Sonntag, 29. September 2019

Kürbis-Quiche


Es lässt sich nicht mehr leugnen: es ist Herbst. Das kann man nicht schönreden, muss man aber auch nicht. Für mich hat jede Jahreszeit ihren (kulinarischen) Reiz und im Moment steht der Kürbis wieder hoch im Kurs. Den habe Freitag direkt beim Bauern in unserem Dorf besorgt und heute zu einer leckeren Quiche verarbeitet. Ganz vegetarisch und so lecker, dass man dazu nichts anderes mehr braucht.

Mittwoch, 25. September 2019

Obatzter (Ogmachter Kas)


Es gibt so Rezepte, da weiß man als Blogger, dass man eigentlich nur verlieren kann. Besonders wenn es um regionale Spezialitäten geht, sitzt man schneller in den Nesseln, als die Weißwurst im kochenden Wasser platzt. Ich mache heute nämlich eine "Obatzten", also einen "Angebatzten" oder "Vermengten", das ist eine bayrische Käsecreme auf Camembert-Basis. Ich gebe zu, von deutscher Regionalküche weniger Ahnung zu haben, als von chinesischer, thailändischer oder indischer. Wenn ich als Niedersachse also in bayrischen Gefilden wildere, weiß ich genau, welche Reaktionen mir in den sozialen Netzwerken entgegenschlagen wird.  "Das ist der falsche Käse", "der ist ist nicht weich genug", " da fehlt Kümmel", "Obatzter darf nur aus Bayern kommen", "der ist in falsche Richtung gerührt" oder "In Monaten mit 'p' darf das Donnerstags nur von 10:35 - 10:54 Uhr gemacht werden, es sei denn man heißt Xaver oder ein schwarzer Hahn kräht drei Mal eine reudige Katze an" ...

Sonntag, 22. September 2019

Bratnudeln mit Gemüse, Huhn und Wok-Hei


Wenn es eins gibt, von dem man in der Küche nie genug haben kann, dann ist das Power unter dem Herd. Wenn man sich fragt, warum viele Dinge in Restaurants anders schmecken, als zu Hause, ist die Antwort oft einfach: Profiherde. Die haben mehr Hitze, dadurch entstehen zum einen mehr Röstaromen und zum anderen gart man schneller, was in den meisten Fällen für den Geschmack und die Inhaltsstoffe von Vorteil ist. In der chinesischen Küche wird das extrem offensichtlich. Mit einem Haushaltsherd - egal ob Gas, Elektro oder Induktion - kommt man an die brüllend heißen Drachenmäuler, auf denen die Woks betrieben werden, nicht mal ansatzweise heran. So  bleibt der Wok im Heimbetrieb auch nur eine dekorative Pfanne mit hohem gewölbten Rand. Zum Geschmack oder Garzeit trägt das leider nichts bei, es sei denn, man hat einen richtigen Wokbrenner zu Hause. Und wie es der Zufall so will, habe ich das seit 2014.

Samstag, 21. September 2019

Pizza Margherita aus dem Steinofen


Ob es nun daran liegt, dass unsere Ansprüche gewachsen sind oder einfach nur die Qualität der Pizzerien in der Umgebung nachgelassen hat, es wird jedenfalls immer schwieriger, eine gute Pizza zu finden. Der Lieferdienst wird schon aus Prinzip nicht bemüht, weil ich nichts in meinem Haus haben möchte, bei dem der Karton besser als der Inhalt schmeckt. Da hilft nur eins: selber Pizza backen. Hier war der Erwerb eines Pizzasteins für den Backofen ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mit den Ergebnissen war ich recht zufrieden, wenn ich mir auch im Klaren darüber war, dass ein echter Pizzaofen viel heißer ist und auch schneller backt. Das ist wichtig, denn je länger der Teiglappen im Ofen bleiben muss, desto mehr trocknet er aus und am Ende ist der Boden übergart, bevor der Rest fertig ist. 

Freitag, 20. September 2019

Nam Jim Gai - Thai Sweet Chili Sauce


Heute mal als Lebenszeichen eine nette Bimmelbommelei, die man nicht nur im Sommer zum Grillen, sondern eigentlich das ganze Jahr über brauchen kann, wenn man ostasiatische, insbesondere thailändische Gerichte mag. Wer das tut, kennt vermutlich diese süß-saure, leicht scharfe, sirupartige Sauce, die man mittlerweile auch in gut bestückten Supermärkten als Sweet Chili Sauce bekommt. In Thailand heißt die Nam Jim Gai und auf den Flaschen ist meist ein Brathuhn abgebildet: Das macht auch Sinn, denn nam jim ist thailändisch für "Dip-Sauce" und gai bedeutet Huhn. Wir haben hier also den perfekten Dip oder auch Marinade für Geflügel. Die süße Chilisauce wird aber auch gerne zu Frühlingsrollen oder anderem Frittiertem Fingerfood gereicht. 

Montag, 16. September 2019

Gegrillte Thunfischkebabs "Pinchito moruno de atún"


Morunos - ein spanisches Wort, das bis heute nachhallt. Gemeint sind hier die Mauren, ein nordafrikanisches Berbervolk, das vor gut 1200 Jahren unter die islamische Herrschaft Arabiens fiel und bei den Eroberungen der iberischen Halbinsel und Teilen Europas tatkräftig dabei war. Wer jetzt aber wieder schreit: "Sag ich doch, die Muslime wollten schon immer Europa überrennen" sollte danach auch rufen: "Und schau dir die Skandinavier an, die waren schon als Wikinger Räuber, Piraten und grausame Eroberer". Kulinarisch haben die Mauren - von denen der heute politisch eher inkorrekte Begriff "Mohr" abstammt - sicherlich mehr hinterlassen als unsere nördlichen Nachbarn. Sehr viel mehr. In Spanien - und auch Sizilien - ist in in einigen Gegenden der arabische Einfluss unverkennbar, auch in der Küche.

Sonntag, 15. September 2019

Lachsspieße vom Grill


Nach einer Woche Jugendherbergsessen habe ich das Gefühl, meine Geschmacksnerven neu kalibrieren zu müssen. Zugegeben, es war nicht so schlecht und ich habe auch in Restaurants schon schlimmeres bekommen, besonders, wenn man die Ansprüche der Köche vergleicht, aber an das prinzipiell gute Essen in den Herbergen Südtirols kam das nicht heran. Trotzdem geht man ja mit gutem Beispiel voran und isst das, was auch die Schüler essen sollen. Auf diese Weise habe ich auf meiner ersten Klassenfahrt als Lehrer Rosenkohl für mich entdeckt. Dafür bin ich dankbar.

Ich bin jetzt wieder zuhause und habe das schöne Wetter genutzt, um zu grillen. Wer mich kennt weiß, dass ich da keine Bratwurst brauche, sondern andere Dinge, besonders Spieße, immer wieder ihren Weg auf meinen Rost finden. Heute wurde es fischig und den Anfang machen super zarte, saftige und leckere Lachsspieße.