Montag, 25. Februar 2019

Mediterranes Schmorgemüse mit Huhn


Heute gibt es mal wieder etwas, dass ich Mitte der Neunziger öfter für die damals frisch in mein Leben getretene (noch nicht) Gattin und mich gekocht habe, wenn auch deutlich einfacher als hier. So habe ich die Gemüse sicherlich nicht getrennt angebraten und auch das Fleisch war nur Brustfilet, vom Geschmack her wurden heute jedoch Erinnerungen wach. Nur gute, natürlich. Aber was soll man auch bei zartem Fleisch auf leckerem Gemüse mit kräftigem Sößchen anderes erwarten? Das ist keine Haute Cusine, sondern bodenständige Landküche, wie sie ehrlicher nicht sein könnte. Essen, so wie ich es mag, immer mochte und vermutlich auch stets mögen werde. 

Sonntag, 24. Februar 2019

Pizza Marinara


"Pizza ohne Käse? Ja, geht denn das?" werden sich viele Mitmenschen fragen. Für die meisten wahrscheinlich undenkbar, wird doch der Deutschen liebster Snack aus Italien gerne unter Bergen von Käse begraben. Dabei schreckt man auch nicht vor Gouda oder - noch schlimmer - Edamer zurück. Ich habe mich ja bereits neulich beim Risotto über die Schwierigkeit ausgelassen, hierzulande authentische italienische Gerichte zu bekommen. Bei Pizza ist das am auffälligsten und manchmal bekomme ich Angst, wenn ich sehe, was es da für Kreationen gibt. Ich selbst spreche mich auch nicht davon frei und habe mich auch schon des Öfteren in diesem Zusammenhang mit Schuld beladen, siehe heutiges "Flashback". Das möchte ich nun wieder gutmachen und die ursprünglichste Version der neapolitanischen Pizza, die Marinara vorstellen.

Freitag, 22. Februar 2019

Risotto al pomodoro


Italienisch essen gehen ist in Deutschland nicht leicht. Ich weiß nicht, ob potentiellen Restaurantgründern und Köchen aus Bella Italia beim Überqueren der Alpen in Richtung Norden am Brenner der Rezeptspeicher im Gehirn automatisch gelöscht wird oder ob sie einfach vor der teutonischen Sturheit kapitulieren und die eigenen Gerichte so verfälschen, dass sie dem deutschen Michel kommod sind. Noch bevor ich ein Restaurant betrete schaue ich auf die draußen ausgehängte Speisekarte. Lese ich dort "Spaghetti Carbonara - Nudeln in Schinkensahnesauce", ist das ein Grund, den Laden gar nicht erst zu betreten. "Spaghetti Bolognese" lassen zumindest Alarmglocken schrillen. "Pizza Bananas" ist noch so ein No-Go. Sind diese Hürden umschifft, schaue ich, ob sich ein Risotto auf der Karte findet. Wenn nicht, dann bin ich mir recht sicher, dass der Koch zumindest nicht an Selbstüberschätzung leidet. Wenn ich nämlich beim Italiener sitze und ein Risotto angeboten wird, bestelle ich das auch. Denn wer das im Programm hat, muss sich an seinem eigenen Anspruch messen lassen. Und bei Risotto ist bei mir die Latte extrem hoch.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Hähnchenbrust für Salat


"Und täglich grüßt das Murmeltier", könnte man meinen oder auch empört ausrufen: "Schon wieder der gleiche Salat? Was soll das denn!". Es geht mir heute aber nicht um das zweifelsohne leckere Grünzeug, sondern vielmehr um die Hähnchenbrust, die hier verwendet wird. Ich liebe Huhn im Salat, aber nichts ist schlimmer, als wenn das Fleisch knochentrocken ist und beim Kauen immer mehr wird. Um dies zu verhindern, versuche ich immer mal wieder andere Zubereitungsmethoden. Dabei kristallisiert sich folgende BInsenweisheit heraus: Temperatur und Gardauer sind Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Zu hundert Prozent zufrieden bin ich noch nicht, aber auf einem guten Weg. 

Dienstag, 19. Februar 2019

Aus Jugend und Kindheit (Teil XVI): Bunter Salatteller à la Bazille


Einen Teil meiner Studienzeit - die ersten drei Jahre von 1990 bis 1993 - habe ich in Kiel verbracht. Dort hatte ich ein Zimmer mit einer Gemeinschaftsküche, die mehr schlecht als recht eingerichtet war. In Restaurants zu essen konnte ich mir nicht leisten, also war Improvisationsgeist gefragt und ich habe so manche Dosensuppe (ich stand noch ganz am Anfang meiner "kulinarischen Karriere") mittels einer Kaffeemaschine erwärmt. Vermutlich bin ich somit der Erfinder des Sous-Vide-Verfahrens. Hin und wieder habe ich aber doch auswärts gespeist, dann aber meist in Studentenkneipen und Bistros. 

Montag, 18. Februar 2019

Salisbury Steak


Medienschelte mag zwar en vogue sein, ist aber mit Sicherheit kein neues Phänomen. Ob Buchdruck, Radio, Fernsehen, Internet, Smartphone - jede neue Form der Informationspräsentation wurde zunächst von vielen, die sie nicht auf Anhieb verstanden, argwöhnisch betrachtet. Aber die Menschheit ist durch keine dieser Medien untergegangen und auch der überall befürchtete Verfall von Kultur und Sitten, beziehungsweise die Faulheit der Jugend war schon seit Menschengedenken ein Thema. Trotzdem ist es unumstritten, dass neue Entwicklungen auch immer Veränderungen im sozialen Miteinander nach sich ziehen. Nehmen wir den Fernsehapparat. Zunächst in speziellen Schränken hinter Türen fast schamhaft versteckt, avancierte er bald zum Vorzeigeobjekt und Mittelpunkt des Wohnzimmers. Aß man früher gemeinsam am Küchentisch oder im Esszimmer, versammelte man sich jetzt vor dem TV-Gerät und aß auf der Couch. Gerade in anglo-amerikanischen Ländern, in denen man traditionell die Hauptmahlzeit abends einnimmt, führte dies zu veränderten Essgewohnheiten. Hinzu kam, das zu dieser Zeit Kochen fast ausschließlich "Frauensache" war, viele Frauen aber auch berufstätig waren und die Zeit, aufwendig zu kochen fehlte. Dies erkannte die Industrie in den 50er Jahren und entwickelte Fertigmenüs, die nur noch erwärmt werden mussten. Der Name dieser Produkte passte zum Anlass: TV Dinners.

Sonntag, 17. Februar 2019

Gaeng Massaman - Massaman Curry


Heute entführe ich euch mal wieder nach Thailand und tische das berühmte Massaman Curry auf. Übersetzt heißt das so viel wie "Moslem-Suppe", denn es wird hauptsächlich von der malaiischen Volksgruppe gekocht, die im Süden des Landes lebt und mehrheitlich dem Islam angehört. Begrifflich muss man aufpassen, da der Staat Malaysia zwar mehrheitlich von Malaien bewohnt wird und ihnen auch seinen Namen zu verdanken hat, aber nicht alle Malaien auch Malyasier sind und umgekehrt. Malaien findet man zum Beispiel auch in Indonesien, Brunei und Myanmar. Das erklärt den deutlich indonesischen, in Teilen fast indischen Einschlag des Currys, das trotzdem seine thailändische Herkunft nicht verleugnen kann. Das beste zweier Welten also. Traditionell wird das Curry mit Huhn zubereitet, Rind oder gar Lamm sind aber auch nicht unüblich. Eigentlich ist das Massaman Curry ein gelungenes Crossover-Gericht und der Beweis, das Migration und Integration nichts Schlimmes sind, sondern eigentlich sogar richtig lecker.