Da wären wir also. In Italien. Genauer gesagt in Vicenza, Provinz Veneto. Ich sitze hier um 21.00 Uhr bei immer noch gefühlten 30°C auf der Terrasse unserer Ferienwohnung, trinke einen eiskalten Rosè und wünsche allen Zikaden und Grillen in den umliegenden Zedern und Büschen einen schnellen Tod. Wie kann man nur so einen Lärm veranstalten? Ich muss tatsächlich mal nach einem Rezept für geröstete Schrecke suchen. Obwohl es ja schon feige Viecher sind - den ganzen Tag einen auf laut machen und kaum schleicht die Eidechse über die Äste oder die Taube landet im Baum, ist von den Orthopteren nichts mehr zu hören. Aber so ist die Natur.
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Sonntag, 15. Juli 2018
Dienstag, 5. August 2025
Schweden 2025 - Nachlese
Vorsicht, es folgen viele Bilder, Exkurse, Abschweifungen, Gedankenstriche, sowie Einschübe und auch Schachtelsätze. Essensbilder gibt es auch ein paar. Es könnte außerdem der Eindruck entstehen, ich würde Schweden lieben. Und was soll ich sagen? Jawohl, so ist es. Schon das erste Mal, als ich da war - Anfang der 1980er mit meinen Eltern - war es um mich geschehen. Ich liebe die Weite, die Ruhe und die Gelassenheit der Menschen. Tempolimit: 120 km/h und keiner drängelt oder hupt, wenn du nur 100 fährst. Bei uns kannst du ja mit 250 auf der linken Spur fahren und hast immer noch einen hinter dir, der zentimeterdicht auffährt und Lichthupe macht. Dabei kannst du sicher sein, dass dem dafür ein tiefergelegter BMW im Nacken sitzt, dessen Fahrer das alles nicht schnell genug geht. Der merkt irgendwann an der 200-Meter-Barke, dass er jetzt sofort von der Bahn runter muss, zieht dann ohne Schulterblick einmal quer über alle Spuren in die Ausfahrt und löst bei dreißig anderen Verkehrsteilnehmern Schleudertraumata wegen des Notbremsassistenten und temporäre Herzstillstände aus. Sorry `bout your penis - das würde in Schweden so nicht passieren. Aber egal, wo waren wir?
Sonntag, 24. Juli 2016
Schweden 2016: Nachlese
Vierzehn Tage wie im Flug - Urlaub ist eigentlich immer eins: zu kurz. Aber wir wollen nicht undankbar sein, denn es war eine unvergessliche Zeit, die nach einem arbeitsreichen Jahr für viel Entspannung und Ausgleich sorgte. Klar kann man die schönste Zeit des Jahres auch in Luxushotels oder Ferienhäusern mit Whirlpool, Sauna und was weiß ich noch verbringen, aber uns reicht ein Platz zum Schlafen, die Möglichkeit hygienisch auf dem Laufenden zu bleiben und natürlich ein Kochgelegenheit. Die meiste Zeit sind wir ohnehin auf Achse, sei es um zu Schwimmen oder Land und Leute zu erkunden und in die Sauna gehe ich auch zu Hause nicht. Deshalb waren wir ja auch jahrelang mit Zelturlauben zufrieden. Gut, auch hier wurde es immer luxuriöser und wir waren zuletzt mit einem 34 Quadratmeter Zelt, Kühlschrank, Kaffeemaschine und Wok unterwegs, aber es hat immer Spaß gemacht. Wenn ich bedenke, dass dieses Haus, das für 8 bis 10 Personen ausgewiesen war und auf zwei Etagen über vier Schlafräume, zwei Badezimmer, eine Küche und ein Wohnzimmer verfügte für zwei Wochen gerade einmal 1000,- Euro gekostet hat, ist das schon der umgangssprachliche Hammer. Es war, wie gesagt, keine Luxusvilla, sondern eher zweckmäßig eingerichtet - aus jedem Dorf ein Köter - aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich erinnere mich an Ferienhäuser in Schweden vor fünfundzwanzig Jahren, wo man zur Toilette in einen Holzverschlag mit Donnerbalken musste, der ein paar Schritte vom Haus entfernt im Wald stand. Insofern ist ein WC im Haus (hier sogar zwei) tatsächlich Luxus.
Montag, 11. Juli 2016
Schweden 2016: Smörgås
Das Konzept, zum Abendbrot Brot zu essen, ist mir zwar ein gänzlich fremdes, scheint aber durchaus Potential zu haben. In Schweden isst man gerne kleine Happen als offene Sandwiches, das sogenannte Smörgås (das Pendant zum dänischen Smørrebrød). Üblicherweise ist das mit Krabben oder Räucherfisch belegt, aber auch Schinken ist nicht selten. Die Grundlage ist meist Weißbrot, Knäcke oder ein, oft mit Malzsirup gesüßtes Schwarzbrot. Das kennt man bestimmt aus dem bekannten schwedischen Möbelhaus.
Donnerstag, 14. Juli 2016
Schweden 2016: Janssons Frestelse
Die großen französischen Kartoffelgratin-Klassiker hatten wir schon, heute kommt eine Variante aus Schweden dazu. Janssons frestelse, zu deutsch Janssons Versuchung, ist schnell zubereitet, sättigend und ungemein lecker. Eigentlich wird dieser Auflauf als Beilage zu Fleisch gereicht, ich könnte den aber auch einfach so ohne alles andere essen.
Freitag, 15. Juli 2016
Freitag, 14. Juli 2017
School's Out For Summer 2017
Das Schuljahr 2016/17 wäre damit auch geschafft, zumindest hier in NRW. Morgen früh geht es dann Richtung Ostsee. Wie immer gilt der Hinweis: Schloss Westerhausen ist nicht unbewacht. Neben der Palastwache haben wir auch einen Mieter der da ist und aufpasst, es kommen ständig Verwandte zum Füttern des heimischen Wildbestands, sowie zur Hege und Pflege der Park- und Gartenanlagen. Die Hunde werden übrigens nur soweit versorgt, dass sie nicht den Appetit auf Einbrecher verlieren. Habe ich den freilaufenden Komodowaran schon erwähnt? Der bekommt nur alle halbe Jahre Fressen und hat mehr Bakterien im Speichel, als eine Biotonne ganz unten ...
Sonntag, 10. Juli 2016
Schweden 2016: Day 1
Gestern morgen, in aller Frühe, begann unsere diesjährige Urlaubsreise mit dem Ziel Westschweden. Den Staus scheinbar immer eine Nasenlänge voraus, kamen wir eigentlich gut durch und auch die leider wieder stattfindenen Grenzkontrollen verzögerten die Reise nicht signifikant, obwohl ich lieber darauf verzichten würde. Ein Europa der offenen Grenzen war mir schon sympathischer. Damit man nicht in Zeitdruck gerät, entschieden wir uns gegen die Benutzung von Fähren, und passierten Storebælt und Øresund über die Brücken.
Dienstag, 12. Juli 2016
Schweden 2016: Wir Smögen es!
Letztes Jahr beim Zelten schien hier kochtechnisch schon mehr los zu sein. Dieses Mal läuft das alles etwas langsamer an und fällt auch insgesamt einfacher aus. Wer sich wundert, warum es in diesem Urlaub noch keine Steaks von Weiderind gab, kennt vermutlich die Fleischpreise hier noch nicht. Umgerechnet zehn Euro für 400 Gramm eingeschweißte Schnitzel sind in Supermärkten keine Seltenheit. Aber keine Angst, das geht hier schon noch los. Außerdem ist der Sommer noch lang und spätestens zu Hause wird dann wieder losgelegt.
Dienstag, 19. Juli 2016
Schweden 2016: Ägirs Früchte
Ägir - auch Hlér oder Gymir - ist der Gott der Meere in der germanisch / nordischen Mythologie. Wir sind hier in Wikingerland, also ist alles, was im Meer kreucht und fleucht zumindest symbolisch seinem Reich zuzuordnen. Und davon ist einiges extrem lecker. Aber irgendwie schient Essen hier in den Hintergrund zu geraten. Das wird, so verspreche ich, zu Hause wieder anders werden. Einstweilen genießen wir mehr das Betrachten der Natur denn das, des gedeckten Tisches.
Samstag, 16. Juli 2016
Schweden 2016: Köttbullar mit Rahmsauce
Man war nicht in Schweden, ohne Köttbullar gegessen zu haben. Ich habe hier schon ein Rezept für diese kleinen, schwedischen Hackbällchen, die hierzulande durch Urlaube, Astrid Lindgren und eine große Möbelhauskette bekannt geworden sind, aber dieses hier, das ich auf einer schwedischen Webseite gefunden habe, erscheint mir um Längen besser, also teile ich es mit der deutschsprachigen Welt.
Freitag, 22. Juli 2016
Schweden 2016: Time to say Goodbye
Letzter Abend und wir waren essen. An "unserem Haussee", dem Ragnerudssjön, liegt ein netter Campingplatz - einer der ruhigsten, den ich kenne - und dort gibt es ein Restaurant, das uns wärmstens empfohlen wurde. Es wird von der Tochter des Platzbesitzers geführt. In den Wintermonaten leitet sie auch einen Gastronomiebetrieb in einem Skigebiet in Nordschweden. An unserem letzten Abend wollten wir das Restaurant am See einmal testen. Freitags gibt es dort nicht à la carte, sondern ein Grillbüffet, aber das stört mich nicht. In Sachen Fleisch habe ich definitiv Nachholbedarf, also habe ich heute so richtig zugeschlagen.
Mittwoch, 20. Juli 2016
Schweden 2016 - Flygande Jacob
Wenn man nach dem schwedischen Lieblingsgericht befragt wird, ist die Antwort vermutlich Köttbullar. Oder meinetwegen auch Elchschinken. Aber auf etwas mit Chilisauce, Huhn, Erdnüssen und Bananen werden wohl nur Schweden-Kenner oder Liebhaber von Nischen-Kochrezepten kommen. Der "fliegende Jakob" ist retro as it gets, vermutlich also das schwedische Pendant zu unserem Toast Hawaii. Es wurde von einem Frachtflugmittarbeiter namens Ove Jacobsson erfunden und 1976 von der Zeitschrift All om Mat veröffentlicht. Wer möchte, kann sich das Originalrezept hier ansehen.
Montag, 10. Juli 2017
Sylter Dressing
Irgendwann in den Neunzigern des letzten Jahrtausends kamen Bekannte mit diesem Dressing - höchstselbst auf Sylt gekauft - zum Grillen und behaupteten: "Das hier ist der Knaller!" Ich habe das dann brav probiert und "Lecker!" gesagt, mir jedoch gedacht: "Ja okay, kann man machen, ist aber nichts, wofür ich Frau und Kind sitzen lassen würde". Wohlgemerkt, zu der Zeit hatte ich noch gar kein Kind und die Gattin war zwar schon meine Lebensgefährtin aber eben noch nicht die Gattin. Irgendwie wurde das Zeug dann Kult und war auch bei uns überall zu kaufen. Da ich mir aber generell nichts aus Fertig-Dressings mache, habe ich das nie beachtet. Heute wollte ich etwas frischen Salat zum Essen reichen und sah beim Einkaufen zufällig ein paar Gläser besagten Dressings strategisch günstig neben dem Gemüse aufgebaut. Das Ganze war so werbewirksam, dass ich mich spontan entschloss den Kram zwar immer noch nicht zu kaufen (ätsch!) sondern selbst zu machen.
Sonntag, 23. Juli 2017
Das Leben als Nomade VI: Restaurant Borgo Antico in Burg auf Fehmarn
Auch im Urlaub versorge ich mich weitgehend am liebsten selbst, da weiß ich wenigstens, wovon mir schlecht wird. Trotzdem gehört auch der eine oder andere Restaurantbesuch dazu und das "Borgo Antico" (Hotel Marktwirtschaft) wird in den einschlägigen Saisonführern der Insel in den höchsten Tönen gelobt. Uns war nach italienisch, die Gelegenheit also, das Lokal einem kleinen nicht repräsentativen Test zu unterziehen.
Donnerstag, 11. Juli 2019
Hühnchen süß-sauer
"Wir haben 100 Leute gefragt: Nennen Sie etwas, das man im Chinarestauramt bestellt!" Nein, ich wandele nicht auf den Spuren von Erna Schnulze-Erpel und ich habe auch nicht wirklich repräsentative Umfragen durchgeführt, aber ich halte es für im Bereich des Möglichen, dass "irgendwas in süß-saurer Sauce" eine der Topantworten gewesen wäre. Auf den Speisekarten und Büffets einschlägiger asiatischer Gastronomiebetriebe fehlen Varianten dieses Gerichts jedenfalls nie. Seinen Ursprung hat es übrigens in der Provinz Guangdong (Kanton), hier aber eine europäisierte Version, so wie man sie "beim Chinesen" um die Ecke bekommt.
Montag, 24. Juli 2017
Das Leben als Nomade VII: Eine bierernste Schweinerei
Ich bin ja normalerweise nicht so der Grillsaucen-Typ. Ein guter Senf oder eine Kräuterbutter reichen mir meist. Ketchup mag ich sonst gar nicht, aber für alle Regeln gibt es die Ausnahme. Dies Sößchen hier ist sehr spontan entstanden und ich hatte die Gelegenheit, mich quasi selbst beim "Entwickeln" zu beobachten, denn eigentlich wusste ich vorher nicht, wo ich letztlich hin wollte. Begonnen hat das Ganze als Marinade und da ich davon reichlich hatte, wollte ich die nicht wegkippen, sondern irgendwie weiterverwenden. So ist dann daraus eine Sauce geworden. Das wusste ich aber vorher noch nicht. Nur eins war von Beginn an klar: ich wollte eine moderate Schärfe.
Dienstag, 18. Juli 2017
Das Leben als Nomade III: Rindfleisch aus dem Wok
Woken im Zelt? Geht das überhaupt? Na klar. Ich habe zwar nur meinen kleinen Wok dabei (habe ich 1997 mal bei Marks & Spencer in Edinburgh gekauft) und auch den großen Wokbrenner zu Hause gelassen, trotzdem geht das beim Zelten gut. Immerhin habe ich da wohl auch historische Vorbilder, denn eine Legende um die Entstehung des Woks geht auf reitendes Kriegervolk - vermutlich Mongolen - zurück, die unterwegs nicht viel Kochgeschirr mit sich herumschleppen konnten. Also haben sie ihre runden Metallschilde als Pfanne benutzt und Bingo! der Wok war geboren. Ich bin zwar nicht auf Kriegszug, nutze das Kochgerät aber trotzdem immer wieder gerne.
Sonntag, 16. Juli 2017
Das Leben als Nomade - Urlaub 2017
"Du als Oberstudienfuzzi könntest dir doch sicher etwas Besseres, als einen Zelturlaub auf Fehmarn leisten" bekomme ich manchmal zu hören. Könnte ich wahrscheinlich, will ich aber nicht. Ich, beziehungsweise wir mögen das Gefühl, der Natur nahe zu sein und goldene Wasserhähne und Marmorbäder brauchen wir auch nicht. Gut, wir reisen nicht ganz ohne Komfort. Unser 34 m² Zelt hat durchgehend 2,20 Meter Standhöhe, wir haben einen Kühlschrank, Kaffeemaschine, mehrere Gaskocher und alles andere Mögliche dabei. Auf eben diesen Kochern wird leckeres Essen unter freiem Himmel zubereitet, wenn nicht gerade der Grill glüht oder wir im Restaurant essen.
Donnerstag, 21. Juli 2016
Schweden 2016: Alles muss raus!
Alles muss raus! Wir leider auch schon und zwar am Samstag morgen, aus dem Ferienhaus. Bis dahin muss aber auch alles Verderbliche aus Kühl- und Vorratsschrank verschwinden. Sahne (grädde) gehört dazu. Käse von der Pizza war auch noch da, also habe ich schnell einen Nudelauflauf gebastelt. Das verdient so wirklich keinen eigenen Rezepteintrag, wird aber irgendwann mal ausgefeilter nachgeholt.
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