Es gilt ja die nach wie vor die alte These, dass alles besser schmeckt, wenn man es in Brot stopft oder mit Käse überbackt, im Zweifelsfall beides zusammen. Wenn dem so ist - und ich wüsste nicht, was dagegen spräche - müsste ja folgerichtig mit Käse überbackenes Brot an sich ja schon einen kulinarischen Wert haben. Meine Mutter, die für ihren Satz "Och, mir reicht ein Käsebrot" weltberühmt ist, scheint hier ihrer Zeit vermutlich schon immer weit voraus gewesen zu sein. Vielleicht ist sie ja aber auch heimliche Schweizerin, denn unsere eidgenössischen Nachbarn teilen sicherlich ihre Vorliebe für diese Kombination. Das berühmte Käsefondue ist hierfür ein gutes Beispiel.
Sonntag, 30. Dezember 2018
Samstag, 29. Dezember 2018
Zum 5. Blog-Geburtstag: Linguine in Safransauce mit Languste, Jakobsmuscheln und Scorzone
Zunächst ein paar Worte in eigener Sache. Als ich mich auf den Tag genau vor fünf Jahren hinsetzte und mehr aus einer Laune heraus begann, die ersten Zeilen für diesen Blog zu tippen, hätte ich niemals gedacht, dass ich heute hier sitzen und immer noch mit ganzem Herz bei der Sache sein würde. 5 Jahre - ein langer Ritt, eine kulinarische Reise mehrfach um den Globus. 5 Jahre, in denen auch ich einiges dazu gelernt habe, sowohl über Essen, als auch über mich selbst. Im letzten Jahr bin ich davon abgekommen, täglich zu posten. Auch das ist Teil des Lernprozesses. Zum einen soll mir das hier Spaß machen und da ist Zwang hinderlich. Zum anderen wird es immer schwerer, neue Sachen zu präsentieren, wenn man nicht irgendwann auf der Ebene landen will, die x-te Version vom überbackenen Toast zu veröffentlichen, nur um etwas geschrieben zu haben. Da ist es mir wichtiger ein gewisses - wie auch immer einzuschätzendes - Qualitätsbewusstsein zu wahren und lieber mal die Hände ein paar Tage stillzuhalten. Ich glaube, damit fahre ich ganz gut und ich bin jetzt recht zuversichtlich auch in weiteren fünf Jahren noch hier zu sein. Wer möchte kann im Anschluss am Ende dieses Beitrags mit mir die nach Klickzahlen erfolgreichsten Rezepte dieses Blogs Revue passieren lassen. Auf die nächsten Fünf!
Montag, 24. Dezember 2018
Heiligabend-Menü 2018
The same procedure as every year. Morgen sind wir mit Schwiegereltern auswärts essen und übermorgen bei meinen Erzeugern zum traditionellen Truthahn. Dafür sind heute, an Heiligabend, alle bei uns und ich kümmere mich um das leibliche Wohl. Die letzten Jahre hatten wir Büffet, dieses Mal habe ich ein Menü gemacht. Nichts ausgefallenes, eher bodenständig, eben dem Geschmack der Gäste angepasst, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Samstag, 22. Dezember 2018
Ragù di cinghiale alla toscana - toskanisches Wildschweinragout mit hausgemachten Pappardelle
Der Begriff Ragù wird, auch in Italien, oft ganz allgemein als Synonym für Bolognese gebraucht. Wer mich kennt weiß, dass ich diesen Klassiker aus der Hauptstadt der Emilia-Romagna bedingungslos verehre und stets ein nervöses Zucken in den Augenlidern bekomme, wenn ich sehe, wie gerade dieses Gericht hierzulande immer wieder verschandelt wird. Trotzdem haben auch andere Regionen Italiens leckere Ragù zu bieten.
Neulich hatten wir ja schon das Ragù d'anatra aus Veneto, heute begeben wir uns in die Toskana und kümmern uns um die wilde Wutz. Wildschweinragout ist in dieser Region sehr beliebt. Das habe ich vor Jahrzehnten schon mal gemacht, mit eigentlich gutem Fleisch vom Wochenmarkt. Das Ergebnis war zäh und leberig im Geschmack. Seitdem hat Wildschwein in meiner Küche nicht mehr stattgefunden, nur noch hin und wieder mal im Restaurant. Schade eigentlich. Jetzt habe ich es endlich mal geschafft, den Wildverkauf von Jäger Menze zwei Dörfer weiter aufzusuchen. Dort habe ich ein schönes Stück Schwarzkittel aus der Schulter bekommen, für knapp 15 Euro das Kilo. Heimischer Forst, lokale Ware und preislich so was von in Ordnung - was will man mehr?
Sonntag, 16. Dezember 2018
Ragù d'anatra - Entenragout aus Venetien
Aufmerksame Leser dieses Blogs werden sich erinnern (alle anderen müssen auf meine demnächst erscheinende Autobiographie warten) dass dieses Jahr Vicenza im Veneto das Ziel unseres Familienurlaubs war. Natürlich informiert man sich schon vor einer Reise über die kulinarischen Gepflogenheiten der Region. In Venetien sind es in erster Linie Weine (Soave, Bardolino, Amarone) aber auch Essen steht natürlich hoch im Kurs. Ein Gericht, das immer wieder auftaucht, sind Bigoli con l'anatra (oder anitra, manchmal auch arna). Anatra ist die Ente und Bigoli die lokale Pasta. Dabei handelt sich um eine Art Spaghetti, allerdings so dick wie Bucatini (= Maccaroni) aber eben nicht hohl. Die Pasta ist frisch und wird in zylinderförmigen Pressen von Hand, ja eben gepresst. Bekommt man hierzulande nicht so ohne weiteres, also musste ich tricksen und habe Pasta selbst gemacht und einfach nicht ganz so dünn ausgerollt wie sonst.
Samstag, 15. Dezember 2018
Eingelegter Ziegenkäse mit schwarzen Nüssen
Weihnachten steht vor der Tür und Heiligabend ist die Familie traditionell bei uns zum Essen eingeladen. Noch weiß ich nicht, was es geben soll, aber nach einigen Jahren mit Büffet, tendiere ich diesmal mehr nach einem mehrgängigen Menü - für acht Personen nicht sonderlich schwer. Nur Suppe, Hauptgericht und Dessert finde ich aber langweilig, also brauche ich auch mindestens einen Zwischengang. Salat ist da gut, etwas käsiges auch. Ich habe die Tage ja Ziegen- und Schafskäse nach einem alten Rezept von Starkoch Jörg Müller eingelegt. Diesen habe ich heute probeweise zu dem von ihm dankenswerter Weise auch veröffentlichen Salat verarbeitet. Da mir neulich zufällig ein beinahe vergessenes Glas mit selbst eingelegten schwarzen Walnüssen in die Hände fiel, dachte ich mir, Herr Müller hätte sicher nicht gegen diese eigenmächtige Erweiterung.
Auberginen-Avocado-Creme
Die Idee zu diesem Dip kam mir im Fluge. Sozusagen. Wir kennen ja alle diese mediterranen Stände auf Märkten oder vor Einkaufsläden, bei denen man zwei getrocknete Tomaten und ein Stück Schafskäse kauft und es immer 23,97 Euro kostet, egal wie. Und während man sich noch fragt, wer eigentlich diese unnatürlich aussehenenden Garnelenattrappen aus Surimi kauft, steckt einem der Verkäufer schon unvermittelt ein Stück Sesamkringel mit einer Käsecreme zum Probieren in den Rachen. So auch mir geschehen neulich. Ich wollte nur ein Fladenbrot und zack kam ein Stück Auberginen-Avocado-Creme angeflogen. Ich kostete, sagte artig danke, zahlte die 23,97 Euro für das Fladenbrot und dachte mir, dass man die Creme auch selber machen kann.
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