Ich hatte ja vor kurzem beschlossen, auf diesem Planeten, auf dem ich nun schon vor einiger Zeit gestrandet bin, zu verbleiben und meinen Friedensvertrag mit der Menschheit um ein Jahr verlängern. Zu diesem Anlass hatten wir ein paar Vertreter eurer Spezies zu Besuch und die essen bei solchen Festivitäten gerne Kuchen. Nun gehört Backen ja bekanntlich nicht zu meinen Kernkompetenzen, eine Lücke, die die Sous-Chefin aber aufs vortrefflichste füllt. Ich bin ja nicht so der Süß-Esser, aber vir die Wahl gestellt, wünsche ich mir meist eine New York Cheesecake. Diesmal habe ich der Bäckerin über die Schulter geschaut und den Prozess für den Blog dokumentiert. Das möchte ich heute mit euch teilen.
Für den Boden:
- 160 g Butter
- 280 g Butterkekse
Klassisch wären Graham Cracker, aber die bekomme ich hier nicht. Also nehme ich Butterkekse, vorzugsweise aus Hafer.
Butterkekse fein zerbröseln. Das geht in einem Gefrierbeutel mit einem Nudelholz recht zügig.
Butter schmelzen lassen ...
... und mit den Keksbröseln vermischen.
Den Boden einer Springform (hier 36 Zentimeter Durchmesser) mit Backpapier auslegen. Hier ist es in die Firm eingeklemmt, damit nichts verrutschen kann.
Die Form mit den Butterbröseln auskleiden und das Ganze eine halbe Stunde im Kühlschrank kalt stellen.
Für die Käsecreme:
- 900 g Frischkäse
- 6 Eier (Größe L)
- 250 g Schmand
- 250 ml flüssige Sahne
- 1 Zitrone
- 30 g Zucker
- 1 EL Vanilleextrakt
- 2 große Esslöffel Mehl (405er)
Es ist schwer abzuschätzen, aber je nach Höhe der Form bleibt etwas von der Creme über. Das kann man dann separat abbacken oder für das nächste Mal einfrieren.
Alles gut verrühren.
Masse auf dem Boden verteilen. Wenn man sie über eine Löffelrücken laufen lässt, verhindert man Luftblasen.
Um die restliche Luft aus der Masse zu bekommen, lassen wir die Form ein paar mal aus zehn Zentimeter Höhe auf die Arbeitsfläche fallen.
Der Kuchen braucht beim Backen viel Feuchtigkeit, damit er nicht reißt. Früher haben wir die Form mit Alufolie umwickelt und das dann ins Wasserbad gestellt. Dabei saugt sich aber leider oft der Boden mit Wasser voll. Diesmal haben wir den Grillrost genommen und darunter die tiefe Fettpfanne mit kochendem H2O gefüllt gestellt. Wer einen Ofen mit Dampffunktion hat, nutzt die auf kleinster Stufe.

Wir backen mit Ober- und Unterhitze eine Viertelstunde bei 220 °C, dann eine weitere Stunde bei 135 °C.

Nach dem Backen lassen wir den Kuchen mindestens eine Stunde (besser länger) im Ofen auskühlen. Die Tür sollte währenddessen nicht geöffnet werden, damit keine Feuchtigkeit entweicht.
Hier haben wir ein leckeres, saftiges Stück Cheescake New York-Style. Ich bin ja sonst nicht so der Kuchenesser, aber den hier mag ich sehr. Danke, Sous-Chefin.
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Flashback:

Heute vor drei Jahren: Hui Guo Rou Mian - Zweifacgegartes Schweinefleisch auf Nudeln
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Meine Güte, was für ein Prachtstück !
AntwortenLöschenAlleine schon diese irre Schnittkannte sagt alles in Sachen Konsistenz im Gesamten.
Großes Kino mit der Tochter als Regisseurin... Hut ab.
Die Tips sind für mich so klar und einleuchtend, dass ich mich da echt mal selber dranwage; bin bei Kuchen schisser...
Außerdem mag ich das auch nicht so gerne, aber Cheesecake und sowas passt mit gut.
PS: Dein Schweigen zum letzten Post ist nicht zu überhören....😑
Ich habe bereits im Post alles gesagt, was es von meine Seite dazu zu sagen gibt. Einordnen müssen das andere.
LöschenDer Kuchen gefällt mir. Den Tipp mit dem Löffel, um Luftblasen zu unterbinden, kannte ich nicht. Klasse. Er wird bald gemacht, wenn die Affenhitze vorbei ist. Ändern werde ich nur den Boden, weil mir Mürbeteig lieber ist. Butterkekse haben etwas an sich, was mir nicht schmeckt.
AntwortenLöschenWenn der Kuchen abgebacken ist, melde ich mich noch mal.
Ich bin immer auf der Suche nach dem perfekten Käsekuchen. Meine Oma machte den bislang Besten, er kam aber verbeult auf den Tisch, was niemanden störte. Die Mutter meiner Oma, die Ur, hatte einen kleinen Bäckerei im Hof. Diese ließ sie während der Wirtschaftskrise vor dem zweiten Weltkrieg bauen, damit ihr Sohn, mein Großonkel, Arbeit hat.
Noch als Jugendliche war ich dort, es war eine Zauberwelt, wie aus der Zeit gefallen. Der Großonkel fiel im Krieg.
Darum konnte meine Oma wunderbar backen. Die ganze Familie fasste mit an.
Es ist schön, daß junge Menschen sich so in ein Thema eingraben, wie Deine Sous-Chefin.
Ich mag ja, wie gesagt, eigentlich Süßes nicht so gerne, aber diesen Kuchen liebe ich. New York Style ist natürlich anders, als der "deutsche" Käsekuchenund es ist alles Geschamckssache, aber mir schmeckt er besser. Er sit deutlich kompakter und vanilliger, als sein deutscher Cousin. Auch mag ich den Keksboden hier lieber. Normale Butterkekse wären falsch. Original nimmt man Graham Cracker, die bekommt man hier aber nicht überall. Butterkekse aus Hafer sind ideal.
LöschenButterkekse aus Hafer? Ja, das würde ich versuchen, die finde ich lecker und wäre damit näher am Original. Du hast mich überzeugt.
LöschenMein bester Kumpel ist auch ein Käsekuchenfreund, vielleicht wäre das auch für ihn eine neue Geschmackserfahrung.
Berichte uns davon!
LöschenWas für ein leckerer Kuchen..
AntwortenLöschenIch werde den etwas abwandeln, zu viele Komponenten.
Aber erstmal genau nachbacken.
Wie Esther, wenn es mal kühler ist.
Sonst muss ich eine Eistorte draus machen ;-)
Viel Erfolg!
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