Ich habe drei Tiefkühlschränke und alle sind randvoll. Da hilft nur eins: irgendetwas auftauen und verwenden. Ich bin ja lernfähig und beschrifte mittlerweile alles, da ich es leid bin, ständig Tiefkühl-Bingo spielen zu müssen. Was mir heute beim Öffnen zufälliger Gefrierschubladen sofort ins Auge fiel - und da tut vielleicht weh! - war ein Beutel mit 500 Gramm Ragù alla Bolognese, gekocht nach dem traditionellen Rezept der Accedemia Italiana della Cucina. Ich überlegte hin und her und entschied mich dann damit eine Blechpizza zu machen. Nicht ganz unabwegig. Aber dazu muss ich ein wenig ausholen. Als Kind mochte ich weder Käse (zu dem habe ich immer noch ein gespaltenes Verhältnis habe, ich und mag ihn eigentlich nur warm, mit Ausnahme von Parmesan, Mozzarella, Manchego oder Feta) noch Tomaten. Ich war 18 Jahre alt, als ich mich überwinden konnte und meine erste Pizza probierte. Das war nach ein paar Bier und einem gewaltigen Hüngerchen und natürlich aus Mangel an Alternativen. Ich meine, es war eine klassiche Margherita, aber ich weiß genau, dass ich positiv überrascht war. Dann habe ich aus Neugier eine Fertigpizza - damals war ich noch etwa zwei Jahre vor meiner kulinarischen Erweckung - probiert und das war eine mit Brokkoli und Bolognese. Klingt komisch, ist aber so.
Samstag, 28. Februar 2026
Donnerstag, 26. Februar 2026
Yu XiangJi Si - Fischduft-Hühnerfleisch
Ich erwähnte neulich schon mal, dass Chinesisch mitunter "blumig" ist. Gerade bei Name von Gerichten ist man oft kreativ, wie zum Beispiel bei Ameisen lklettern auf einen Baum oder auch einer Reihe von Gerichten , wie diesem hier, dass den Namenszusatz Yú xiāng (鱼香) oder "Fischduft". Das verwirrende ist, dass hierbei weder Fisch vorkommt, noch dass das Ganze dann so schmeckt. Der Name liegt daran, dass hier Essig und Ingwer zum Einsatz kommen, eine Kombination, die man sehr häufig in Fischgerichten findet.Wir hatten hier schon Fischduft- Auberginen (Yú xiāng qiézǐ) und Fischduft-Schweineflesich (Yú Xiāng Ròu Sī), heute gibt es dann Fischduft-Hühnerfleisch: Yú xiāng jī sī (鱼香鸡丝). Das ist zwar nicht so gängig, wie die anderen beiden Sichuan-Klassiker, aber nicht minder lecker. Es ist außerdem mal wieder ein gutes Beispiel dafür, das beim chinesischen Kochen die Vorbereitung. Was man in der französischen Küche mise en place nennt, ist im Chinesischen Shí cái zhǔn bèi (食材准备 ) - das Organisieren und Vorbereiten der Zutaten und Gerätschaften vor dem Kochen, was weit über bloßes Bèi liào (备料) oder "Lebensmittel vorbereiten" hinausgeht. Mit anderen Worten, wir haben viel Schnibbelarbeit zu leisten, aber wenn der Wok erst einmal glüht, ist das Kochen selbst nur eine Frage weniger Minuten. Fangen wir also an.
Montag, 23. Februar 2026
Nur mal so ... (Teil 150)
Auch wenn ich mal nicht poste, koche und und esse ich natürlich trotzdem. Das sind dann meist Dinge, die keinen eigenen Blogeintrag rechtfertigen, weil ich sie entweder schon hier habe oder ich mit der Präsentation, beziehungsweise den Fotos nicht zufrieden bin. Gestern gab es zum Beispiel einen Krustenbraten, mit Sahnemöhrchen mit Zucchini und Spinatknödel. Knödel schön luftig, das Fleisch zart, die Schwarte krachte so richtig, aber Highlight ist immer wieder die Sauce. Deshalb taucht die auch gleich noch mal auf. Rezepte für Schweinebraten habe ich hier einige und sie gleichen sich, was die Sauce betrifft alle so ziemlich, also brauche dafür kein neues Rezept schreiben. Die Gattin, die kein Schweinefleisch mag, war mit Knödeln und Gemüse (mit Bröselbutter) zufrieden.
Samstag, 21. Februar 2026
Imeruli - georgischer Frischkäse
Georgisch ist für mich vom Schriftbild her eine der schönsten Sprachen. Der Name unseres heutigen Projekt, ein spezieller Frischkäse, sieht in diesem in den Buchstaben des georgischen Alphabets geschrieben so aus: იმერული. Das ist, finde ich fast schon elbisch. Ausgesprochen wird das Imeruli. Manchmal spricht man auf Deutsch - wenn man überhaupt darüber redet - auch von Imeriti oder imeretischem Käse. Ich brauche diesen für ein weiteres Gericht, leider ist es scheinbar unmöglich, ihn hierzulande aufzutreiben. Also habe ich nach Rezepten gesucht und mich selbst ans Werk gemacht. Hier nun meine Vorgehensweise.
Khachapuri Adjaruli - georgisches Käsebrot
Nein, აჭარული ხაჭაპური ist keine elbische Gravur in einem Ring der Macht und dies ist auch kein Lembas. sondern georgisches Käsebrot. Das ist ja, wie wir von Helge Schneider kennen, ein gutes Brot, aber mal ganz ehrlich, mit unserer Goudastulle hat das hier weniger zu tun. Wir bewegen uns hier eher im Reich von Pizza und Pide. Die Rede ist vom georgischen Nationalgericht Khachapuri. Da hat jede Region ihre eigene Version. Da diese aus der am an der Schwarzmeerküste ganz im Westen Georgiens gelegenen Region Adscharien stammt, trägt sie den Zusatz Adjaruli. Eins Vorweg: Diatküche geht anders. Aber was tut man nicht alles, um die weißen Flecken auf seiner kulinarischen Landkarte verschwinden zu lassen. Außerdem habe ich auch wieder was dazugelernt, weil ich sonst bisher nicht viel über Georgien wusste, das Alphabet aber schon immer ästhetisch ansprechend fand.
Dienstag, 17. Februar 2026
Ya Cai Hai Yu Lu - Wolfsbarsch mit Ya Cai
Vorhin schaute ich ein Video vom des aus Kanada stammenden Foodranger auf YT an. Es handelte vom Essen in Sichuan, genauer gesagt aus der Stadt Chóngqing. Trevor James besuchte ein Restaurant und ließ sich die Zubereitung einer Meeräsche mit Yá Cài, dem für Sichuan typischen fermentierten Senfkohls (meist Pak Choi). Ein ganz einfaches Gericht eigentlich, aber es sah lecker aus. Leider wurde kein chinesischer Name dafür genannt, nur die englische Bezeichnung mustard green mullet. Ich konnte aber vestehen, dass sein einheimischer Begleiter das Gericht Yá cài wū yú huā ( 芽菜乌鱼花) nannte, was so viel wie "Meeräschenblume mit Yá Cài" bedeutet. Um sicher zu gehen suchte ich dann das Restaurant über im Internet, schaute mir die Speisekarte an und bingo! Ich lag richtig. Ein beherzter Griff in den Froster brachte zwar keine Meeräsche hervor, dafür aber vier schöne Wolfsbarschfilet mit Haut. Also habe ich das Gericht kurzerhand in Yá cài hǎi lú yú (芽菜海鲈), also Wolfsbarsch mit Yá Cài. Aber was hat Fisch mit Blumen zu tun? Beim Woken zieht sich die Haut des oft Fisches zusammen, die Stücke rolen sich auf und sehen dann wie Knospen aus. Manchmal. Ja, chinesisch ist mitunter ... blumig.
Montag, 16. Februar 2026
Bao Ta Rou - Pagoden-Schweinefleisch
Ich möchte auf diesem Blog immer ehrlich sein und auch nichts beschönigen. Heute habe ich mal wieder so ein Beispiel für "gut gemeint und gut gemacht sind oft unüberbrückbare Gegensätze." Warum zeige ich das trotzdem? Zum einen, weil es in Punkto Geschmack und Textur der Hammer ist und zum anderen kann man so vielleicht auch irgendwann einmal meinen Lernfortschritt erkennen. Unser heutiges Gericht "Pagoden-Schweinefleisch" oder Bǎo tǎ ròu (宝塔肉) stammt ursprünglich aus der Provinz Zhèjiāng (浙江省), ist aber auch in Sichuan beliebt. Deren Version versuche ich heute zu kochen. Das Gericht ist technisch recht anspruchsvoll. Es zeigt, warum Kochen Handwerk ist und ein Großteil des Erfolgs auch von Erfahrung abhängt. Mein großes Vorbild, der chinesische Koch, Restaurantbesitzer und YouTuber Wang Gang erzählte einmal, dass er ein neues Gericht oft hundert Mal kocht, bevor es seine Ansprüchen so weit entspricht, dass es im Video veröffentlicht werden kann. Ich wage mich heute zum ersten Mal an dieses Rezept und wie man sich dann auch ohne Bild vorstellen kann, ist da noch Luft nach oben. Aber ich denke, ich werde keine hundert Mal brauchen. Ich bleibe dran.
Sonntag, 15. Februar 2026
Mao Shi Hong Shao Rou - Des großen Vorsitzenden Maos rot geschmorter Schweinebauch
Wir hatten die chinesisch Kochtechnik des "Rot-Schmorens" ja schon neulich thematisiert. Heute kommt noch mal ein anderes, sehr populäres Gericht aus dieser Richtung: Máo shì hóng shāo ròu (毛氏红烧肉 ) oder rot geschmorter Schweinebauch, so wie ihn der "große Steuermann" Máo Zédōng (毛泽东) liebend gerne gegessen hat. Aus westlicher Perspektive kritisch betrachtet war Mao kein guter Mensch, aber Geschmack was Essen anging, hatte er wohl. Das Gericht stammt aus seiner Heimatprovinz Hunan, deshalb sind auch Chili mit im Spiel. Interessanterweise kombiniert diese Gericht Schärfe mit Süße, was man in Hunan eigentlich gar nicht mag, aber jede Regel hat ihre Ausnahmen. Ich habe das Gericht ganz zu Anfang dieses Blogs im Februar 2014, also fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren, schon mal veröffentlicht, da aber noch ohne Schritt-für-Schritt-Bilder und in der Ausführung auch nicht so gut wie heute. Man lernt halt über die Jahre dazu und ich hätte mir damals nicht erträumt, dass ich heute immer noch hier sitze und schreibe.
Samstag, 14. Februar 2026
Kartoffel-Lachs-Spinatauflauf
Hier habe ich mal etwas Alltagstaugliches für einen faulen Samstag. Die Familie wünschte sich einen Auflauf mit Lachs, Spinat und Kartoffeln und obwohl ich der Kombination von Fisch und Käse eher ablehnend gegenüber stehe, bin ich dem Wunsch natürlich nachgekommen und mich ans Werk gemacht. Allerdings fehlen hier ein paar Bilder, von denen ich der festen Überzeugung war, sie geschossen zu haben. Was da jetzt nun wieder los war, weiß ich auch nicht.
Donnerstag, 12. Februar 2026
Draculas Blutsauce - Sos de Visine
Nachdem ich Ende letzten Jahres eine Weltkarte meiner bisherigen internationalen Kochversuche gepostet hab, wies mich einer meiner eifrigsten Leser und Kommentierer darauf hin, dass ich noch nichts aus seinem Geburtsland Rumänien aufzuweisen hätte. Das wird jetzt nachgeholt. Aber da ich hier kein 0815-Programm bieten will und auch immer für gute Geschichten mit einem Twist zu haben bin, wird das hier jetzt vermutlich etwas anders, als es sich der gute Peter vielleicht gedacht hat. Es wird heute schaurig blutig.
Mittwoch, 11. Februar 2026
Chengdu Chao Fan - Bratreis aus Chengdu
Es ist kein Geheimnis, was das Essen angeht, ist Sìchūan (四川) meine große Leidenschaft. Kulinarisch zieht es mich immer wieder dorthin und wenn ich mal ein paar Tage nichts aus dieser Ecke gegessen habe, zeigen sich tatsächlich Anflüge von Entzugserscheinungen. Damit diese gelindert werden, begebe ich mich heute nach Chéngdū (成都), der Hauptstadt der Provinz und koche einen klassischen Bratreis, so wie man ihn dort finden würde. Das Gericht heißt Chéngdū jiàng yóu chǎo fàn (成都炒饭), was ganz einfach mit "Chengdu Bratreis: übersetzt werden kann. Manchmal wird es aber auch als Lǎo chéngdū jiàng yóu chǎo fàn (老成都酱油炒饭), also "gebratener Sojasaucen-Reis nach alter Chengdu-Art" bezeichnet. Es mag überraschend sein, aber trotz seiner Herkunft kommt das Rezept komplett ohne Schärfe aus. Sehen wir es uns also einmal an.
Dienstag, 10. Februar 2026
Hong Shao Ji Chi - rotgeschmorte Hähnchenflügel
Hóng shāo (红烧) oder "Rot-Schmoren" gehört zu den fundamentalen Kochtechniken der chinesischen Küche(n). Dabei wird zumeist Fleisch in einer Sauce aus dunkler Sojasauce und/oder Zuckerkaramell mit allerlei Aromaten gegart, bis es zart ist und eine appetitliche tief rot-braune Farbe hat. Oft nimmt man Schweinebauch, in größere Würfel geschnitten oder Rippchen in mundgroße Stücke gehackt. Hähnchenteile, wie zum Beispiel unsere Flügel hier sind aber auch gängig. Das Gericht heißt dann Hóng shāo jī chì (红烧鸡翅) oder eben "rot-geschmorte Hähnchenflügel und stammt von irgendwo von der Ostküste Chinas, grob gesagt aus derGegend um Shànghǎi (上海), Jiāngsū (江苏) und Zhèjiāng (浙江). Wie das Gericht zubereitet wird, zeige ich euch jetzt.
Montag, 9. Februar 2026
Brochettes - Fleischspieße aus Burundi
Zu meiner Schulzeit war es noch verpönt, die Abkürzung "BRD" zu verwenden. Es hieß, dieses Kürzel wäre von der DDR erdacht worden, um den Namen "Deutschland" aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu verbannen. Einer meiner Oberstufenlehrer - ein sehr belesener Mensch mit einem unglaublichen Allgemeinwissen - behauptete einmal, BRD wäre auch deshalb zu vermeiden, weil es da international zu Verwechslungen mit dem ostafrikanischen Kleinstaat Burundi kommen könne. Irgendwie musste ich jedenfalls neulich an diese Geschichte denken und wie das so bei mir ist, stellte ich mir sofort die Frage: "Was isst man eigentlich in Burundi?" Eins ist klar, das Land gilt als eins der ärmsten der Welt und leidet unter enormer Umwelt- und Luftverschmutzung. Gegessen wird natürlich trotzdem. Sehr beliebt, besonders als Streetfood, sind Brochettes. Das ist das französische Wort für "Spieße" und das beschreibt die Sache eigentlich schon umfänglich.
Sonntag, 8. Februar 2026
Qurutob - Brotsalat aus Tadschikistan
In meinem Bestreben, mich einmal um die ganze Welt zu kochen, bin ich diesmal im zentralasiatischen Tadschikistan gelandet und habe Qurutob (Қурутоб), eine Art Brotsalat, der dort als Nationalgericht gilt, ausprobiert. Wie der Name schon andeutet, brauche ich dafür die Qurut ((Қурут), die ich gestern angefertigt habe. Sie sind die Grundlage des Dressings. Qurutob ist ein schönes Gemeinschaftsessen, das besonders gerne an warmen Sommertagen mit der Hand genossen wird.
Freitag, 6. Februar 2026
Qurut - gepresster Joghurt
Wenn ich sage, heute essen wir asiatisch, denken viel bestimmt: "Ach nö, nicht schon wieder was Chinesisches!" Keine Angst, wir begeben uns heute nach Zentralasien, genauer gesagt nach Tadschikstan und machen Qurut. Das sind kleine Bällchen aus gepresstem Joghurt und die sind in der ganzen Region sehr beliebt. Ich habe das heute im Turboverfahren gemacht, deshalb sind sie jetzt natürlich noch nicht ganz trocken, aber wenn man weiß wie es geht und Zeit hat, sollte das kein Problem sein.
Mittwoch, 4. Februar 2026
Pastinaken-Cremesuppe
"Ich hätte gerne mal wieder eine schöne Suppe", so die Holde gestern Abend mit honigsüßer Stimme zu mir, als wir am Esstisch das Mahl von heute besprachen. "Dein Wunsch sei mir ein Befehl, oh du Königin meines Herzens", erwiderte ich flugs und fügte fragend hinzu: "Dürfte ich gnädigst erfahren, an was für ein Süppchen du gedacht hast, mein Augenstern?" "Pastinakensuppe", kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. "Ich hätte gern eine cremige Pastinakensuppe, die hatten wir nämlich noch nicht." "Mach besser erst mal nur ein bisschen und vielleicht ein zweites Gericht, damit wir etwas zu essen haben, falls die Suppe uns nicht schmecken sollte", fügte die Sous-Chefin weise hinzu. "Naturellement! Ich werde morgen auf dem Nachhauseweg von der Zuchtanstalt den Kutscher anweisen, bei einem Spezereiwarenhändler anzuhalten, damit das Nötigste für die Suppe besorgt werden kann. Johann, Sie dürfen jetzt abräumen und dann die Kandelaber im Kaminzimmer im Westflügel entzünden."
Dienstag, 3. Februar 2026
Patates Lemonates - griechische Zitronenkartoffeln
Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber bei uns stellt sich, wenn ein Essenswunsch geäußert wird oder irgendein Lebensmittel verbraucht werden will, die Frage "Was essen wir dazu?" Ich hatte noch etwas Rinderhack und Feta im Kühlschrank und da war zumindest eins Fall klar: das läuft auf Bifteki hinaus. Dazu passen natürlich Pommes und die essen wir alle gerne (wer nicht?), aber ich wollte diesmal etwas Abwechselung. Also entschied ich mich für griechische Patátes lemonátes (Πατάτες λεμονάτες). Die haben manchmal noch ellinikósi (eελληνικός) für "griechisch" vorne weg und weil sie im Backofen zubereitet werden, noch den sto foúrno (στο φούρνο) , also "im Ofen", hintendran. Aber genug Sprachen für heute, legen wir los.
Montag, 2. Februar 2026
Mini-Quiches mit Spinat und Feta
Wenn ich küchentechnisch mal wieder mal eine längere fernöstliche Phase habe, meutert die Gattin irgendwann und verlangt nach etwas mehr Bodenständigem. Dann gibt es entweder ein "normales" Abendbrot mit Käse, Aufschnitt, eingelegtem Fisch, hartgekochten Eiern, Krabbensalat und so weiter oder auch mal einen Tapas-Abend. Auch italienische Pasta oder Risotto stehen bei ihr hoch im Kurs. Besonders mag sie auch Quiche, die ich dann entweder in einer größeren Springform oder, wie hier als kleine Miniküchlein im Muffin-Tray backe. Das finde ich besonders praktisch, weil man da auch mal verschiedene Füllungen einsetzen kann. Mal ist es Rosenkohl, dann Kürbis, heute dann eben mit Spinat und Feta.
Sonntag, 1. Februar 2026
Mei Cai Kou Rou - Geschmorter Schweinebauch mit fermentiertem Senfgrün
Sonntag ist Zeit, mal wieder größere Projekte anzugehen. Ich habe mich heute an einem Rezept für Schweinebauch entschieden, das über eine Reihe verschiedener Schritte verfügt und bei dem auch diverse Kochtechniken zum Einsatz kommen. Wer mir hier folgen möchte, sollte also früh genug beginnen, damit einem abends die Leute am Tisch nicht verhungern oder aber am Tag zuvor schon Vorarbeit leisten. Das Gericht heißt Méi cài kòu ròu (梅菜扣肉) und stammt von den Hakka, einer Volksgruppe die zu den in China vorherrschenden Han-Chinesen gehört und hauptsächlich in der Provinz Guangdong (Kanton) beheimatet sind. Das Gericht war ursprünglich Hausmannskost, wurde aber im Laufe der Zeit zu einem echten Bankettessen. Es ist mittlerweile in ganz China beliebt. Die auch in Sichuan lebenden Hakka haben es dort besonders populär gemacht, aber mit deren Version beschäftige ich mich ein anderes Mal.
Douban Jiang (Toban Djan) - Chili-Bohnenpaste aus Sichuan: ein Produktvergleich
Wer sich mit der Küche Sichuans beschäftigt, wird eher früher als später über Dòubàn jiàng - manchmal auch Toban Djan geschrieben - (豆瓣酱) stolpern. Man nennt diese Chili-Bohnenpaste auch gerne "die Seele der Küche Sichuans". Sie verleiht Gerichten eine dezente Schärfe und liefert, wie fast alle fermentierten Lebensmittel, viel Umami. Traditionell besteht die Sauce nur aus Chilischoten (Èr jīng tiáo) und Favabohnen (Acker- oder Saubohnen), die zerstampft, gesalzen und mit etwas Mehl (Weizen oder Reis) in Tonkrügen an der frischen Luft von drei Monaten bis zu fünf Jahren fermentieren. Die beste Chili-Bohnenpaste kommt aus der Chengdu, genauer gesagt dem Bezirk Pidu (Pixian). Aber es gibt auch in anderen Teilen Chinas Produzenten, die ihre Version auf den Markt bringen. Heute will ich mich mal mit zwei Produkten beschäftigen.
The Best of January 2026
Weder Schneechaos noch Eis und Kälte konnten es verhindern: wir haben den Januar 2026 hinter uns gebracht und das sogar recht produktiv. Das diesmalige Gewinnerrezept hat einen italienischen Einschlag, der Fokus des Blogs liegt aber weiterhin auf fernöstlicher Küche und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Grund genug also auf den Monat zurückblicken und, wie gewohnt, die Top 5 der meist angeklickten neuen Rezepte dieses Zeitraums in Form eines Countdowns zu präsentieren.Platz 4 wird übrigens diesmal wegen Punktgleichheit doppelt vergeben, eine fünften Rang gibt es deshalb nicht.
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