Es klingt, wie ein verspäteter Aprilscherz, ist aber keiner. Heute essen wir Tee, ja richtig gelesen. Warum? Auf meiner Mission die weißen Flecken auf meiner kulinarischen Weltkarte verschwinden zu lassen und dabei zunächst Asien komplett abzudecken, habe ich mich mit der Küche Myanmars, ehemals Burma, beschäftigt. Das Nationalgericht dort ist Laphet Thoke, ein Salat mit knusprig frittierten Hülsenfrüchten und Teepesto. Um das herzustellen braucht man idealerweise frische Teeblätter. Die sind hier aber nicht so ohne weiteres zu bekommen. Nun gibt es einen Anbieter in Deutschland - der auch schon mal bei dieser Fernsehsendung war, in der Startup-Unternehmer mit ihren Ideen Investoren überzeugen müssen -, bei dem Laphet bestellen kann. Theoretisch zumindest, denn auf Grund der politischen Lage im Land, dass sich ja bekannterweise ziemlich abgeschottet hat, gibt es da Lieferengpässe. Eine Internetrecherche ergab, dass getrocknete Teeblätter nicht geeignet seien, das sie nicht mehr richtig fermentieren. Aber wie heißt es doch so schön? "Alle haben immer gesagt, das geht nicht. Dann kam einer, der hat das nicht gewusst und hat es einfach gemacht." Auf dem YT-Kanal Burmawala Kitchen (klingt in diesem Kontext ja schon mal nach kompetent) wird das Pesto tatsächlich mit stinknormalem Tee aus der Packung gemacht. Auf meine Nachfrage wurde mir versichert, das ginge wunderbar. Also habe ich mir gedacht, dann probiere ich es halt auch mal.
Ich habe hier:
- 1 Tasse grünen Tee
- 2 cm Ingwer
- 1 Knoblauchzehe
- 1 rote scharfer Chilischote
- 2 TL Salz
- 2 TL Paprikapulver oder gemahlene Chili
- 2 EL Öl
Des Weiteren:
- Öl zum Bedecken
Auf dem Kanal wurde auch noch MSG hinzugefügt. Davon rate ich weder ab, noch empfehle ich es.
Tee mit kochendem Wasser überbrühen und zehn Minuten stehen lassen, dann abgießen. Sobald die Blätter so weit abgekühlt sind, dass man sie anfassen kann, gut ausdrücken.
Knoblauch und Ingwer abziehen, mit den Chili fein hacken und unter den Tee mischen. Die drei Esslöffel Öl werden natürlich auch hinzugefügt.
Abschmecken. Die Mischung sollte, wie es sich für ein Pesto gehört, salzig und ölig genug sein.
In ein sauberes, am besten steriles Schraubglas füllen, mit Öl bedecken und fest verschließen. Drei Tage an einem dunklen Ort durchziehen lassen, dann in den Kühlschrank stellen. Ich übernehme keine Garantie, aber wenn wir sauber gearbeitet haben, sollte das bis zu einem ein halben Jahr halten.
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Flashback:Heute vor fünf Jahren: Welt-Carbonara-Tag 2021






Das ist kein Aprilscherz, ja?
AntwortenLöschenDas probiere ich gleich mal aus,
ich trinke den Tee, und die Blätter
werden gleich weiterverarbeitet.
Nein, das ist echt. Den fertigen Teesalt mitdem Pesto habe ich heute auch schon gepostet. Wirklich strange, abere nicht unangehem, wenn man nichts gegen herbere Aromen hat.
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