Mittwoch, 20. Mai 2026

Cu Liu Ji - Huhn in Essig-Sauce


Hier hätten wir mal wieder ein weiteres perfektes Beispiel dafür, warum die Küche Sichuans in meinen Augen unschlagbar ist: 醋溜鸡 (cù liū jī) oder mit Essig "glasiertes" Hühnerfleisch. Zartes Huhn in einer delikaten Sauce, knackiges Gemüse und ein Aroma, dass mal wieder alle Geschmacksrichtungen harmonisch vereint. Das Rezept stammt aus dem legendären Kochbuch Land of Plenty von Fuchsia Dunlop, die als erste westliche Person am Sichuan Higher Institute of Cuisine in Chengdu studiert und graduiert hat. Die Frau weiß also, was sie macht und ihre Kochbücher dienen mir seit Jahren als niemals endende Inspirationsquelle. Aber genug geredet, fangen wir an.    

Zunächst kümmern wir uns um das Huhn. Ich habe die Mengen aus dem Originalrezept angepasst. Die Mengen auf dem Foto stimmen so nicht.
  • 500 g Hähnchenbrust ohne Haut und Knochen
  • 3 Eigelbe
  • 3 EL Kartoffel- oder Maisstärke
  • 1 EL chinesischen Reiswein (Shaoxing)
  • Salz 

Fleisch längs in daumendicke Streifen und diese dann leicht schräg in zwei Zentimeter lange Stücke schneiden. Mit Salz und Reiswein vermengen. In einer anderen Schüssel die Eigelbe mit der Stärke zu einem dünnen Teig glatt rühren und das Huhn unterrühren. 


Für die Sauce:
  • 2 EL dunkler chinesischer Essig (Chinkiang)
  • 3 TL Zucker
  • 2 TL chinesischer Reiswein (Shaoxing)
  • 1 TL Salz
  • 1,5 TL Stärke
  • 6 EL chinesische Hühnerbrühe
Chinkiang-Essig bekommt man im Asialaden. Alternativ nimmt man italienischen Balsamico.


Alles gut vermischen.


Das Rezept sieht als Gemüse Stangensellerie vor. Den mag die Gattin aber nicht, also nehme ich Bambus und Pak Choi. Das sorgt auch für Knackigkeit.
  • 300 g Bambus
  • 1 Pak Choi (nur der weiße Teil)
  • 3 cm Ingwer
  • 1 Monoknoblauch (oder 3 normale Zehen)
  • 5 Frühlingszwiebeln (grüner Teil)
  • 2 EL Chili-Bohnenpaste (Doubanjiang) 
  • Öl zum Frittieren und Braten
Alternativ zur Chili-Bohnenpaste könnte man laut Dunlop auch Sambal Oelek nehmen. Der ist schärfer, also sollte man die Menge nach Gusto anpassen. 

Knoblauch und Ingwer schälen, dann fein hacken. Grüne Frühlingszwiebeln in zwei Zentimeter lange Stücke schneiden.


Etwa einen halben Liter Öl erhitzen und das Huhn und die gut abgetropften Bambussprossen hineingeben. Gut durchrühren, damit nichts zusammenklebt. Wird das Huhn außen weiß, alles mit einer Schaumkelle aus dem Wok holen. Das Fleisch ist jetzt noch im Kern roh. Dieser Schritt sorgt dafür, dass das Huhn schön saftig bleibt. Man kann ihn sich aber auch sparen und alles gleich im Wok anbraten.


Öl bis auf zwei Esslöffel entsorgen. Chili-Bohnenpaste, Ingwer und Knoblauch hinzufügen. Unter Rühren braten, bis das Öl schön rot ist und es duftet.


Huhn und Bambus zurück in den Wok geben und eine Minute pfannenrühren. 


Pak Choi hinzufügen, kurz mitbraten, Sauce noch mal durchrühren und angießen. 


Dickt die Sauce an, Frühlingszwiebelgrün dazugeben und fertig.


Ein leckeres und vor allem schnelles Gericht, wenn man mal von dem nicht zwingend notwendigen (aber empfohlenen) Frittieren absieht. Eventuell müssen wir noch mal,mit Essig nachwürzen, da er sehr flüchtig - der Fachausdruck dafür ist "volatil" - ist. Bemerkenswert finde ich auch, dass hier komplett ohne Sojasauce gearbeitet wird. Das gibt dem Gericht einen eigenen Touch. Danke dafür, Fuchsia! 
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Flashback:



Heute vor einem Jahr: Xiangcai Chao Niurou - gebratenes Rindfleisch mit Koriander

18 Kommentare:

  1. Über die Sache mit ohne Sojasauce habe ich auch gleich gestutzt, aber fand's dann seht gut, weil so der Bambus
    besser betont wird.
    Ich mag Bambus total gerne, aber die Vorratshaltung ist irgendwie doof: das Zeug aus dem Glas ist fürchterlich und
    den "Frischen" muss man halt dann parat haben - dazu plane ich aber nie weit genug voraus..
    Ich sollte das mal mit einfrieren probieren; das wär's. Hast du das Erfahrungen?
    Auch interassant finde ich die Frage nach der Alternative zum Frittieren.
    Wenn ich lese "Öl bis auf zwei Esslöffel entsorgen." wird's mir immer schon ganz schwummrig - ja wohin denn -
    zu den Fischen oder innen Garten? Nönö. Nun ja, geht immer auch irgendwie ohne

    Ansonsten gilt selbstverständlich: Ist denn nicht das ganze Dasein irgendwie volatil?

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    1. Man kann das Öl auch gut filtern und ein paar Mal wieder verwenden. Dann kann man bei Tankstellen anfragen, ob die das entsorgen. Alternatuv in stabile Beutel füllen und ab in die Tonne. In der Müllvebrennungsanlage freuen die sich üner kostenlosen Sprit.

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  2. Ich hätte noch eine Option zu bieten:
    Man nehme eine leere Milchflasche / Saftflasche, whatever
    Fülle das Abfall-Öl hinein, und schon ist die
    Verbrennungsanlage viel heißer.
    Diese Flaschen sind stabiler als Tüten.

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    1. Danke für die Hinweise,
      wenn ihr jetzt noch nen Extratipp auf der Pfanne habt, wie man so stinkiges Frittenfett nach Rosenwasser
      duften lässt, wäre ich dabei.
      Apropos Rose > Pfingstrose > schöne Feiertage ... ( lars , haste sogar ferien? )

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    2. Ich habe morgen (Dienstag) Brückentag.

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    3. Naja, auch Seebrücken sind Brücken, auch wenn sie nur eine Verbindung zum Land haben ... ;-)

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    4. Dann musst die Brücke zum Brückentag sehen..

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    5. Nächsten Freitag (nach Fronleichnam) ist noch ein Brückentag. Das Leben ist so anstrengend

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  3. Peter, ganz einfach: Kein Öl verwenden, kicher...
    Die ganze schöne neue Welt der Technik verwenden:
    Airfryer und Ölsprüher. Und bitteschön viel Geld anfassen.
    Kostet halt so viel wie 1000x Fritten kaufen.

    Das obige ist nicht ganz ernst gemeint.

    Ich habe bereits mit verschiedenen Wegen des Ölsparens experimentiert,
    und es funktioniert alles nicht so richtig.

    Bei Fritten geht es, aber alles andere, je nu.
    Chemie ist halt eindimensional.
    Wenns schwimmen soll, nützt einsprühen halt nur der Einbildung.

    Warum Fritten durchaus profitieren hab ich noch nicht kapiert.
    Wenn man die schön dünn schneidet und in der Box mit Öl schüttelt,
    dann im Ofen bei Umluft, ja, das funktioniert.
    Ich schmecke wenig Unterschied zu fetttriefenden salzigen Fritten.
    Nur die Galle meldet zurück: Danke, bin nicht überlastet.
    Weil meine Ofenfritten nicht vor Fett stehen...

    Das gleiche mit Fleisch funktioniert nicht.
    Schon gar nicht mit Stärke- / Mehlpanade.
    Aufs Blech gelegt, eingesprüht - geht nicht.
    Schmeckt anders. Genauer: schmeckt nicht gut.
    Gemüse, nun, frittiert ist anders als ölig gebacken.

    Pfingstrosen sind dieses Jahr zeitgerecht am Blühen..
    Die Kälte vorher hat geholfen.

    Ich wünsche Euch auch eine gute Zeit -
    sieht ja nach einem super Wochenende aus.
    Sonne, Wärme, Boot raus und dann noch ein bisschen Wind...

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    1. Jau, haifisch;
      Fett weglassen ist das beste; Wedges nur in Ofen - schön mit Würzöl eingepinselt - Und dann brauch ich
      keine Fritten.
      Der tiefere Sinn einer Panade hat sich mir bis heute nicht vollständig erschlossen - die kann für mich also getrost wegbleiben--

      Na, dann mal viel Spaß beim Ritt auf dem Laserschwert...
      PS: Für mich ginge das auch ohne Krücke nicht; meine Beine sind ja nur halblang, und dann kann ich mich bei hart an Wind ja nicht über Bord hängen und dann auch noch irgendwo abstützen - no way...
      Hab mir da mal so regattavideos angeschaut.

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    2. Ach, gegen so ein gutes Schnitzel habe ich eigentlich gar nichts.

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  4. @Peter, hab Dir eine PM geschrieben,
    Segeln ist nicht ganz das Thema hier :-)

    Ich warte immer noch
    auf das Würzzeug für die Pagode.
    Aber macht nix,
    ich hatte wegen Zahn bisher eh keine Möglichkeit,
    das Nachzukochen.

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  5. Das sind hier wieder so Assoziationsketten, die hätte sich selbst Flann O'Brien nicht ausdenken können.

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    1. Jaja, der gute alte Flann - der hat ja auch gut was weggebechert. Ein äußerst respektabler Geselle...
      Hier ganz vorzüglich vom ebensolchen Gesellen Harry Rowohlt erklärt- köstlich....
      https://www.youtube.com/watch?v=zGRH5lAiP4U
      Genieße den Tag heute.
      Ihr habt ja da oben dann früher Sommerferien, gell ?

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    2. NRW ist spät dran. Da ist der 17.07. der letzte Schultag. Niederdsachsen verabschiedet sich schon am 01.07.

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    3. gell, so macht Blog Spass :-)

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    4. Unbedingt.

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