Mittwoch, 15. April 2026

Murgh Malai Tikka - mildes Hähnchencurry aus Indien


Bei indischen Curry denkt man ja zunächst an kräftig gelbe oder tiefrote feurige Currys. Und meist ist das ja auch so. Unser heutiges aus Nordindien stammendes Malai Tikka  (auch Mali Murgh Kabab oder Muirgh Malai Boti genannt) ist da aber anders. Mild, aber dennoch aromatisch, wunderbar cremig und und von heller Farbe.  Daher auch der Name,  den in den Spürachwen Hindi, Urdu und Punjab ist malai ein Wort für Sahne. Es ist ideal für alle mit wenig Schärfetoleranz oder Menschen, die sich erst vorsichtig an die indische Küche herantasten wollen, sowohl was das Essen, als auch das Kochen angeht. Man braucht hierfür nämlich keine tausend exotischen Gewürze die man vielleicht nie wieder im Leben verwendet. Noch ein Vorteil: das Rezept ist gelingsicher ... fast, aber dazu später mehr. Was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist dass das Huhn durch das Marinieren extrem zart wird nd quasi im Mund zerschmilzt. Also legen wir los.


Wir brauchen für zwei Portionen:
  • 2 Hähnchenbrustfilets
  • 1 TL Knoblauch-Ingwerpaste
  • 1 grüne milde Chili
  • 1 Handvoll Koriandergrün
  • 2 EL Cashewkerne
  • 1 TL gemahlenen Kardamom
  • 1 TL gemahlenen Kreuzkümmel
  • 1 TL Garam Masala
  • Salz
  • Schuss Zitronensaft
  • 4 EL Joghurt
  • 100 ml Sahne
  • 1 EL Ghee, Butterschmalz oder Butter
Statt Hähnchenbrustfilets kann man auch andere Stücke verwenden. Wichtig ist nur, dass sie ohne Haut und Knochen sind.

Konoblauch-Ingwerpaste kann man fertig im Asialaden kaufen. Alternativ püriert man beide Gewächse zu einem feinen Mus.

Garam Masala ist eine indische Gewürzmischung. Man kann man im Asialadern (was ich empfehle) oder auch in Supermärkten kaufen oder man folgt einfach obigem Link und mischt es sich selbst an. Während man auch Kreuzkümmel und/oder Kardamom im Notfall verzichten kann, ist Garam Masala essentiell für dieses Gericht.


Huhn in vier Zentimeter große Stück schneiden. Chili nach Wunsch entkernen und mit dem Koriander klein hacken.  Die Hälfte des Joghurts und der Sahne beisiete stellen, die restlichen Zutaten - bis auf die Cashewkerne und Butterschmalz - vermengen und am besten über Nacht ziehen lassen.  


Dann das Fleisch entweder auf Spieße stecken und grillen (Idealfall), in Pfanne oder Backofen garen oder wie hier in der Heißluftfritteuse. Ich habe dazu 200 °C eingestellt und die Teile zehn Minuten gebacken. Marinadereste nicht wegkippen, die brauchen wir noch.



Für die bessere Optik und ein wenig extra Geschmack - und weil ich gerne mit dem Feuer spiele - werden  die Teile dann noch mal mit der Lötlampe angeröstet. Muss man nicht machen, ist aber ganz gut. Man könnte das auch noch mal kurz im Ofen unter den Grill stellen.


Butterschmalz erhitzen und die Fleischstücke damit bepinseln.


Die restliche Marinade in eine Pfanne geben, mit übrigen Joghurt und Sahne vermengen. Cashewkerne fein mahlen und einrühren. So viel Wasser angießen, dass ein dickflüssige cremige Sauce entsteht. Abschmecken. 


Fleisch hineingeben und zwei Minuten auf kleinster Flamme mitschmoren.


Der Teig für die Naan--Brote ist auch schon gut aufgegangen.


Dazu Reis, den ich mit Salz, einem Esslöffel Kreuzkümmelsamen, einem Lorbeerblatt, einem kleinen Stück Zimtrinde und zwei grünen Kardamomkapseln gegart habe. Das Gute: ist der Reis fertig, liegen die stückigen Gewürze an der Oberfläche und können problemlos entsorgt werden. 


"Jetzt nur noch anrichten, dann es ist geschafft" sage ich mir und stelle die Pfanne auf die Spüle neben der Arbeitsfläche, auf der die Schalen zum Befüllen stehen. Und rumms! Eine falsche  Bewegung und die Pfanne rutscht ins Abwaschwasser. Da kommen einem Wörter über die Lippen, von denen man bislang selbst nicht wusste, dass man sie kennt. Aber es hilft ja nichts, also habe ich das Fleisch gut abgespült und aus den obigen Zutaten schnell eine neue Sauce angesetzt. Damit es schneller geht habe ich die ich die Chilischote und den Koriander zusammen mit den Cashews gemahlen, dadurch hat die finale Sauce einen leichten Grünstich. Sie schmeckte aber genau wie die erste, also ist es noch mal gut gegangen. Fast hätte ich "ver-murgh-st". Ich kann Hähnchen Malai Tikka nur empfehlen. Extrem zartes Fleisch, eine cremige Sauce mit mild-nussigem Aroma durch die Cashews - da leckt man sich alle Finger nach.
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Flashback:



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