell noch die Phaseolen der Summe meiner irdischen Besitztümer hinzugefügt und mich zu Hause direkt ans Werk gemacht. Rezepte brauche ich für so etwas nicht, das entsteht ganz spontan. Ist ja auch kein Hexenwerk, sondern eher was für nebenbei, wenn man ein wenig Routine hat. Das Schöne hieran ist, dass das Ganze nach dem Anbraten im Backofen gart. Den Beilagenreis habe ich im Reiskocher zubereitet. Das spart massig Zeit und man kann schon mal den Herd sauber machen, während der Vogel in der Röhre schmort. Wochentags ist das sehr praktisch und auch an freien Tagen will man ja nicht noch abends nach dem Essen Abwasch- und Putzorgien starten.

Freitag, 20. März 2026

Tomatensuppe


Ich bin ja immer froh, wenn ich konkrete Essenswünsche bekomme. Diesmal war eine Tomatensuppe gewünscht und die passt ja iin jede Jahreszeit. Ich habe diesmal sowohl Tomatenpulp, als auch eingelegte Tomaten in Öl genommen, was den Geschmack deutlich intensiviert. So kann man das als Süppchen vorweg oder mit Baguette oder auch Nudeln als Hauptgericht genießen. 

Donnerstag, 19. März 2026

Beshbarmak - geschmortes Fleisch mit Nudeln aus Kasachstan und Kirgisistan


Auf unserer kulinarischen Weltreise verbleiben wir noch einen Moment in Zentralasien und beschäftigen uns mit einem wortwörtlich "handfesten" Gericht: Beschbarmak oder Besbarmaq (бешбармак). Das bedeutet auf Deutsch so viel wie "fünf Finger", weil es, wie es sich für ein waschechtes Nomadengericht gehört, mit der Hand gegessen wird. Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich, denn wenn man in der Wüste herumjockelt, ist ein mehrteiliger Besteckkasten mit Fischmesser, Marmeladenlöffel und Hummerzange eher hinderlicher Ballast. Besonders beliebt ist das Gericht in Kasachstan und Kirgisistan, womit wir zwei weitere weiße Flecken von unserer Karte verschwinden lassen können  Mit Asien bin ich also bald durch. Ich werde natürlich China weiterhin treu bleiben, mich aber dann an Afrika abarbeiten.

Baursaki (Boortsog) - fritierte Gebäckteile aus Kasachstan und Kirgisistan


Baursaki (Бауырсақтар), auch Boortsog genannt, sind kleine, frittierte krapfenartige Gebäckteile, die sich besonders in Zentralasien, aber auch der Mongolei und dem Nahen Osten großer Beliebtheit erfreuen. Sie werden gerne zum Tee gegessen, können aber auch zu herzhaften Gerichten serviert werden. Als Beispiel hierfür könnte man Suutei Tsai nennen, zu dem sie perfekt passen. Ich brauche sie für etwas anderes, dazu aber mehr in einem späteren Beitrag.

Mittwoch, 18. März 2026

Islekli - turkmenische Fleischpastete


Ich nehme euch jetzt einfach mal mit nach Zentralasien, genauer gesagt in die Karakum-Wüste, die sich mit rund 400.000 km² über fast ganz Turkmenistan erstreckt. Das heutige Gericht heißt Işlekli (Ishlekli) und gilt dort als Nationalspeise. Man spricht manchmal auch von turkmenischer Pizza. Die Turkmenen waren traditionell nomadische Viehzüchter und damit häufig unterwegs. Da muss man, was die Zubereitung von Lebensmitteln angeht, naturgemäß einfallsreich sein, denn man kann ja keine Backöfen oder dergleichen mit sich führen. Die Fleischpastete - die übersetzt so viel wie "Arbeiteressen" bedeutet - wird traditionell auf eine für uns kuriose Weise zubereitet. Was hat man in Wüsten gewöhnlich im Überfluss? Genau, Sand. Der speichert Wärme sehr gut. Deshalb vermischt man ihn mit Glut und gräbt die rohe Pastete darin ein. Nur ein kleiner Schornstein aus Teig ragt hervor und lässt den Dampf, der beim Garen entsteht, entweichen. Der Sand lässt sich dann tatsächlich rückstandslos vom knusprigen Teig entfernen und dem Genuss steht somit nichts mehr im Weg. Irgendwann probiere ich das sicher auch mal, hier habe ich mich aber mit dem Backofen begnügt. Das wird heutzutage in modernen Haushalten auch so gemacht. Wenn man jedoch einen Tonofen (Tandyr) hat, nutzt man natürlich den.

Dienstag, 17. März 2026

Eliche con gorgonzola, spinaci e pomodori secchi - Eliche mit Gorgonzola, Spinat und getrockneten Tomaten


Es mag vielleicht aufgefallen sein, dass mein kulinarischer Fokus zur Zeit eindeutig auf China gerichtet ist. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch andere Dinge koche. Italienische Küche in allen ihren Spielarten liegt im Hause Westerhausen auch hoch im Kurs. Manchmal, wenn der Gattin asiatische Essen aus dem Hals hängt, mache ich ihr irgendeine Pasta. Oft sind es Klassiker, aber das wird ihr dann auch irgendwann zu langweilig. Also überlege ich, was für Kreationen ich auf die Karte setzen würde, wenn ich ein Restaurant hätte - und man möge mich sofort wegsperren, falls ich jemals die Hybris hätte, ein Lokal zu eröffnen. Wichtig für mich ist es hierbei, das ich die Seele der italienischen Küche erfasse. Die Gericht müssen aus möglichst wenigen Zutaten bestehen und das haben, was ich immer "schlichte Eleganz"  nenne. Schmecken muss es natürlich auch und das trifft auf diese Pasta mit Gorgonzola, Spinat und getrockneten Tomaten  definitiv zu.

Sonntag, 15. März 2026

Meat Pie - Fleischpastete aus Down Under


G'day mates! Australien war bisher noch ein weißer Fleck auf meiner kulinarischen Weltkarte. Das konnte ja auf die Dauer kein Zustand sein, deshalb ändert sich das jetzt sofort. Wir machen nämlich Meat Pies und die sind im Land der Kängurus und Wombats dermaßen beliebt, dass man sie mit Recht als das Nationalgericht des Landes bezeichnen kann. Das Gute hierbei ist, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, wo man jetzt Emu- oder Salzwasserkrokodilfleisch herbekommt, denn die Pie wird mit Rindfleisch gemacht. Das können entweder Stücke sein oder Gehacktes, da gibt es keine festen Regeln. Wichtig ist nur, dass die Füllung ordentlich Power hat und das hat sie, das kann ich euch jetzt schon versprechen.

Samstag, 14. März 2026

Hui Guo Yi Bei - doppelt gegarte Miesmuscheln


Eins meiner absoluten Lieblingsgerichte der chinesischen Küche ist Huí guō ròu, also doppelt gegartes Schweinefleisch. Ich habe schon mal experimentiert und eine Version mit Huhn versucht und das war richtig lecker, also bin ich mutig geworden. Noch bekomme ich frische Miesmuscheln und die hatten wir jahrelang schon nicht mehr gehabt, also dachte ich mir, bereite ich die mal im Sichuan-Style zu. Daraus ist dann bei der Vorbereitung - die ja das Vorkochen der Schalentiere beinhaltet - eine Art "doppelt gegarte Muscheln" geworden. Also nenne ich das einfach mal Huí guō yí bèi (回鍋贻贝). Das ist jetzt kein chinesisches Gericht, sondern mehr oder weniger eine Eigenkreation, aber ich kann es vorwegnehmen: es hätte verdient, zu einem chinesischen Klassiker werden.

Mittwoch, 11. März 2026

Suutei Tsai - mongolischer Milchtee


In meinem Bestreben, mich einmal um die Welt zu kochen,möchte ich zunächst den kompletten asiatischen Kontinent abhaken können. Viel fehlt mir da nicht mehr, aber es wird immer schwieriger, geeignete Rezepte zu finden. An der Mongolei beiße ich mir nun schon länger die Zähne aus. Ich koche ja eigentlich primär, damit meine Familie etwas zu essen hat und in der Regel ist man auch sehr experimenmtierfreudig, aber mit gekochtem Pferde- oder fettigem Hammelfleisch, weitgehend ungewürzt und mit Nudeln serviert, brauche ich der Gattin nicht zu kommen. Nun habe ich mich für Suutsei Tsai entschieden, einen absoluten Klassiker der mongolischen Küche (einschließlich der zu China gehörenden Inneren Mongolei) täglich zum Frühstück genossen wird. Dabei handelt es sich um einen Milchtee mit ein paar Extras. Falls es jemanden interessiert, in mongolischer Schrift sieht der Name so aus:

Urum - mongolische Milch-Sahne


Für mein nächstes Projekt brauche ich Urum. Das ist ein cremiges Milch-Sahneprodukt, nicht unähnlich der britischen clotted cream. Bekomme ich hier aber beides nicht, also muss ich da wohl selbst ran.ist ein wenig aufwendig und beim nächsten Mal nehme ich eine Abkürzung und vermische einfach Mascarpone mit Crème Fraîche.

Dienstag, 10. März 2026

Dong Po Rou - rotgeschmorter Schweinebauch


Wie lecker wollt ihr es haben? Wie man vielleicht bemerkt hat, experimentiere ich gerade mit Schweinebauch. Das ist für irgendwie einer der leckersten, wenn nicht sogar der leckerste Zuschnitt vom Borstenvieh. Dabei braucht man keine Angst vor dem Fett haben, denn das ist bekanntermaßen ein Geschmacksträger und, wenn richtig zubereitet, schmilzt größtenteils raus und hält dabei das Fleisch zart und saftig. Der  klassischer Fall einer Win-Win-Situation  also. Heute versuche ich mich zum Dōng pō ròu (东坡肉), einem Gericht aus der Provinz Zhèjiāng ( 浙江省 ). Zugeschrieben wird es dem bedeutenden Dichter, Maler, Kalligrafen und Staatsmann Sū Shì (苏轼), der den Ehrentitel  Sū Dōng Pō (苏东坡), also „ vom Osthang“ trug und von 1037 bis 1101 zur Zeit der Sóng-Dynastie lebte. Wir reden hier also von einer Mahlzeit, die auf diese Weise schon vor über tausend Jahren zubereitet wurde. Und weil es so schön ist, wiederhole ich gerne noch mal ein berühmtes Gedicht unseres  zur Geburt seines Sohnes:

Montag, 9. März 2026

Gong Bao Niu Rou - Kung Pao Rindfleisch


Gōng Bǎo Jī Dīng oder "Kung Pao-Huhn" ist sicherlich eins der ikonischsten Gerichte Sichuans, wenn nicht sogar ganz Chinas. Es gehört außerdem zu den Rezepten, die seit Beginn meiner Kochleidenschaft Anfang der 1990er Jahre fest zu meinem Standardrepertoire gehören. Ursprünglich gewidmet wurde es Dīng Bǎozhēn (1820 - 1886), der während der Qing-Dynasty Gouverneur von Sichuan war und den Ehrentitel Gōng bǎo (Hüter des Palasts) trug. Das Gericht ist, so wie es ist eigentlich perfekt, aber manchmal möchte ich auch mal Abwechslung und hier kann der Wechsel des Proteins helfen. Ich habe Kung Pao schon mal mir Tofu gemacht und das war richtig lecker. Diesmal habe ich Rind genommen und das Ganze Gōng Bǎo Niú Ròu (宫保 牛肉), also "Kung Pao Rindfleisch" genannt. Hier das Rezept.

Sonntag, 8. März 2026

Lai jiao you bing qi lin - Eiscreme mit Chiliöl (Mala Ice Cream)


Hallo, mein Name ist Lars und ich mache seltsame Dinge mit Eis. Was sich wie ein verfrühter Aprilscherz anhört,. ist tatsächlich eine große Sache in Chóngqìng, der "schärfsten Stadt" in SìchuānLàjiāo yóu bīngqílín (辣椒油冰淇淋) oder "Eiscreme mit Chiliöl" - manchmal auch Mà là-Eiscreme genannt - ist dort ein wirklich populärer Snack. Das hörte sich selbst für mich völlig verrückt an, aber mir war sofort  klar: dass ich unbedingt probieren musste. Ich musste nur das richtige Eis finden. Im Original ist es Softeis, das bekomme ich hier aber nicht an jeder Ecke und bis ich zu Hause bin, ist es geschmolzen. Also habe ich eine fertige Eistüte aus der TK-Abteilung des örtlichen Supermarktes genommen. Geht alles, wenn man nur will.

Donnerstag, 5. März 2026

Bratreis mit Schweinebauch und Bohnen


In Schloss Westerhausen wird oft Reis gegessen. Meist koche ich dann absichtlich mehr, als ich brauche, denn Reste lassen sich dann am nächsten Tag wunderbar für Bratreis verwenden. Den gibt es hier deshalb  in irgendeiner Form mindestens einmal die Woche, oft kombiniert mit anderen Resten, in diesem Falle Schweinebauch von unserem Suàn ní bái ròu neulich. Bratreis ist also nicht nur lecker, sondern auch nachhaltig.

Mittwoch, 4. März 2026

Grillsaison 2026


So, dann wäre diese Formalität damit auch erledigt. Es war auch der erste Mahl in diesem Jahr auf der Terrasse. Saisonstarts der letzten Jahre:

Dienstag, 3. März 2026

Sun Ni Bai Rou - Knoblauch-Schweinebauch


Der Frühjahrsputz meiner diversen Tiefkühlgerätschaften brachte nun auch einen bereits vorgegarten Rest vom Schweinebauch zu Tage, mit dem ich mir eigentlich meine wöchentliche Dosis an Huí Guō Ròu verabreichen wollte. Ich entschied mich dann aber spontan dazu, stattdessen einen anderen Sichuan-Klassiker, nämlich Suàn ní bái ròu (蒜泥白肉) oder "Schweinebauch mit gehacktem Knoblauch" zu machen. Das Gericht wird kalt serviert, weshalb es eigentlich als Salat durchgehen sollte, was sich ja für das gute Gewissen nie schlecht anhört. Der Vorteil ist hier, dass es sich gut vorbereiten lässt. Wenn man also ein chinesisches Bankett mit mehreren Speisen plant, kann man hier schon alles vorweg fertigstellen machen und muss nur noch kurz vor dem Servieren die "Salatsauce" angießen. Wenn man Fleisch, so wie ich, schon gegart bereit hat, geht die Sache natürlich noch mal schneller. Wir hatten Suàn ní bái ròu hier schon mal vor drei Jahren, aber da das so lecker ist, schadet eine Wiederholung nicht, zumal ich diesmal Sichuanpfeffer dazugegeben habe. Den hatte ich damals vergessen. Ich finde, das heutige Bild sieht auch besser aus.

Montag, 2. März 2026

Fengwei Paigu - würzige Rippchen


Rippchen könnte ich auch jeden Tag essen, egal ob aus dem Smoker, vom Grill, im Backofen gegart oder gewokt - alles lecker und man in diesen Richtungen nie genug Rezepte haben. Heute erweitern wir das Repertoire mal um noch eine chinesische Variante. Wir machen heute Fēngwèi páigǔ (风味排骨) oder "würzige Rippen" und die schreien mit jeder Faser: "Sichuan". Das kann, so meine Erfahrung nie schief gehen, denn ich glaube, ich bin geboren worden, um diese Küche zu genießen. Auch nach all den Jahren werde ich nicht müde, neue Sachen zu entdecken und freue mich bei jedem Bissen immer noch, wie beim ersten. Irgendwas an diesen Gerichten macht mich unglaublich glücklich. Es mag seltsam klingen, aber gerade das málà-Geschmacksprofil (betäubend-scharf) und führt bei mir immer zu einem Endorphin-Flash. Ich glaube wirklich, ich bin auf dem falschen Kontinent geboren. Nicht dass es mir hier nicht gefällt - Deutschland hat auch sehr schöne Seiten und gutes Essen - aber ich habe immer dieses unterschwellige Gefühl von Vertrautheit, so als ob die Küche Sichuans nach "Heimat" schmecken würde. Das Rezept stammt übrigens vom chinesischen Koch, YouTuber und Restaurantbesitzer Wang Gang und ich bin sehr dankbar dafür. 非常感谢师傅。

Sonntag, 1. März 2026

The Best of February 2026


Ohne in peinliches Selbstlob zu  verfallen, muss ich doch konstatieren, das der Februar in doppelter Hinsicht herausragend war. Zum war ich ungewöhnlich produktiv. 21 Beiträge in einem Monat habe ich das letzte Mal im Februar 2019 geschafft. Gemessen an Seitenaufrufen war 02/26 darüber hinaus auch der erfolgreichste Monat in der Geschichte dieses Blogs. Dafür danke euch. Aber bevor wir die Korken knallen lassen, schauen wir erst einmal auf den Februar zurück und erinnern uns an die fünf meist angeklickten neuen Rezeptbeiträge dieses Zeitraums.

Samstag, 28. Februar 2026

Blechpizza mit Ragu alla Bolognese


Ich habe drei Tiefkühlschränke und alle sind randvoll. Da hilft nur eins: irgendetwas auftauen und verwenden. Ich bin ja lernfähig und beschrifte mittlerweile alles, da ich es leid bin, ständig Tiefkühl-Bingo spielen zu müssen. Was mir heute beim Öffnen zufälliger Gefrierschubladen sofort ins Auge fiel - und da tut vielleicht weh! - war ein Beutel mit 500 Gramm Ragù alla Bolognese, gekocht nach dem traditionellen Rezept der Accedemia Italiana della Cucina. Ich überlegte hin und her und entschied mich dann damit eine Blechpizza zu machen. Nicht ganz unabwegig. Aber dazu muss ich ein wenig ausholen. Als Kind mochte ich weder Käse (zu dem habe ich immer noch ein gespaltenes Verhältnis habe, ich und mag ihn eigentlich nur warm, mit Ausnahme von Parmesan, Mozzarella, Manchego oder Feta) noch Tomaten. Ich war 18 Jahre alt, als ich mich überwinden konnte und meine erste Pizza probierte. Das war nach ein paar Bier und einem gewaltigen Hüngerchen und natürlich aus Mangel an Alternativen. Ich meine, es war eine klassiche Margherita, aber ich weiß genau, dass ich positiv überrascht war. Dann habe ich aus Neugier eine Fertigpizza - damals war ich noch etwa zwei Jahre vor meiner kulinarischen Erweckung - probiert und das war eine mit Brokkoli und Bolognese. Klingt komisch, ist aber so.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Yu Xiang Ji Si - Fischduft-Hühnerfleisch


Ich erwähnte neulich schon mal, dass Chinesisch mitunter "blumig" ist. Gerade bei Name von Gerichten ist man oft kreativ, wie zum Beispiel bei Ameisen lklettern auf einen Baum oder auch einer Reihe von Gerichten , wie diesem hier, dass den Namenszusatz Yú xiāng (鱼香)  oder "Fischduft". Das verwirrende ist, dass hierbei weder Fisch vorkommt, noch dass das Ganze dann so schmeckt. Der Name liegt daran, dass hier Essig und Ingwer zum Einsatz kommen, eine Kombination, die man sehr häufig in Fischgerichten findet.Wir hatten hier schon Fischduft- Auberginen (Yú xiāng qiézǐund Fischduft-Schweineflesich (Yú Xiāng Ròu Sī), heute gibt es dann  Fischduft-Hühnerfleisch: Yú xiāng jī sī (鱼香鸡丝). Das ist zwar nicht so gängig, wie die anderen beiden Sichuan-Klassiker, aber nicht minder lecker. Es ist außerdem mal wieder ein gutes Beispiel dafür, das beim chinesischen Kochen die Vorbereitung. Was man in der französischen Küche mise en place nennt, ist im Chinesischen Shí cái zhǔn bèi (食材准备 ) - das Organisieren und Vorbereiten der Zutaten und Gerätschaften vor dem Kochen, was weit über bloßes Bèi liào (备料) oder "Lebensmittel vorbereiten" hinausgeht. Mit anderen Worten, wir haben viel Schnibbelarbeit zu leisten, aber wenn der Wok erst einmal glüht, ist das Kochen selbst nur eine Frage weniger Minuten. Fangen wir also an.

Montag, 23. Februar 2026

Nur mal so ... (Teil 150)


Auch wenn ich mal nicht poste, koche und und esse ich natürlich trotzdem. Das sind dann meist Dinge, die keinen eigenen Blogeintrag rechtfertigen, weil ich sie entweder schon hier habe oder ich mit der Präsentation, beziehungsweise den Fotos nicht zufrieden bin. Gestern gab es zum Beispiel einen KrustenbratenSahnemöhrchen mit Zucchini und Spinatknödel. Knödel schön luftig, das Fleisch zart, die Schwarte krachte so richtig, aber Highlight ist immer wieder die Sauce. Deshalb taucht die auch gleich noch mal auf. Rezepte für Schweinebraten habe ich hier einige und sie gleichen sich, was die Sauce betrifft alle so ziemlich, also brauche dafür kein neues Rezept schreiben. Die Gattin, die kein Schweinefleisch mag, war mit Knödeln und Gemüse  (mit Bröselbutter) zufrieden.

Samstag, 21. Februar 2026

Imeruli - georgischer Frischkäse


Georgisch ist für mich vom Schriftbild her eine der schönsten Sprachen. Der Name unseres heutigen Projekt, ein spezieller Frischkäse, sieht in diesem in den Buchstaben des georgischen Alphabets geschrieben so aus: იმერული. Das ist, finde ich fast schon elbisch. Ausgesprochen wird das Imeruli. Manchmal spricht man auf Deutsch - wenn man überhaupt darüber redet - auch von Imeriti oder imeretischem Käse. Ich brauche diesen für ein weiteres Gericht, leider ist es scheinbar unmöglich, ihn hierzulande aufzutreiben. Also habe ich nach Rezepten gesucht und mich selbst ans Werk gemacht. Hier nun meine Vorgehensweise.

Khachapuri Adjaruli - georgisches Käsebrot


Nein, აჭარული ხაჭაპური ist keine elbische Gravur in einem Ring der Macht und dies ist auch kein Lembas. sondern georgisches Käsebrot. Das ist ja, wie wir von Helge Schneider kennen, ein gutes Brot, aber mal ganz ehrlich, mit unserer Goudastulle hat das hier weniger zu tun. Wir bewegen uns hier eher im Reich von Pizza und Pide. Die Rede ist vom georgischen Nationalgericht Khachapuri. Da hat jede Region ihre eigene Version. Da diese aus der am an der Schwarzmeerküste ganz im Westen Georgiens gelegenen Region Adscharien stammt, trägt sie den Zusatz Adjaruli. Eins Vorweg: Diatküche geht anders. Aber was tut man nicht alles, um die weißen Flecken auf seiner kulinarischen Landkarte verschwinden zu lassen. Außerdem habe ich auch wieder was dazugelernt, weil ich sonst bisher nicht viel über Georgien wusste, das Alphabet aber schon immer ästhetisch ansprechend fand.

Dienstag, 17. Februar 2026

Ya Cai Hai Yu Lu - Wolfsbarsch mit Ya Cai


Vorhin schaute ich ein Video vom des aus Kanada stammenden Foodranger auf YT an. Es handelte vom Essen in Sichuan, genauer gesagt aus der Stadt Chóngqing. Trevor James besuchte ein Restaurant und ließ sich die Zubereitung einer Meeräsche mit Yá Cài, dem für Sichuan typischen fermentierten Senfkohls (meist Pak Choi). Ein ganz einfaches Gericht eigentlich, aber es sah lecker aus. Leider wurde kein chinesischer Name dafür genannt, nur die englische Bezeichnung mustard green mullet. Ich konnte aber vestehen, dass sein einheimischer Begleiter das Gericht Yá cài wū yú huā ( 芽菜乌鱼花) nannte, was so viel wie "Meeräschenblume mit Yá Cài" bedeutet. Um sicher zu gehen suchte ich dann das Restaurant im Internet, schaute mir die Speisekarte an und bingo! Ich lag richtig. Ein beherzter Griff in den Froster brachte zwar keine Meeräsche hervor, dafür aber vier schöne Wolfsbarschfilet mit Haut. Also habe ich das Gericht kurzerhand in Yá cài hǎi lú yú (芽菜海鲈), also Wolfsbarsch mit Yá Cài. Aber was hat Fisch mit Blumen zu tun? Beim Woken zieht sich die Haut des oft Fisches zusammen, die Stücke rolen sich auf und sehen dann wie Knospen aus. Manchmal. Ja, chinesisch ist mitunter  ... blumig. 

Montag, 16. Februar 2026

Bao Ta Rou - Pagoden-Schweinefleisch

 
Ich möchte auf diesem Blog immer ehrlich sein und auch nichts beschönigen. Heute habe ich mal wieder so ein Beispiel für "gut gemeint und gut gemacht sind oft unüberbrückbare Gegensätze." Warum zeige ich das trotzdem? Zum einen, weil es in Punkto Geschmack und Textur der Hammer ist und zum anderen kann man so vielleicht auch irgendwann einmal meinen Lernfortschritt erkennen. Unser heutiges Gericht "Pagoden-Schweinefleisch" oder Bǎo tǎ ròu (宝塔肉) stammt ursprünglich aus der Provinz Zhèjiāng (浙江省), ist aber auch in Sichuan beliebt. Deren Version versuche ich heute zu kochen. Das Gericht ist technisch recht anspruchsvoll. Es zeigt, warum Kochen Handwerk ist und ein Großteil des Erfolgs auch von Erfahrung abhängt. Mein großes Vorbild, der chinesische Koch, Restaurantbesitzer und YouTuber Wang Gang erzählte einmal, dass er ein neues Gericht oft hundert Mal kocht, bevor es seine Ansprüchen so weit entspricht, dass es im Video veröffentlicht werden kann. Ich wage mich heute zum ersten Mal an dieses Rezept und wie man sich dann auch ohne Bild vorstellen kann, ist da noch Luft nach oben. Aber ich denke, ich werde keine hundert Mal brauchen. Ich bleibe dran.

Sonntag, 15. Februar 2026

Mao Shi Hong Shao Rou - Des großen Vorsitzenden Maos rot geschmorter Schweinebauch


Wir hatten die chinesisch Kochtechnik des "Rot-Schmorens" ja schon neulich thematisiert. Heute kommt noch mal ein anderes, sehr populäres Gericht aus dieser Richtung: Máo shì hóng shāo ròu (毛氏红烧肉 ) oder rot geschmorter Schweinebauch, so wie ihn der "große Steuermann"  Máo Zédōng (毛泽东) liebend gerne gegessen hat. Aus westlicher Perspektive kritisch betrachtet war Mao kein guter Mensch, aber Geschmack was Essen anging, hatte er wohl. Das Gericht stammt aus seiner Heimatprovinz Hunan, deshalb sind auch Chili mit im Spiel. Interessanterweise kombiniert diese Gericht Schärfe mit Süße, was man in Hunan eigentlich gar nicht mag, aber jede Regel hat ihre Ausnahmen. Ich habe das Gericht ganz zu Anfang dieses Blogs im Februar 2014, also fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren, schon mal veröffentlicht, da aber noch ohne Schritt-für-Schritt-Bilder und in der Ausführung auch nicht so gut wie heute. Man lernt halt über die Jahre dazu und ich hätte mir damals nicht erträumt, dass ich heute immer noch hier sitze und schreibe.

Samstag, 14. Februar 2026

Kartoffel-Lachs-Spinatauflauf


Hier habe ich mal etwas Alltagstaugliches für einen faulen Samstag. Die Familie wünschte sich einen Auflauf mit  Lachs, Spinat und Kartoffeln und obwohl ich der Kombination von Fisch und Käse eher ablehnend gegenüber stehe, bin ich dem Wunsch natürlich nachgekommen und mich ans Werk gemacht. Allerdings fehlen hier ein paar Bilder, von denen ich der festen Überzeugung war, sie geschossen zu haben. Was da jetzt nun wieder los war, weiß ich auch nicht.