Mittwoch, 9. September 2026

Hong Shao Mei Rou - Schweinenacken in Sojasauce geschmort


Japanisches Teriyaki kennen ja vermutlich viele. Zartes Fleisch in einer dunkeln, fast Sirup reduzierten Glasur aus Sojasauce, Sake, Mirin und Zucker. Heute habe ich mal etwas Ähnliches zubereitet, nur dass die Würzung hier eher - wie soll es bei mir auch anders sein - aus China stammt. Das Gericht heißt  红烧梅肉  (hóng shāo méi ròu), was sich mit "rotgeschmortes Schweinefleisch" übersetzt wird. Man kann es noch genauefassen und es 红烧梅花肉 (hóng shāo méi huā ròu). Das bedeutet dann "rotgeschmortes Pflaumenblütenflesich", eine für die chinesische Sprache typisch poetisch anmutende Bezeichnung für Schweinenacken oder Schulter. Ich habe hier eine recht einfache Version mit Zutaten, die man in jedem Supermarkt bekommt. Ich habe hier schon einige Rotschmor-Gerichte, da kann man sich dann Ideen für aufwendigere Rezepte holen.

Samstag, 5. September 2026

Zinger Burger


Der Zinger Burger findet sich im Angebot einer Hähnchenbratkette, die ihren Ursprung in den Südstaaten der USA hat. Im Laufe der Jahre ist er wohl vielen Änderungen unterlegen und ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, welche Evolutionsstufe ich hier rekreiert habe, denn wenn ich die paar Male, in denen ich in diversen Fast-Food-Restaurants gegessen habe, an einer Hand abzählen würde,hätte ich noch immer drei Finger zum Popeln über. Aber egal, ich schaue mir trotzdem gerne Videos an, in denen Menschen irgendwelche "ikonischen" Burger nachbauen und der Zinger Burger erschien mir eine nähere Betrachtung wert. Zing bedeutet in diesem Zusammenhang Schärfe, was mir ja auch nicht ganz fremd ist. Wie immer habe ich aus mehreren Copycat-Rezepten mein eigenes erstellt und ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Wie nah er an das Original herankommt, werde ich zwar nie selbst erfahren, aber ich weiß, dass ich einer meiner besten Chicken-Burger gemacht habe.

Freitag, 4. September 2026

Mang Gou Nie Rou - Rindfleisch mit Mango


"Mach doch mal irgendwas mit Rindfleisch und Mango. Dazu vielleicht Reis", so lautete die Ansage. Klar, "Sänger spielt auf Zuruf" lautet die Devise und ich bin ja auch immer dankbar, wenn ich Vorschläge oder Wünsche bekomme. Zunächst dachte ich an etwas aus der Thai-Ecke, aber dann war mir doch mehr nach einer eher chinesischen Variante. Also los zum Lebensmitteldealer meines Vertrauens und habe Fleisch und das tropische Obst besorgt. Alle anderen Zutaten habe ich natürlich immer vorrätig..Ein konkretes Rezept hatte ich nicht, aber bei solchen  Dingen habe ich mittlerweile so viel Routine, dass ich da im Blindflug arbeiten kann. Deshalb habe ich auch gar nicht daran gedacht, einmal nachzuschauen, ob es so etwas schon wirklich gibt. Wenn, dann hätte ich es in der kantonesischen Küche verortet. Erst jetzt, als ich diese Zeilen tippe, habe ich recherchiert und siehe da, es gibt tatsächlich ein Gericht aus Guangdong mit dem Namen 芒果牛肉 (máng guǒ niú ròu) das meiner Version sehr stark gleicht. Ich bin vermutlich doch auf dem falschen Kontinent geboren..

Mittwoch, 2. September 2026

Korean Style Chicken aus dem Backofen


Ich habe es schon oft gesagt, wenn man sich mit  den Aromen der Küche eines Landes oder einer Region auskennt, kann man irgendwann auch kreativ werden und damit herumspielen. Ich war nicht zum Einkaufen gekommen, hatte aber noch ein paar Hähnchenkeulen, die ich loswerden wollte. Mein Plan war eigentlich sie mit einer Standard Paprika-Öl Mischung zu würzen. Dann fiel mein Blick auf einen Becher Gouchujang, eine koreanische Würzpaste (dazu später mehr) und ich dachte mir: "Hm, warum nicht?" Also war die Idee zu diesem Hühnergericht geboren. Normalerweise würde man solche Sachen über heißen Kohlen grillen oder frittieren, ich wollte aber den Backofen nehmen. Die Heißluftfritteuse wäre auch noch eine Option gewesen, aber die steht oben in der Hauptküche, während das Leben sich momentan noch unten in "Sommerküche" und Garten abspielt.

Dienstag, 1. September 2026

The Best of August 2026


Das wäre dann heute auch schon wieder das neunte Best of für dieses Jahr, dabei haben wir doch gerade erst mit unseren schwedischen Freunden  SiIlvester gefeiert und jetzt können wir den Raclettegrill schon bald wieder hervorkramen. Aber egal, lasst uns auf den August zurückblicken. Da war diesmal nicht so viel los, aber das, was es gab, war lecker und der Monat an sich war der zweiterfolgreichste in der Geschichte des Blogs. Legen wir also los mit der Top 5 der am meisten angeklickten neuen Rezepte des Augusts, wie immer als Countdown.

Freitag, 28. August 2026

Spaghetti ai finferli e pomodoro - mit Pfifferlingen und Tomate


In NRW neigen sich die Sommerferien dem Ende zu. Ich war heute schon den ersten Tag in der Schule, denn für das Kollegium beginnt jetzt eine Phase mit Konferenzen, Dienstbesprechungen, Teamtreffen und so weiter, bis am dann nächsten Mittwoch die lieben kleinen zurückkehren. Bis dahin, so gaukle ich mir vor, habe ich noch Ferien. Was sich allerdings nicht bestreiten lässt ist, dass der Sommer in seinen letzten Zügen liegt. Ich kann zwar abends noch auf der geschützten Terrasse sitzen, es wird deutlich frischer. Auch die Tatsache, das Kürbisse und Pfifferlinge auf den Märkten zu finden, deutet darauf hin, dass der Herbst mit großen Schritten naht. Gut so, denn gerade diese Zutaten liebt die mit Pasta. Deshalb habe ich ihr Spaghetti ai finferli e pomodoro, also mit Pfifferlingen und Tomaten gemacht. Hier mein Rezept:

Donnerstag, 27. August 2026

A Tribute to Dolly Parton: Chicken and Dumplings - Hühnersuppe mit Teigkissen


Es gibt im amerikanischen Showgeschäft nicht viele, die gradlinig ihren Weg gehen, ohne sich, aus Angst, Nonkonformismus könne der Karriere schaden, zu verbiegen. Johnny Cash war so einer und auch Dolly Parton. Obwohl sich politisch nie einem Lager zugeordnet hat, trat sie doch immer gegen Ungerechtigkeit und für Humanität ein. Sie engagierte sich für Frauenrechte und unterstützte die LGBTQ+ bereits offen, bevor die meisten wussten, dass es so etwas gab - in der doch oft eher konservativen Countryszene eher eine Seltenheit. Dass sie nicht nur eine äußerst erfolgreiche Sängerin war, sondern auch hin und wieder schauspielerte, weiß man vielleicht. Einige mögen den Klassiker "Magnolien aus Stahl" (1989) gesehen haben. Aber dass sie auch Kochbücher veröffentlichte, ist vielleicht weniger bekannt. Unser heutiges Rezept stammt aus Dolly's Dixie Fixin's und zeigt genau ihre Wurzeln. Geboren in den Smoky Mountains von Tennessee, aufgewachsen in wirtschaftlicher Not in einer einräumigen Blockhütte ohne Elektrizität, fließend Wasserr oder Sanitäranlagen - dennoch beschrieb sie ihre Kindheit als glücklich und voller Liebe - waren sie, ihre Eltern und die elf Geschwister gezwungen, von dem zu leben, was man selber anbauen und produzieren konnte. Diese einfache, aber sättigende Hühnersuppe mit Teigkissen - Hühner lassen sich gut und billig züchten - isrt ein Paradebeispiel für die "arme Leute-Küche" dieser Region. Dolly hat ihre Herkunft nie verleugnet. Vorgestern ist die Stimme dieser einzigartiogen Ikone für immer verstummt.

Mittwoch, 26. August 2026

Schottisches Lachs-Wellington



Am Sonntag war ich abends erst etwas zuhause. Da es im Vorfeld schon klar war, dass ich dann keine Zeit mehr zum Kochen haben würde, erklärte sich die Sous-Chefin bereit, für uns alle zu kochen. Wer hier sporadisch mitliest weiß, dass sie auf dem Gebiet tatsächlich eine Begabung hat. Leider existieren hier keine Zutaten - oder Schritt für Schrittfotos, aber die Angelegenheit ist auch so gut zu erzählen. Ach ja, wie man unschwer erkennen kann, geht es um Lachs in Blätterteig, also Lachs-Wellington oder saumon en croûte, wie der Franzose sagt. Für die Freunde britischen Adels soll nicht unerwähnt bleiben, dass die russische Variante dieses Klassikers, кулебяка (Kulebjak) zuu den Lieblingsgerichten Prinz Philps, Duke of Edinburgh und Prinzgemahl Elizabeths II. Hier ist eine schottische Version.

Dienstag, 11. August 2026

Gong Bao Ji Ding - Kung Pao-Huhn (Version 2026)


Es gibt manche Gerichte, die lassen einen nicht mehr los und man muss sie immer wieder kochen, bis irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem man mit dem Resultat zu hundert Prozent zufrieden ist. Für mich gehört 宫保鸡丁 (gōng bǎo jī dīng) oder zu auf Deutsch "Kung Pao-Huhn" auf jeden Fall in diese Kategorie. Ich habe es unzählige Male gekocht, auch schon mit Rind, Garnelen, Tofu oder nach Guizhou-Art. Nach dem Urlaub und ein paar Tagen hier mit italienischer Pasta war es so weit, ich musste etwas aus Sichuan essen, um Entzugserscheinungen zu verhindern.. Also habe ich mich mal wieder an der klassischen gōng bǎo-Version versucht und möchte das Ergebnis hier mit euch teilen.

Sonntag, 9. August 2026

Pasta mit Radieschenblatt-Pesto


Ich freue mich ja grundsätzlich, wenn das Wetter und Zeit es erlauben, e tagsüber mal in den Pool zu springen und abends noch auf der Terrasse zu sitzen. Insofern habe ich nichts gegen höhere Temperaturen, wenn sie nicht gerade die an drer 40 °C-Grenze kratzen. Was ich nicht mag und was mich kreislauftechnisch aus der Bahn wirft, ist schwüle Luft. Bei solchen Witterungsbedingungen habe ich meist auch keine Lust, stunden lang am heißen Herd zu stehen. Da wird dann entweder gegrillt, was ja eigentlich auch nicht kälter ist, aber immerhin an der frischen Luft stattfindet), es gibt Sandwiches oder eine schnelle Pasta. Pesto ist da immer gut und ich liebe das originale Pesto alla Genovese, aber auch Varianten in rot oder mit Bärlauch sind großartig. Nun hatte ich neulich Radieschen gekauft und mir gedacht, das Grün davon ist doch eigentlich zu schade, um weggeschmissen zu werden. Also habe ich daraus ein Pesto gemacht. Einfache Sache, aber tatsächlich lecker.

Donnerstag, 6. August 2026

Schottland 2026 - eine Nachlese


Wir sind nun auch schon wieder fünf Tage zu Hause und ein bisschen Resturlaub habe ich noch. Zeit also, auf der heimischen Terrasse zu sitzen, die Fotos am Laptop zu sichten und die Zeit in den schottischen Highlands Revue passieren zu lassen. Es war diesmal kein primär kultureller Urlaub (obwohl Castles ja auch Kulturgut sind) oder ein Städtetrip, es ging vielmehr um die Landschaft, also das Erleben der puren Natur und davon gibt es dort reichlich. Ich möchte hier jetzt ein paar Impressionen mit euch teilen, obwohl die Bilder der Wirklichkeit kaum gerecht werden. Auf dem Bild sieht man übrigens das geschichtsträchtige Schicksalstal Glencoe, einer der schönsten Ecken Schottlands. Dazu aber später noch mehr.

Sonntag, 2. August 2026

The Best of July 2026


Der Juli war zum einen Ferienmonat (dazu in einem späteren Eintrag mehr), sondern auch Monat des Tofus. Drei leckere Gerichte mit dem oft zu Unrecht verschmähten Bohnenquark und zwei davon habe es in die diesmalige Liste geschafft. Hier also unser Rückblick auf die am häufigsten angeklickten neuen Rezepte des Juli (dem bisher zweiterfolgreichsten Monat in der Geschichte dieses Blogs), wie immer als TOP 5 im Countdown.

Dienstag, 28. Juli 2026

Wok This Way - chinesisches Restaurant in Dingwall, Schottland


Ich weiß nicht, ob mich meine Erinnerung trügt, ob sich mein Geschmack über die Jahre verändert oder ob sich objektiv etwas getan hat, aber ich habe keine guten Erinnerumgen an chinesisches Essen in Großbritrannien. Die Sachen waren meist pappsüß, salzlos und mit so viel Stärke versetzt, dass die Saucen meist ein schleimiger Brei waren. Also hatte ich keine großen Erwartungen, als entschieden im Wok This Way in Dingwall, zwanzig Minuten von unserem Häuschen entfernt, einkehren wollten. Wie man am Schild eindeutig entnehmen kann, handelt es sich sowohl um ein Restaurant (Eingang um die Ecke) und Takeaway. Das Restaurant selbst ist schlicht, aber geschmackvoll eingerichtet. Die Chefin ist Chinesin, ihr Mann scheint zu kochen und die etwa zehnjährige Tochter zählte mir stolz auf Deutsch von Eins bis Zehn vor. Dafür konnte ich die Anwesenden überraschen, als ich sie auf Chinesisch dafür lobte. Apropos Gäste. Das waren zu 90 % Chinesen, was ja eigentlich schon mal ein gutes Zeichen ist. Das Eis war gebrochen und wir konnten bestellen. Kleine Fußnote vorweg: wir waren dann zu zweit noch mal ein paar Tage später da.

Montag, 27. Juli 2026

Agedashi Dofu - fritierter Tofu


Euch haben die letzten beiden Tofugerichte gefallen und ihr würdet gerne noch eins haben? Gerne. Begeben wir uns also zu diesem Zwecke nach Japan, wo wir 揚げ出し豆腐 (agedashi dōfu) finden, was auf Deutsch so viel wie "frittierter Tofu" bedeutet. Die Herangehensweise ähnelt unserem koreanischen Dubu Gangjeong, die Saucen unterscheiden sich allerdings. Agedashi Tofu geht da eher in die Teriyaki-Richtung ist also kein bisschen scharf. Das ist nicht weiter verwunderlich, da man in Japan traditionell, bis auf wenige Ausnahmen wie Currys oder manche Ramen-Brühen nicht scharf isst.

Sonntag, 26. Juli 2026

Grillen Ma La-Sichuan Style


Vor Urlaubsbeginn haben wir noch mal gegrillt. Es gab unter anderem Bauchfleisch vom Schwein und Lammrücken. Die habe ich im Sichuan-Style eingelegt. Das Rezept habe ich mehr oder weniger improvisiert. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Ich habe heute nicht so wahnsinnig viel Zeit, also stürzen wir uns ohne weiteres Geschwätz auf das Fleisch.

Egg & Cress Sandwich


Auf dem Weg in den Urlaub, braucht man natürlich auch Wegzehrung. Damals, in den 70ern, war es alles einfacher. Wir saßen zu in einem winzigen VW Variant. Vater rauchte Roth-Händle und Mutter, mit dem Kofferradio für den Verkehrsfunk auf den Knien, 6. Die Fenster durften aber nicht geöffnet werden ("Dann fliegt hier nur die Asche durchs Auto"). Oma und Opa waren auch dabei und wir quetschen uns zu viert auf die ohnehin schon zu kleine Rückbank. Gurte gab es hinten nicht, aber so verkeilt, wie wir waren,wäre ohnehin keiner herausgeschleudert worden. Oma arbeitet beim Süßen Kaufhaus als Chefsekretärin beim Unternehmensleiter. Sie hatte diesen Zauberschrank mit Proben, die Vertreter mitbrachte. Davon nahm sie für uns Kinder immer reichlich mit in den Urlaub. Die Devise war: "Das gibt es aber erst auf der Autobahn!" Bis dahin waren bei gefühlten 70 °C Gummibärchen, Schokolade und Bonbons bereits zu einem undefinierbaren Haufen verschmolzen. Diese Mischung, in Verbindung mit dem Zigarettenrauch und dem Geholper des schlecht gefederten Fahrzeugs, führte oft zu Übelkeit. Angehalten wurde aber trotzdem nicht, denn mein Vater wollte sich ja nicht "den Schnitt versauen". Wenn man dann dachte "schlimmer gehts nicht", drückte Oma einem ein 4711 getränktes Tuch auf das vor Hitze glühende Gesicht, damit man etwas "erfrischt" wird. So war das damals eben. Heute ist natürlich alles anders und ich sehe zu, dass die Bande unterwegs gut verpflegt wird. Um uns schon mal ein wenig auf Großbritannien einzustimmen, habe ich egg & cress sandwiches, also mit Ei und Kresse, gemacht. Leckere Sache,man muss sie nhur vor der Grenze aufgegessen haben, denn die Einfuhr tierischer Produkte ins Vereinigte Königreich ist strikt verboten - andersherum genauso.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Fàilte gu Alba - Scotland 2026


Nachdem Ende letzter Woche die Sommerferien in NRW ausgebrochen sind und ich mich entschieden habe, daran teilzunehmen, haben wir uns Samstag gleich ins Auto gesetzt und sind über die Niederlande und Belgien nach Calais in Frankreich gefahren, um dort die Fähre in Richtung Dover zu nehmen. Ziel der Reise: die schottischen Highlands. Ursprünglich wollten wir ja die Fähre nach Newcastle nehmen, was ja streckentechnisch auch mehr Sinn ergeben hätte, aber wir waren mit dem Buchen spät dran und so hätte uns die Überfahrt für ein Auto und einen VW-Bulli (wir reisen mit mehreren Leuten) mindestens 3.500 Euros gekostet - Geld, das ich auch gut anderweitig ausgeben kann. Jetzt sitze ich in unserem Ferienhaus in Alness bei Inverness, habe mich bereits akklimatisiert und die ersten Touren unternommen. Gegessen wurde auch, allerdings noch nicht wirklich gekocht. Trotzdem möchte ich euch ein paar Eindrücke vermitteln.  

Freitag, 17. Juli 2026

Dubu Gangjeong - Gebratener Tofu mit Gemüse


Man wünschte sich mal wieder koreanisch zu essen und das möglichst fleischlos. Da ich ja immer froh bin, wenn etwas bei mir "bestellt" wird und ich mir nicht auf dem Weg nach Hause im Auto den Kopf zerbrechen muss, was ich kochen soll, habe ich mich dankbar in den nächsten asiatischen Markt begeben und habe per monetären Transaktion, ein wenig Tofu meinem irdischen Besitzstand hinzugefügt. Gut, vererben werde ich ihn nicht, das steht schon mal fest, aber den Lieben damit ein leckeres Mal zubereiten zu können, ist mir die Sache schon wert. Ich habe dann ein wenig nach "koreanisch" und "Tofu" gesucht und bin dann auf ein Bild von 두부강정 (dubu gangjeong) gestoßen. Zunächst habe ich mir überlegt, wie ich das so ganz spontan zubereiten würde und habe mir dann, wie üblich, ein paar Rezepte angeschaut und siehe da: ich lag mit meinen Vermutungen ziemlich richtig. Also habe ich die anderen Rezepte beiseite geschoben und bin meiner Intuition gefolgt. Hier also meine ziemlich authentische Version von gebratenem Tofu mit knackigem Gemüse.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Bluecheese-Burger mit Preiselbeer-Walnussauce


Ganz oft, wenn ich nicht weiß, was es geben soll und auch keine Wünsche an mich gerichtet werden, mache ich Burger. Standardmäßig wandert bei mir Senf, Salatblatt, Patty mit Käse Käse, eingelegte Gurkenscheiben und ein paar Zwiebelringe in den Bun. Wenn ich vorher plane, mache ich den auch selbst, ansonsten gibt es mitlterweile ja auch brauchbare Burgerbrötchen zu kaufen. Hin und wieder brauche ich, aber besonders die Gattin und die Sous Chefin, Abwechslung. Also habe ich ihnen ein Burger mit Blauschimmelkäse serviert und dazu noch eine leckere Preiselbeer-Walnuss-Sauce angefertigt. Das Ergebnis könnt ihr hier betrachten.

Dienstag, 14. Juli 2026

Tagliatelle ai Gamberi - Tagliatelle mit Riesengarnelen



Jetzt, so kurz vor dem Sommerurlaub 2026, muss nicht mehr viel gekauft werden, wir verbrauchen einfach Vorräte. Im Tiefkühlhäusern des Anwesens waren noch Riesengarnelen und die auf vier Grad mit dezentem Sprühnebel befeuchtete Gemüsevorratshalle quoll über mit Tomaten. Was macht dann also? Ganz klar: Eier in Senfsauce! Ist natürlich Quatsch. Man macht tagiliatelle ai gamberi. Das ist wieder so ein "Terrassengericht", das aus jeder Faser "Urlaub" schreit und auch der Speisekarte eines guten Italieners zur Zierde gereichen würde. Dieses Rezept ist allerdings ein wenig aufwendig und man käme sicher auch einfacher zum Ziel, aber es schmeckt nun mal verdammt lecker und das ist die Hauptsache.

Sonntag, 12. Juli 2026

Mapo Tofu - simple Turboverssion


Ich habe so lange nichts aus meiner chinesischen Lieblingsprovinz Sichuan gekocht, dass ich bereits an Entzugserscheinungen leide. Bei der Durchsicht der Kühlkammern der Westerhausenschen Schlossküche fiel mir ein Block Tofu ins Auge (und das tut weh, sage ich euch). Also reifte der Entschluss, mal wieder Mapo Tofu (麻婆豆腐 / mā bō dō fu) zu machen. Damit das auch jeder ganz einfach zu Hause nachkochen kann, ohne in Spezialläden gehen zu müssen oder das Internet zu bemühen.

Donnerstag, 9. Juli 2026

Huhn mit Zitronengras-Chili-Sauce


Heute habe ich mal ein vietnamesisch angehauchtes Gericht im Angebot. Das sind so Sachen, die ich mache, wenn mir sonst nichts Gescheites einfällt. Manchmal gehen solche Improvisationen in die Hose und ich decke den Mantel des Schweigens darüber. Es geht aber such oft gut - Routine ist wichtig - und dann entsteht so etwas hier. Optisch vielleicht nicht das Schönste aller Gerichte, aber geschmacklich ganz weit vorn. Schauen wir uns das Zitronengras-Huhn also einmal genauer an.

Mittwoch, 1. Juli 2026

The Best of June 2026


Ihr seid der Wahnsinn, das geht hier dieses Jahr gut ab. Bisher war der März 26 der erfolgreichste Monat in der Geschichte dieses Blogs. Er brachte gut 1/3 mehr Seitenaufrufe als der bisherige Spitzenreiter. Der April war dann auch wieder ähnlich stark. Im Juni ging hier dann für meine Verhältnisse so richtig durch die Decke und ich konnte fast so viele Klicks Besucher verzeichnen, wie in März und Mai zusammen. Dabei war hier eigentlich fast nichts los. Aber vermutlich hat viele angelockt, die wahrscheinlich wissen wollten, ob ich noch existiere oder aber vielleicht  die Galaxie wieder verlassen habe. Egal, ich danke jedem, der hier mitliest. Kommen wir also zur obligatorischen Top 5 der meist angegeklickten neuen Rezepte des Junis, wie immer als Countdown, startend von Platz Fünf.

Dienstag, 30. Juni 2026

Folienkartoffel mit Kräuterquark


Ich habe es neulich schon mal geschrieben, bei Temperaturen, wie diesen, habe ich wenig Lust am Herd zu stehen und zu kochen. Da muss leichte Kost her, wie zum Beispiel Salate, Sandwiches oder, wie hier Folienkartoffeln mit Kräuterquark. Letzterer ist schnell angerührt und um die Knolle braucht man sich auch nicht kümmern, wenn sie erst einmal im Backofen ist. Perfekt würde ich sagen. Also ran an das Rezept.

Montag, 29. Juni 2026

New York Cheesecake


Ich hatte ja vor kurzem beschlossen, auf diesem Planeten, auf dem ich nun schon vor einiger Zeit gestrandet bin, zu verbleiben und meinen Friedensvertrag mit der Menschheit um ein Jahr verlängern. Zu diesem Anlass hatten wir ein paar Vertreter eurer Spezies zu Besuch und die essen bei solchen Festivitäten gerne Kuchen. Nun gehört Backen ja bekanntlich nicht zu meinen Kernkompetenzen, eine Lücke, die die Sous-Chefin aber aufs vortrefflichste füllt. Ich bin ja nicht so der Süß-Esser, aber vir die Wahl gestellt, wünsche ich mir meist eine New York Cheesecake. Diesmal habe ich der Bäckerin über die Schulter geschaut und den Prozess für den Blog dokumentiert. Das möchte ich heute mit euch teilen.

Freitag, 26. Juni 2026

Kommerzialisierung des Blogs? NIEMALS!

Ich habe neulich mal recherchiert, was ich mit einer Monetarisierung dieses Blogs, Schaltungen von Werbung, Kooperationen, Affiliate-Werbung und so weiter momentan verdienen würde.

Montag, 22. Juni 2026

Pie mit Rinderhack, Kartoffeln und Karotten


Wir haben hier gerade gefühlte 4000 °C im Schatten, es ist so richtiges Kreislaufwetter und ich schmelze wie ein Eiswürfel im warmen Tee. Bei aller Liebe zum Hobby, hält sich da die Lust, hinter einem heißen Herd zu stehen, in Grenzen. An Tagen wie diesen, reicht ein knackiger Salat, etwas kühle Melone oder ein bisschen gutes Baguette mit Oliven. Damit das hier aber weiter geht, habe ich noch mal ins Archiv gegriffen und präsentiere heute eine Pie, die optisch zwar vielleicht kein Meisterwerk ist - deshalb habe ich sie auch noch nicht gepostet - geschmacklich aber überzeugen konnte. Ich habe das Ganze frei nach Schnauze gemacht, würde aber behaupten wollen, dass es irgendwie grob in die britische Richtung geht, denn irgendwie hat uns das ein wenig an Cornish Pasty erinnert, was ja an sich schon mal nichts Negatives ist.

Sonntag, 14. Juni 2026

Tagliatelle al salmone - Pasta mit Lachs


Am Freitag war mal wieder mein guter Freund und Rhythmusgitarrist, Co-Sänger und Kreativpartner meiner Band zu Besuch und blieb über Nacht. Da man solchen Abenden ja hart arbeiten muss - der Gin trinkt sich immerhin nicht von alleine - braucht man immer eine gute Grundlage. Zudem muss jeder, der mich besucht, auch damit rechnen, essen zu müssen. Grillen fiel aus, da das Wetter unbeständig war. Burger oder Bratnudeln hatten wir ihm auch schon auch zig Mal vorgesetzt, also schlug die Gattin Sushi vor, was von der Sous-Chefin ausdrücklich unterstützt wurde. Letztere half mir auch bei der Zubereitung. Aber das hat nur am Rande etwas mit unserer heutigen Pasta zu tun. Eigentlich wollte ich nur erzählen, dass ich beim Fischhändler meines Vertrauens keinen Thunfisch, sondern Lachs bekommen habe und da nach dem Anfertigen der Rollen noch etwas übrig war. Das hatte ich dann eingefrorene und heute wieder aufgetaut, um diese einfache, aber wirklich leckere  Pasta zu kochen.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Dou Hua Mian - Nudeln mit Tofu


So, dann wollen wir hier mal kochtechnisch in den Juni starten. Ich hätte noch mal ein Nudelgericht aus Sichuan im Angebot, dass nicht nur lecker, sondern auch vegan ist. Letzteres hat bei mir zwar nicht oberste Priorität, schaden kann es aber auch nicht. Die Rede ist von 豆花面 (dòu huā miàn), was mit Tofu-Nudeln übersetzt wird. Das Rezept stammt einmal mehr aus Fuchsia Dunlops fantastischen Kochbuch "Sichuan - Land of Plenty", das es mittlerweile, wenn auch nicht gerade günstig, auf Deutsch unter dem Titel "Chinesisches Kochbuch - Die Küche Sichuans" zu kaufen gibt. Dunlop spricht fließend Mandarin und war die erste westliche Person, die am renomierten Sicguan Higher Institute of Cuisine eine Ausbildung absolvierte. Eine wahre Expertin also und eine meiner großen Orientierungspunkte, wenn es um die von mir heiß geliebte Küche dieser Region geht. 

Montag, 1. Juni 2026

The Best of May 2026


Nach ein paar Monaten mit für mich riesigem Output, ging es im Mai etwas ruhiger zur Sache. Trotzdem habe ich wieder genug Material, um wie gewohnt eine Top 5 präsentieren zu können. Das mache ich auch gleich und ohne Umschweife, wie immer als als Countdown.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Cu Liu Ji - Huhn in Essig-Sauce


Hier hätten wir mal wieder ein weiteres perfektes Beispiel dafür, warum die Küche Sichuans in meinen Augen unschlagbar ist: 醋溜鸡 (cù liū jī) oder mit Essig "glasiertes" Hühnerfleisch. Zartes Huhn in einer delikaten Sauce, knackiges Gemüse und ein Aroma, dass mal wieder alle Geschmacksrichtungen harmonisch vereint. Das Rezept stammt aus dem legendären Kochbuch Land of Plenty von Fuchsia Dunlop, die als erste westliche Person am Sichuan Higher Institute of Cuisine in Chengdu studiert und graduiert hat. Die Frau weiß also, was sie macht und ihre Kochbücher dienen mir seit Jahren als niemals endende Inspirationsquelle. Aber genug geredet, fangen wir an.

Dienstag, 12. Mai 2026

Xiang Su Zhu Rou Wan - knusprige Schweinefleischbällchen

Der China-Imbiss "Mai" (passend zum Monat) bei uns im Dorf war 25 Jahre lang eine Institution, bevor die Betreiber 2018 in den Ruhestand gingen und der Laden Geschichte wurde. Schade, denn wir haben uns da hin und wieder mal etwas geholt und besonders die knusprige Ente war die beste im weiten Umkreis. Ja, auch das war weit von authentischer chinesischer Küche entfernt, aber weitaus besser, als das, was die umliegenden Restaurants zu bieten hatten. Was mir sehr gefiel, war, dass der Chef nicht versteckt in einem Kämmerlein kochte, sondern die Küche in den Gastraum integriert war, so dass man sehen konnte, wie er die Dinge zubereitete. Die Preise waren auch human und seine Frau und er unendlich nett. Ein Gericht aus dieser Zeit ist besonders hängen geblieben: knusprige Schweinefleischbällchen mit süß-saurer Sauce, der Favorit der Sous-Chefin. Mir war heute nach etwas deftig Frittiertem, also habe mich daran gemacht und versucht, die Bällchen zu rekreieren. Ach ja, was ich damals noch nicht wusste - und Herr Mai vermutlich auch nicht, denn er ist Vietnamese -  das Gericht heißt auf chinesisch香酥猪肉丸 (xiāng sū zhū ròu wán). Irgendwann werde ich dann auch noch mal eine authentische Version posten, hier aber erst mal die europäisierte Variante, wie man sie aus China-Restaurants kennt.

Montag, 11. Mai 2026

Rustikaler Spargeltoast mit Bauernbrot und Bresaola


Gestern gab es bei uns ganz klassisch weißen Spargel, Salzkartoffeln und braune Butter mit Semmelbröseln. Dazu habe ich ein paar (mehr) Hähnchenschnitzel gemacht, weil ich die gerne am nächsten Tag einfach so im Brötchen esse. Ein paar der weißen Stangen waren (ungekocht) auch noch über, die bekam die Gattin, sehr zu ihrer Freude, dann heute als Spargeltoast. Ich habe mich dabei an einem älteren Rezept auf diesem Blog orientiert, allerdings ein paar Änderungen vorgenommen, die eine Neuveröffentlichung gerechtfertigt. Schauen wir das Ganze also einmal an.

Freitag, 8. Mai 2026

Gong Bao Xia Qiu - Kung Pao Garnelen


Ich hatte ja vorgestern versprochen, einen weiteren chinesischen Klassiker in anderem Gewand zu präsentieren und ich bleibe meinem Verspreche treu. Wenn man an die Küche Sichuans denkt, ist Gōng bǎo jī dīng  (Kung Pao Huhn) mit Sicherheit das bekannteste Gericht. Ich habe das auch schon mit Tofu  oder mit Rind gemacht, so wie eine Version aus dem benachbarten Guizhou vorgestellt. Heute gibt es 宫保虾球 (Gōng bǎo xiā qiú), also Kung Pao-Garnelen. Xiā qiú bedeutet eigentlich "Garnelenbällchen", hier werden aber keine Schalentierklopse gemacht. "Bällchen" bezieht sich einfach darauf, dass sich die Dekapoden beim Garen krümmen und rund werden. Statt Erdnüssen habe ich Cashews genommen, deren mildes Aroma passt, so meine ich, besser zu den delikaten Garnelen.  Ach ja, das ist Gericht ist natürlich keine Erfindung von mir, sondern in Sichuan und anderen Teilen Chinas sehr beliebt. Fangen wir also an.

Mittwoch, 6. Mai 2026

Wu Hua Rou Chao Da Bai Cai - Gebratener Schweinebauch mit Kohl


Ich habe so lange schon kein chinesisches Essen mehr gekocht, dass ich langsam anfing, an Entzugserscheinungen zu leiden. Von gestern war noch etwas Spargel über, den ich der Gattin heute mit auf Toast mit Tomatenscheibe, hartgekochten Eiern und mit Emmentaler überbacken servierte. Für die Sous-Chefin und mich ging es dafür im Wok nach Sichuan (wohin den sonst) wo wir mit 五花肉炒大白菜 (Wǔ huā ròu chǎo dà bái cài) einen rustikalen Klassiker der dortigen Hausmanns-/frauenkost genießen konnten: gebratenen Schweinebauch mit Kohl. Das ist schnell gemacht, schmeckt lecker und befriedigt meine Lust nach diesen für die Region typischen Aromen. Ach, wie sehr habe ich das vermisst!

Sonntag, 3. Mai 2026

The Best of April 2026


Pippi Langstrumpf macht sich die Welt, widde widde wie sie ihr gefällt, der April macht bekanntlich was er will und damit hätten wir dann schon mal etwas gemeinsam. Wie das zusammenpasst? Mir egal, das ist Sache des Bundestrainers und Rom wurde auch nicht an einem Tag verkabelt. Aber bevor wir hier jetzt Säulen an die Tankstelle tragen oder Scheren an Bären verkaufen ("Was für ein Blödsinn", dachte er still und schrob weiter), hier folgt die Top 5 der meist angeklickten neuen Rezepte des vergangenen Monats, wie gewohnt als Countdown.  

Mittwoch, 29. April 2026

Rigatoni con Asparagi bianchi arrostiti, Pomodorini e Aglio selvatico - Rigatoni mit gebratenem weißen Spargel, Kirschtomaten und Bärlauch


Wie oft habe das jetzt schon hier erwähnt? Ich würde im Leben nicht der Hybris verfallen und ein Restaurant aufmachen, es sei denn ich wäre Multi-Milliardär und es käme mir auf den Euro nicht an. Oft sitze ich aber da, besonders wenn ich irgendwo durch schlechtes Essen in einem Lokal enttäuscht wurde, und überlege, was ich anböte, wenn ich zum Beispiel jetzt zufällig eine italienische Trattoria erben würde und, um Kündigungen zu vermeiden, den Laden kurzzeitig weiterführen müsste, bis eine bessere Lösung gefunden wäre (Ende des Schachtelsatzes). Da stünde bei mir vermutlich so was wie dies hier, ganz oben auf der Liste: eine leckere Pasta mit lokalen und saisonalen Zutaten nämlich. Weißer Spargel hat ja gerade Saison und der bei uns "um die Ecke" (Nienburg) ist hervorragend. Bärlauch wächst bei uns zuhauf im Garten. Das mit ein paar "italienischen" Verdächtigen kombiniert, gibt ein wunderbares Terrassen-Essen, das wieder einmal unterstreicht: weniger ist oftmals mehr.

Montag, 27. April 2026

Besser als Bratkartoffeln oder Pommes Frites


Ich habe gerade "Rücken" und muss längeres Stehen vermeiden. Also müssen, schneller, alltagstaugliche Gerichte her.,Wenn man damit auch noch die Haushaltskasse entlasten kann, um so besser. Heute habe ich mal ganz einfache Ofenkartoffeln am Start. die mir persönlich besser als Pommes Frites oder Bratkartoffeln schmecken. Man muss auch nicht daneben stehen und Wenden, das gart von selbst und das Ergebnis ist immer perfekt. Meine Familie und mein Rücken danken es mir.

Dienstag, 21. April 2026

Devilled Bones - scharfe Hähnchenflügel von 1854

Nach ein paar aufwendigeren Kochprojekten in letzter Zeit, versuche ich momentan schnelle und kostengünstige auf den Tisch zu bekommen. Wenn ich damit auch den Bestand meiner Kühlkammern mindern kann, ist das ein positiver Nebeneffekt. So fand ich jüngst ein paar Hähnchenflügel, die ich ohne Plan einfach schon mal profilaktisch auftaute. Wie es der Zufall so will sehe ich dann ein Video des brillanten YT-Kanals Tasting History, in dem Max Miller ein Rezept für devilled (in den USA meist deviled) bones. Normalerweise denkt man "Foodie" bei scharfen Hähnchenflügeln zuerst an die beühmten Buffalo Wings aus der Anchor Bar in der Stadt Buffalo im Bundestaat New York, von aus sie ab 1964 bekannt wurden. Die haben, so könnten man meinen ihren Ursprung irgendwo in den Südstaaten. Unsere heutigen teufelischen Knochen stammen jedoch aus dem 1854 erschienenen Kochbuch A Shilling Cookery for The People des Briten Alexis Soyer. Zu seiner Zeit waren sogenannte devilled Gerichte (also teuflische) gerade groß in Mode. Damit bezeichnet man stark gewürzte - oft mit Cayennepfefffer - Dinge, wie zum Beispiel die auch bei uns bekannten devilled eggs. Das sind hartgekochte, halbierte Eier, bei denen das Eigelb zu einer scharfen Paste verarbeitet und wieder in die wieder in die Mulde im Eiweiß gegeben wird. Ebenso beliebt war es, Reste vom Sonntagshuhn oder andere Fleischstücke auf dies Weise zu verwerten. Das Rezept weist uns auch einfach nur ganz allgemein an, Braten- oder Geflügelreste zu nehmen, bei denen noch Fleisch am Knochen ist. Die Versionn mit Hähnchenflügeln scheint zu der beliebtesten geworden zu sein.

Montag, 20. April 2026

Gambas con Mojo Verde - Riesengarnelen in grüner kanarischer Sauce


Ich habe mich bereits das ganze Wochenende über nicht ganz auf dem Damm befunden  und hatte  dementsprechend heute auch keine Lust auf große Kochaktionen. Da außerdem Platz in den Gefrierschränken gemacht werden musste, habe ich einfach ein paar Riesengarnelen aufgetaut und sie ganz fix auf kanarische Art zubereitet.Ich will heute auch gar nicht lange schwadronieren, also ran ans minimalistische Rezept. 

Donnerstag, 16. April 2026

Di Ji Jing - "getropfte Hühneressenz" oder "wasserlose Hühnersuppe"

Das wäre doch mal eine Frage für Günther Jauch: Ist diese Hühnersuppe...

a) ... super lecker
b) ... einfach gemacht
c) ... auf ein Jahrhunderte altes Verfahren zurückzuführen
d) ... ganz ohne Wasser gekocht

Das Gute daran, egal was geantwortet wird, es stimmt alles. Aber schauen wir uns mal Antwort d) an. Klingt erst einmal nach einem verspäteten Aprilscherz, aber Rezepte für ohne (zusätzliches) Wasser gekochte Hühnerbrühen gingen vor einiger Zeit viral. Normalerweise interessiert mich so etwas nicht, aber ich hegte sofort den Verdacht, dass dieses Rezept seine Ursprung in China hat. Und tatsächlich scheint es in den 1990er in Taiwan aus einer Nische herausgetreten zu sein und zur beliebten Suppe für jedermann zu jeder Zeit zu werden. Die Rede ist von 滴雞精 (dī jīj īng), was so viel wie "getropfte Hühneressenz" bedeutet. Früher - und wir reden hier wie gesagt von einer Jahrhunderte alten Tradition -  diente sie hauptsächlich dazu, Kranke und besonders Frauen im Wochenbett zu stärken., sie hatte also vornehmlich medizinische Zwecke. Der Gedanke hierbei ist, dass hier beim Kochprozess nichts durch Wasser verdünnt wird, sondern im eigenen Saft gegart wird und glaubt mir, da entsteht so einiges an Flüssigkeit. Und die ist schön konzentriert, deshalb auch "Essenz". Fangen wir also an.

Mittwoch, 15. April 2026

Murgh Malai Tikka - mildes Hähnchencurry aus Indien


Bei indischen Curry denkt man ja zunächst an kräftig gelbe oder tiefrote feurige Currys. Und meist ist das ja auch so. Unser heutiges aus Nordindien stammendes Malai Tikka  (auch Mali Murgh Kabab oder Muirgh Malai Boti genannt) ist da aber anders. Mild, aber dennoch aromatisch, wunderbar cremig und und von heller Farbe.  Daher auch der Name,  den in den Spürachwen Hindi, Urdu und Punjab ist malai ein Wort für Sahne. Es ist ideal für alle mit wenig Schärfetoleranz oder Menschen, die sich erst vorsichtig an die indische Küche herantasten wollen, sowohl was das Essen, als auch das Kochen angeht. Man braucht hierfür nämlich keine tausend exotischen Gewürze die man vielleicht nie wieder im Leben verwendet. Noch ein Vorteil: das Rezept ist gelingsicher ... fast, aber dazu später mehr. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist dass das Huhn durch das Marinieren extrem zart wird nd quasi im Mund zerschmilzt. Also legen wir los.

Montag, 13. April 2026

Yu Xiang Dou Fu - Fischduft-Tofu


鱼像 (yú xiàng) bedeutet "Fischduft" und ist eine der um die 24 Geschmacksprofile der Küche Sichuans. Ich habe da schon mal erzählt (vermutlich mehrfach), aber die chinesische Küche kennt streckenweise sehr poetische, metaphorische oder von Assoziationen geprägte Begriffe. In diesem Fall riecht hier nichts nach Fisch und es auch nichts dergleichen im Essen, dafür aber eine Kombination aus Ingwer, Knoblauch, Essig, Zucker und Chilibohnenpaste und das ist ein typisches Saucenmerkmal für manche Gerichte mit Fisch, daher kommt der Name. Die bekanntesten Gerichte dieser Kategorie sind 鱼香肉丝 (yú xiāng ròu sī) - "geschnetzeltes (Schweine-)Fleisch mit Fischduft  - und 鱼香茄子 (yú xiāng qié zǐ) Auberginen mit Fischduft. Ich habe das auch schon mal mit Huhn gemacht: 鱼香鸡丝 (yú xiāng jī sī), was auch gängig ist. Heute mach ich mal eine Version mit Tofu, die dann folgerichtig 鱼像豆腐 (yú xiàng dòu fu) heißt. Das ist dann auch komplett vegan, man wird aber trotzdem kein Fleisch vermissen. Ich würde mal sagen, dass man mit Gerichten wie die jeden Tofu-Skeptiker eines besseren belehren kann.

Sonntag, 12. April 2026

Shudu - originale Sichuan Küche in Hamburg


Es gibt im Universum physikalische Gesetze, die immer und überall gleich wirken. Da hätten wir die Gravitiationskonstante, die Lichtgeschwindigkeit, das Plancksche Wirkungsquantum, die Boltzmann-Konstante und manches mehr, aber auch die Tatsache, dass, wenn ich Hamburg bin, ein Besuch im Shudu Pflicht ist. Hier bekommt man authentische Sichuanküche, ich würde mal sagen die beste in ganz Norddeutschland (außer bei mir zu Hause, natürlich). Wir hatten gestern eine Familienzusammenkunft in der Hansestadt an Elbe und Alster, dabei eine Tante in Glinde (Schleswig Holstein) abgeholt,  dann die andere Tante mit Onkel in Rahlstedt besucht, die Glinder Tante später zurück gebracht und die Sous-Chefin bei einer Freundin verabschiedet, die in einem Studentenwohnheim wohnt. Danach sind wir wieder Richtung Hauptbahnhof gefahren, um im Shudu zu essen, bevor es wieder nach Hause ging. Warum erzähle ich das so langatmig? Nun, die Regeln für zwei Michelin-Sterne sagen, dass das Restaurant einen Umweg wert sein muss. Ich bin kein Michelin-Gutachter, aber hier ist mir kein Weg zu weit. Ich liebe dieses Restaurant. Das Essen und die Leute sind dort großartig. 谢谢你们太棒了!

Freitag, 10. April 2026

Yan Xun Ban Ya - Geräucherte Ente


Ich habe ja mehrere Kochkanäle auf YT, die ich immer wieder gerne sehe. Ich habe ja schon öfter Chinese Cooking Demystified (Steph und Chris) und Wang Gang als unverzichtbare Inspirationsquellen angegeben.. Ich mag auch Best Ever Food Review Show (Sonny ist der obercoolste Oberhammer), aber eben auch den Food Ranger (Trevor James). Letzterer ist auch oft in Sichuan unterwegs (er spricht auch gutes Mandarin) und hat natürlich viele Restaurants in der Region besucht und auch bewertet. Ein Gericht aus der Hauptstadt der Provinz, Chengdu, fiel mir besonders auf und das hat er vor rund zehn Jahren in zwei verschiedenen Lokalen gegessen. Seitdem schleiche ich darum herum, schaue mir die Videos immer wieder an, um Details zu entdecken, bin aber nie dazu gekommen, es zu selber nachzukochen. Bis heute. In dem einen der Berichte ist zumindest der Name des Restaurants erkennbar: 雷氏板鴨 (Léi shì bǎn yā) - "Leis flache Ente" (dazu später mehr) - und das ließ sich auf einer einschlägigen Reiseplattform mit Rating System leicht finden, zumindest, wenn man etwas Chinesisch versteht. Der Food Ranger nannte das Gericht salted duck, also "gesalzene Ente", aber das ist ein anderes Gericht, nämlich 盐水鸭 (Yán shuǐ yā) aus Nánjīng, Hauptstadt der Provinz Jiāngsū. Eine weitere Recherche ergab, das besagter Lei das Gericht eben, wie der Name seines Restaurants suggeriert, "Flache Ente" nennt. Da sie auch geräuchert wird, ist die Sache eindach. Es handelt sich hier um eine Variante von 煙燻板鴨(Yān xūn bǎn yā), der geräucherten flachen Ente. Case closed.

Lu Shui - chinesische "Meistersauce"


Im Westen eher vornehm "Meistersauce" oder master stock genannt, bedeutet 鹵水 (lǔ shuǐ) übersetzt eigentlich nur ganz profan "Salzwasser". Mit leichten lokalen Abweichungen wird diese Flüssigkeit fast in ganz China gerne genommen, wenn Lebensmittel, insbesondere Fleisch geschmort werden sollen. Wenn man die Sauce richtig behandelt, dass heißt nach Gebrauch filtert, sie im Kühlschrank lagert und einmal pro Woche aufkocht, kann man sie sogar seinen Enkeln vererben. Der Geschmack wird nach jeder Anwendung intensiver und wenn man irgendwann Wasser auffüllen muss, kan  man dann gleich wieder noch ein paar Gewürze mitkochen. Es gibt Restaurants in China, die den Originalansatz seit Jahrzehenten immer wieder verwenden  und so nach einiger Zeit eine Umami-Bombe haben, für die man eigentlich eine Waffenschein braucht. Ich weiß zwar nicht, wie mein lǔ shuǐ 2036 schmecken wird ("Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?"), aber alles hat irgendwann einen Anfang und das ist in diesem Fall jetzt (beziehungsweise gestern).

Dienstag, 7. April 2026

Surströmming - von einem, der auszog, olfaktorisch Harakiri zu begehen


Ich mag meine Schwester, wirklich, aber sie hat das große Talent, mich immer wieder ungefragt in irgendwelche Aktionen hineinzuziehen. Das beginnt dann meist mit den Worten: "Es könnte sein, dass...". Wir sind ja alle große Schwedenfans und haben da die letzten Urlaube auch gemeinsam verbracht. 2024 hat sie  dort - meine Schwester spricht Schwedisch - ein nettes Ehepaar kennengelernt, die mittlerweile gute Freunde sind. Es begann aber damit, dass sie zu mir sagte: "Es könnte sein, dass ich den Schweden aus einem Affekt heraus versprochen habe, dass du ihnen in unserem Ferienhaus Schnitzel zubereitest. Die kommen dann heute Abend um 18:00 Uhr. Das kriegst du hin, oder?" Oder Weihnachten 2025, als wir ein Haus auf einem großen Hof gemietet hatten und sie mit den Besitzern, die im Haupthaus gegenüber wohnten, redete, zurückkam und zu mir sprach: "Es könnte sein, dass ich versprochen habe, dass du heute Abend bei denen den Weihnachtsmann (Jultomte) spielst". Ebenso kam es ihr April letzten Jahres in den Sinn, dass es auch zur wahren Schwedenerfahrung gehört, Surströmming zu essen. Der Haken an der Sache: sie ist Vegetarierin, also war das wieder einer dieser "Es könnte sein...."-Momente.

Montag, 6. April 2026

Laphet Thoke - burmesischer Teeblattsalat aus Myanmar


Myanmar, ehemals Burma (oder Birma) ist eins dieser asiatischen Länder, die deutlich im der öffentlichen Wahrnehmung deutlich von seine Nachbarn - in diesem Fall China, Indien und Thailand - überschattet werden. Lange Zeit abgeschottet, gab es vor einiger Zeit eine Phase, in der Hoffnung auf Demokratie aufkam, bis dann im Jahre 2021 das Militär putschte und das Land in seinen erzwungenen Dornröschenschlaf zurückfiel. Angeblich findet man in Bangkok abseits der üblichen Touristenpfade Gassen, in denen Burmesische Exilanten in kleinen Straßenlokalen Essen für die eigenen Leute anbieten, sonst ist man größtenteils auf Hörensagen oder  Internetquellen angewiesen, wenn man sich mit der Küche dess Landes beschäftigen will. Auf Kochbücher würde ich mich da nicht verlassen. Hand aufs Herz, wer von euch hat schon mal was von Laphet Thoke (လက်ဖက်သုပ်), also "Teeblattsalat" gehört, geschweige denn, so etwas schon mal gegessen? Vermutlich nicht viele und ich musste auch erst 55 Jahre alt werden, bevor Mynanmar in meiner Küche stattfand. Vorweg möchte ich schon mal sagen, das hier gehört zu den obskursten Dingen, die ich im Leben probiert habe. Ob das gut oder schlecht ist, werden wir im Laufe des Artikels erfahren.