Sonntag, 22. Juli 2018

Duck and Duce - Italia 2018


Bigoli con l'anatra (manchmal auch all'anitra) ist das Gericht, dass man im Veneto, besonders in Vicenza, gegessen haben muss. Das ist keine feine Küche, sondern bodenständig, wie es nur geht, aber vielleicht gerade deshalb so lecker. Anatra ist die Ente und früher wurde für dieses einfache Ragù alles von dem Federtier verwendet, was man sonst nicht anders servieren konnte, hauptsächlich Innereien und die Haut. Heute wird es meist aus Entenbrust zubereitet, obwohl einige Rezepte noch den Magen der Ente unter das Fleisch gemengt vorschreiben. Bei der Pasta handelt es sich um Bigoli, das sind dickere, runde Langnudeln, die aus Ei und Mehl frisch hergestellt und à la minute durch eine Spezialpresse gedrückt werden. 

Das Herstellung des Ragùs beginnt mit der klassischen Trinität aus Zwiebel, Sellerie und Karotte, die in Olivenöl und/oder Butter angeschmort werden. Dann kommt die fein gehackte Entenbrust (enthäutet) - optional noch der Magen - und die Haut in den Topf, es werden Kräuter wie Rosmarin hinzugefügt, manchmal, noch etwas Nelke. Das Ganze wird dann mit Weißwein abgelöscht (wahlweise auch Rotwein) und darf schön köcheln. Die Haut entfernen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann mit den gekochten Bigoli vermengt servieren.


Venedig - hier der ikonische Blick von der Rialto-Brücke den Canal Grande hinunter (oder hinauf?). 

Man kann die Stadt hassen oder lieben, gesehen haben sollte man sie schon mal. Ich mag die Lagunensiedlung nach wie vor und wollte heute auch mal die Familie an dem Erlebnis teilhaben lassen. Lasst Euch nicht von Horrorstorys über Abzockerpreise in Straßencafès und Restaurants verrückt machen. Die Preise sind human und zwei Euro für eine große, leckere Pizzaecke in den Nebenstraßen sind nicht übertrieben.


Es sei denn, ihr wollt mal das originale Carpaccio an seinem Geburtsort in Harry's Bar essen. Da seid ihr dann mit 55 Euro pro Portion dabei. 


Palazza ducale - der Dogenpalast am Piazza di San Marco (Markusplatz).


Jenseits der Touristenströme kommt auch zur Hauptsaison ein entspanntes Gefühl auf. Und in den kleinen Gassen an den Kanälen ist es kühl. Auch kein Nachteil.



Die Bigoli gab es heute in der Trattoria alla Baracca in Vicenza. Ein wirklich gutes Restaurant mit vernünftigen Preisen und einer überschaubaren Speisekarte, die trotzdem eine guten Mischung aus traditionellen und modernen Gerichten bietet. Die Bedienung ist sehr freundlich und die Atmosphäre ungezwungen, dennoch ist der Laden auch für "vornehme" Esser von Interesse. Der Name (alla baracca) ist übrigens Programm. Von außen sieht das Ganze nach Bretterverschlag aus, innen aber hell, freundlich und einladend. Wir haben draußen unter Bäumen gegessen und das war auch sehr schön. Gut besucht ist es auch, wenn auch scheinbar mehr von Einheimischen, als von Touristen, was ja kein Nachteil ist. 


Wenn man nur ein primo oder ein secondo nimmt, kommt man mit um die zehn Euro aus. Ein komplettes Menü kostet dann dementsprechend mehr. Die Bigoli werden zu Hause nachgemacht, ich muss mich mal nach so einer Presse für die Pasta umsehen. Mal sehen, wo es uns morgen hintreibt.
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